Deutscher Maschinenbau: Digitalisierung als Wachstumsmotor

Kaum eine andere Branche ist in Deutschland so mittelständisch geprägt wie der Maschinenbau.

Die exportorientierte Branche mit rund 1 Mio. Mitarbeitern ist zudem ein Rückgrat der deutschen Wirtschaft.

Allerdings haben die deutschen Maschinen- und Anlagenbauer derzeit mit einigen Problemen zu kämpfen. Doch sie sehen auch einige Wachstumstreiber für die Zukunft.

Ein solcher Wachstumstreiber ist die Digitalisierung. Der Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) teilt aktuell mit:

Der Trend zur Automatisierung und Digitalisierung der Produktion treibe die Nachfrage nach Maschinen insbesondere in unseren europäischen Nachbarländern und den USA an.

Die Produktion soll im kommenden Jahr um 1% zulegen, nachdem für das laufende Jahr mit einer Stagnation auf dem hohen Vorjahres-Niveau gerechnet wird.

Neben Europa und den USA könnte die Nachfrage – nach Einschätzung von VDMA-Präsident Reinhold Festge – im kommenden Jahr auch in einigen Schwellenländern anziehen.

China, Brasilien und Russland sind aktuell die Sorgenkinder

Unklar sei dagegen, wie es in China weitergehe. China ist nach den USA der wichtigste Exportmarkt für deutsche Maschinen- und Anlagenbauer.

Im laufenden Jahr fällt das Land für die Branche als Wachstumsmotor aus.

In Russland und Brasilien – ebenfalls wichtige Absatzmärkte für die deutschen Maschinen- und Anlagenbauer – hofft die Branche, dass im kommenden Jahr die Talsohle erreicht ist.

In Russland bremsen der schwache Rubel und die seitens des Westens verhängten Sanktionen. Brasilien kämpft mit innenpolitischen Krisen und den gefallenen Preisen für Rohstoffe wie Eisenerz.

Insbesondere Hersteller von Anlagen zur Förderung und Verarbeitung von Eisenerz, Öl oder Gas macht der Preisverfall zu schaffen.

So lief es im 1. Halbjahr in der Maschinenbau-Branche

Im Maschinenbau waren die Bestellungen aus dem In- und Ausland von Januar bis Juli (1. Halbjahr 2016) um 0,3% gesunken, die Exporte schrumpften um 3,4%.

„Zuletzt hat sich das Export-Klima in der Maschinenbau-Branche aber wieder etwas aufgehellt, so dass weitere Rückgänge der Ausfuhren wohl vermieden werden können“, erklärte der Verband nun.

Wie bereits erwähnt, soll unter anderem der Trend hin zu mehr Digitalisierung dazu führen, dass die Branche im kommenden Jahr wieder wächst.

Trotz unterm Strich nicht gerade begeisternder Zahlen gab es jedoch auch in diesem Jahr mittelständische deutsche Maschinenbauer, die deutlich wachsen konnten und somit teils sehr viel besser abschnitten als die gesamte Branche.

Hermle konnte die Branche erneut deutlich abhängen

Dazu zählt beispielsweise die Maschinen-Fabrik Berthold Hermle AG.

Der Konzern konnte seinen Auftrags-Eingang in den ersten 6 Monaten des laufenden Jahres verglichen mit dem entsprechenden Vorjahres-Zeitraum um rund 7% auf 183,1 Mio. € steigern.

Besonders dynamisch entwickelten sich die Auslands-Bestellungen mit einem Plus von fast 12% auf 106 Mio. €. Aber auch im Inland füllten sich die Order-Bücher bei Hermle stärker als im Vorjahr.

Hier lag das Plus zum Ende des 1. Halbjahres bei 2%, was einem Order-Volumen von 77 Mio. € entspricht. Beim Umsatz erzielte Hermle in der Berichts-Periode einen Zuwachs von mehr als 12%  auf 182 Mio. €.

Was die Profitabilität angeht, ist Hermle einer der erfolgreichsten deutschen Werkzeugmaschinenbauer.

Der operative Gewinn (EBIT) erhöhte sich im 1. Halbjahr 2016 stark überproportional zum Umsatz um 42,3% auf 40 Mio. €.

18. Oktober 2016

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Tobias Schöneich. Über den Autor

Tobias Schöneich, Jahrgang 1982, begeistert sich seit der Jahrtausendwende und somit seit den Zeiten des New-Economy Booms für das Thema Börse und alles unmittelbar damit Verbundene.

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