Deutscher Maschinenbau mit Rekordergebnissen

Glaubt man den Aussagen des Branchenverbands VDMA, hat der deutsche Maschinenbau das Jahr 2014 wie erwartet mit Rekordergebnissen abgeschlossen.

Dank guter Geschäfte in China, Großbritannien und den USA dürften der Umsatz 212 Mrd € und der Produktionswert 199 Mrd € erreicht haben. Die Russland-/Ukraine-Krise sowie der schwache brasilianische Markt verhinderten noch bessere Ergebnisse. Zudem liegt die Beschäftigung auf Rekordniveau.

Erstmals seit 1993 arbeiten wieder mehr als 1 Mio Menschen im Maschinenbau. Russland bleibt auch im laufenden Jahr ein Risikofaktor. Der Markt ist aber zu klein, um den deutschen Maschinenbau ins Wanken zu bringen.

Angesichts der insgesamt robusten Auftragslage peilt der VDMA ein Produktionswachstum von 2% an. Angesichts der Euroschwäche und niedriger Preise für Öl und andere Rohstoffe erscheint diese Prognose sehr konservativ.

Zu großer Optimismus ist aber auch nicht angebracht. Viele exportorientierte Unternehmen müssen Vorprodukte im Dollarraum einkaufen, sodass sich der Wechselkursgewinn verringert. Die langfristigen Perspektiven sind ebenfalls gut.

Der Produktivitätsfortschritt allein durch die Digitalisierung der gesamten produzierenden Wirtschaft (Stichwort: Industrie 4.0), die bereits eingesetzt hat und in Zukunft an Tempo gewinnen wird, könnte nach Auffassung des VDMA in den kommenden 10 Jahren rund 80 Mrd € erreichen.

Unsere Favoriten

Zu unseren Branchenfavoriten gehören nach wie vor Dürr und Krones, die von ihrer starken Marktstellung profitieren. Dürr ist der weltweit führende Anbieter von Produktionssystemen für die Automobilindustrie.

Das Angebot umfasst Lackierereien, Reinigung und Wartung der Anlagen, die Entwicklung innovativer Lackiertechnologien, komplette Systeme für die Fahrzeugendmontage sowie Fabrikplanung für die Automobilfertigung. Dürr ist in 23 Ländern vertreten.

Krones hat sich in den vergangenen Jahren zum Weltmarktführer für Getränkeabfüll- und Verpackungsanlagen entwickelt.

Das Leistungsspektrum reicht von der PET-Flaschenproduktion über die Abfüllung bis zur Versiegelung und Etikettierung. Zum Kundenkreis gehören Brauereien sowie Unternehmen der Nahrungsmittel-, Kosmetik-, Pharma- und chemischen Industrie.

Aber auch kleineren Unternehmen wie Technotrans und Dr. Hönle räumen wir in ihren Nischen gute Chancen ein. Dagegen werden die exportorientierten Schweizer Maschinenbauer schwer unter der Franken-Aufwertung zu leiden haben.

Ob eine Entlassungswelle folgt oder eine noch stärkere Verlagerung der Produktion ins Ausland, bleibt abzuwarten. Von DMG Mori Seiki werden wir uns wohl verabschieden müssen.

Der japanische Kooperationspartner Mori Seiki hat ein Übernahmeangebot von 27,50 € pro Aktie abgegeben, das vermutlich nicht erhöht wird. Zumal auch der Vorstand das Angebot für angemessen hält. Auch um KUKA und Vossloh ranken sich Übernahmespekulationen.

24. Februar 2015

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Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und Strategisches Investieren.

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