Deutscher Maschinenbau mit riesigem Auftragsplus

In diesen Tagen gibt es an den Börsen zwei zentrale Themen: Die Konjunktursorgen um China und die bevorstehende Zinswende in den USA. Über beide Themen ist in den vergangenen Wochen aus meiner Sicht mehr geschrieben und berichtet worden als notwendig.

Daher möchte ich die Konjunktursorgen um China heute nur am Rande aufgreifen und bzgl. der Zinswende in den USA lediglich noch einmal das betonen, was ich schon vor Wochen geschrieben habe: Ich halte es für eher unwahrscheinlich, dass die US-Notenbank Fed den Leitzins in diesem Monat anheben wird und selbst wenn sie es täte, wären die Auswirkungen allenfalls psychologischer Natur.

Jetzt zum Thema China: Dass die Wirtschaft in China zuletzt weniger stark gewachsen ist als zuvor, ist kein Geheimnis. Die Sorgen vieler Anleger in diesem Zusammenhang sind aus meiner Sicht aber völlig übertreiben. Dies manifestiert sich auch an vielen Zahlen und Fakten, die derzeit veröffentlicht werden.

So auch an der Auftragsentwicklung im deutschen Maschinenbau – einer der Vorzeigebranchen in Deutschland.

Riesige Nachfrage aus dem Inland und aus der restlichen Eurozone

Der Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) berichtete gestern für den Monat Juli ein Auftragsplus von 18% im Vergleich zum Vorjahr. Das Inlandsgeschäft stieg dabei sogar um 43%, das wichtigere Auslandsgeschäft – drei von vier Maschinen werden exportiert – stieg um 5% gegenüber dem Vorjahr.

Zwar darf man dieses Ergebnis nicht überbewerten, da es von ungewöhnlich großvolumigen Aufträgen im Inland und im EU-Ausland etwas verzerrt wurde, doch zeigt dieses Ergebnis zwei Dinge.

1.) Die Sorgen um die Konjunktur in China und in anderen Schwellenländern sind übertrieben und 2.) wachsen andere Märkte (wie z. B. Deutschland und der Rest der Eurozone) dafür stärker als zuletzt und kompensieren dadurch vieles.

Auch der aussagekräftigere 3-Monats-Vergleich für die Auftragsentwicklung im deutschen Maschinen- und Anlagenbau fällt positiv aus. Hier verbuchte Deutschlands Vorzeigebranche zwischen Mai und Juli ein Plus von 4%. Einem Plus von 16% der inländischen Aufträge stand ein Minus von 2% aus dem Ausland gegenüber.

Der mittelständisch geprägte Maschinen- und Anlagenbau – mit seinen rund 6.000 Unternehmen – ist gemessen an den etwa 1 Mio. Beschäftigten die größte Industriebranche hierzulande, noch vor der Auto- und der Elektroindustrie.

Fazit: Diese Branche sollten Sie im Blick haben

Da sich im deutschen Maschinen- und Anlagenbau besonders viele Traditionsunternehmen tummeln, die zum Teil sogar noch inhaber- oder familiengeführt sind, sollte Sie diese Branche aus meiner Sicht permanent im Blick haben.

Aktuell gilt dies dank der erfreulichen Auftragsentwicklung und der derzeit günstigeren Einstiegskurse umso mehr. Allerdings sollten Sie sich besonders genau anschauen, in welche Unternehmen Sie investieren! Denn: Auch in einer Branche mit positiver Perspektive muss sich nicht automatisch jedes Unternehmen gut entwickeln.

3. September 2015

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Tobias Schöneich. Über den Autor

Tobias Schöneich, Jahrgang 1982, begeistert sich seit der Jahrtausendwende und somit seit den Zeiten des New-Economy Booms für das Thema Börse und alles unmittelbar damit Verbundene.

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