Deutscher Maschinenbau mit starkem Jahresauftakt

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Die deutschen Maschinen- und Anlagenbauer sind stark ins Jahr 2018 gestartet. Doch wie geht es weiter? (Foto: crystal51 / Shutterstock.com)

An der Börse erleben Sie in diesen Tagen weiterhin eine geteilte Welt: Auf der einen Seite ist die Stimmung am Aktienmarkt relativ schlecht (der deutsche Leitindex DAX notiert gut 10% unter dem Januar-Hoch), auf der anderen Seite glänzen die meisten Unternehmen und Branchen mit starken Zahlen. Hier hilft nur die Gewissheit, dass sich die Aktienkurse immer wieder den fundamentalen Daten (Gewinn und Substanz) annähern.

Ein Beispiel für eine erfolgreiche Branche folgt jetzt: Vor wenigen Tagen veröffentlichte der Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) aktuelle Branchenzahlen. Das Ergebnis: Die deutschen Maschinen- und Anlagenbauer sind außerordentlich stark ins Jahr 2018 gestartet.

Die Auftragsbücher füllten sich im Januar dieses Jahres preisbereinigt um 14% stärker als noch im Vorjahr. Wie der Branchenverband VDMA mitteilt, legten die Inlandsbestellungen und die Bestellungen von Kunden außerhalb Deutschlands um jeweils 14% zu.

VDMA-Chefvolkswirt Ralph Wiechers kommentiert diese Entwicklung wie folgt: „Der Nachholprozess bei den Investitionen im Inland setzt sich offenbar fort.“

Weitere Zahlen und Fakten zur Maschinenbau-Branche

Schauen wir uns noch einmal etwas detaillierter an, wie der hohe Aufragseingang im deutschen Maschinen- und Anlagenbau zustande kommt. Die Ordereingänge aus dem Nicht-EU-Ausland legten „nur“ um 10% zu. Der Auftragseingang aus den EU-Ländern, der im Vorjahr schon auf einen sehr hohen Wert kam und damit eine hohe Ausgangsbasis aufweist, konnte dennoch um weitere knapp 25% zulegen. Ein außerordentlich starker Wert!

Die Liste der wichtigsten Kunden des deutschen Maschinen- und Anlagenbaus führten vom Exportvolumen her nach wie vor die USA an. Dorthin exportierte die Branche im vergangenen Jahr laut VDMA Waren und Dienstleistungen im Wert von knapp 18 Mrd. Euro. Das bedeutet ein Plus von 11,6% gegenüber dem Vorjahr.

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Zweitwichtigstes Abnehmerland ist China. Dorthin exportierte die Branche im vergangenen Jahr Waren und Dienstleistungen im Gesamtwert von 17,4 Mrd. Euro. Ein Plus von 22,6% gegenüber dem Vorjahr. Ein Blick auf die Wachstumsraten offenbart, dass es nur eine Frage der Zeit ist, bis China die USA als wichtigstes Abnehmerland für deutsche Maschinen und Anlagen ablöst.

Insgesamt exportierte die Branche im vergangenen Jahr Waren für 168,1 Mrd. Euro, was einem nominalen Wachstum von 7,9% entspricht. Zudem ist dieser Wert höher als jeder zuvor erreichte Wert.

Die Perspektiven des deutschen Maschinen- und Anlagenbaus

Für das laufende Jahr rechnen die VDMA-Volkswirte mit einem Produktionsplus von real 3% auf dann 212 Mrd. Euro. In dieser Prognose ist jedoch die US-Steuerreform, die zu positiven Investitionsanreizen führen sollte, noch nicht enthalten.

Ebenso wenig sind in dieser Prognose allerdings mögliche Strafzölle enthalten, über die dieser Tage spekuliert wird. Meine Einschätzung dazu: Alle beteiligten Parteien sollten und werden mit aller Macht einen Handelskrieg mit den USA vermeiden.

Ich gehe vielmehr davon aus, dass es vereinzelt zu Strafzöllen kommen wird und nicht zu einem größeren Handelskrieg. Sollte es wider Erwarten doch dazu kommen, müsste natürlich neu gerechnet werden.

Unter dem Strich bin ich optimistisch im Hinblick auf einen Fortgang der positiven Entwicklung der deutschen Maschinen- und Anlagenbauer und habe deswegen auch gleich mehrere Unternehmen aus dieser Branche in den Depots meiner Börsendienste.


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Rolf Morrien
Von: Rolf Morrien. Über den Autor

Rolf Morrien ist nicht nur Chefredakteur von „Morriens Einsteiger-Depot“, dem „Depot-Optimierer“, von „Das Beste aus 4 Welten“ und von „Rolf Morriens Power Depot“, er ist auch einer der renommiertesten Börsenexperten Deutschlands.

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