Deutscher Mittelstand hat keine Angst vor den Folgen des Brexits

Ende Juni ist das passiert, womit so gut wie keiner gerechnet hat (auch ich nicht):

Die Briten haben sich per Volksabstimmung mehrheitlich gegen einen Verbleib in der Europäischen Union (EU) ausgesprochen.

Am Freitag nach dem Votum reagierten die europäischen Börsen zunächst geschockt. Der DAX beispielsweise brach um über 10% ein.

In der Folge erholten sich die Märkte jedoch und heute ist an den Börsen kaum noch etwas zu spüren von dem geplanten EU-Austritts-Votum der Briten.

Aber wie sieht es in der Realwirtschaft und hier insbesondere bei den deutschen Mittelständlern aus?

Gibt es dort bereits spürbare negative Folgen dieses Votums und haben deutsche Mittelständler Angst vor den Folgen eines wahrscheinlich kommenden Brexits?

Deutsche Mittelständler zeigen sich bei diesem Thema gelassen

Laut einer aktuellen Studie wird ein Austritt Großbritanniens aus der EU ohne wesentliche Auswirkungen auf die Geschäfts-Beziehungen zwischen beiden Ländern bleiben.

In einer Blitzumfrage der Fachhochschule des Mittelstands in Bielefeld (FHM) äußerten nur 9% der 270 befragten mittelständischen Unternehmen aus Deutschland mit Geschäfts-Beziehung zu Großbritannien, dass sie eine Einschränkung der Geschäfts-Volumina erwarten, sollte das Land tatsächlich aus der EU austreten.

41,4% hingegen erwarten keine Folgen für ihre britischen Geschäfts-Verbindungen. Allerdings geht der deutsche Mittelstand von einer 10%igen Abwertung des Britischen Pfund gegenüber dem Euro aus.

Professor Dr. Volker Wittberg, wissenschaftlicher Leiter der Studie, erklärt: „Die wahrnehmbare relative Gelassenheit resultiert sicherlich auch aus der aktuellen Tatenlosigkeit der britischen Regierung.“

Rund die Hälfte (49,6%) der Teilnehmer, der mit Unterstützung der Commerzbank durchgeführten Umfrage, rechnet nicht mit Auswirkungen auf das Geschäft, da die befragten Unternehmen ohnehin keine Beziehungen zu Großbritannien unterhalten.

Kaum Währungs-Absicherung im deutschen Mittelstand

Auffällig ist auch die große Gelassenheit der deutschen Mittelständler, die sich im Sicherungs-Verhalten im Devisen-Geschäft zeigt.

Gemäß der Studie der Fachhochschule des Mittelstands werden 79,1% der deutschen Mittelständler ihre Sicherungs-Strategie im Bezug auf die Wechselkurs-Entwicklung verschiedener Währungen zum Euro unverändert lassen.

Nur 6,4% der Befragten werden die Zahlungen in Pfund und 4,7% in allen anderen Währungen stärker absichern. Zudem können sich 9,8% der Befragten vorstellen, Geschäfte mit Großbritannien in einer anderen Währung durchzuführen.

Insgesamt liegen die verunsicherten Stimmen aus dem Mittelstand in diesem Zusammenhang aber nur bei 20,9% gegenüber den 79,1% entspannten Stimmen.

Wenn Sie auf deutsche Mittelständler setzen, können auch Sie entspannt sein

Das bedeutet diese aktuelle Brexit-Studie für Sie: Wenn Sie in Aktien deutscher Mittelständler investiert sind, können Sie sich im Hinblick auf diese Positionen entspannt zurücklehnen.

Zwar ist möglicherweise das eine oder andere Unternehmen dabei, das etwas mehr unter den Folgen eines wohl kommenden Brexits leiden wird, doch unterm Strich müssen Sie sich keine Sorgen machen.

13. September 2016

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Tobias Schöneich. Über den Autor

Tobias Schöneich, Jahrgang 1982, begeistert sich seit der Jahrtausendwende und somit seit den Zeiten des New-Economy Booms für das Thema Börse und alles unmittelbar damit Verbundene.

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