Deutscher Mittelstand: Stimmung gut, Erwartungen positiv

Wie ist die Stimmungslage derzeit bei Ihnen? Bei den mittelständischen deutschen Unternehmen könnte sie jedenfalls kaum besser sein.

Dies geht aus einer Studie der renommierten Beratungs- und Wirtschaftsprüfungs-Gesellschaft Ernst & Young (EY) hervor, die vor einiger Zeit veröffentlicht wurde.

Im Rahmen der Studie wurden 3.000 mittelständische Unternehmen aus Deutschland befragt. Gemäß der Studie ist mehr als jeder 2. Mittelständler (56%) derzeit uneingeschränkt zufrieden mit der aktuellen Geschäftslage.

Das ist der höchste Wert seit dem Jahr 2004, als die Studie erstmals durchgeführt wurde.

Auch der Ausblick ist optimistisch: 36% der Mittelständler erwarten, dass sich die Geschäftslage in den kommenden 6 Monaten verbessert.

Pessimismus abgelegt

„Der deutsche Mittelstand hat seinen Pessimismus von vor einem Jahr abgelegt“, kommentiert Peter Englisch, Partner bei EY, die Umfrage-Ergebnisse.

„Trotz der unsicheren politischen Großwetterlage: Der niedrige Ölpreis und die Konsumlaune der Verbraucher in der sich erholenden Eurozone beflügeln die Geschäfte im deutschen Mittelstand. Und die mittelständischen Unternehmen in Deutschland wollen zusätzliche Stellen schaffen.“

Und weil bei den Mittelständlern in Deutschland von Krise derzeit nichts zu spüren ist, sollten Sie sich von den starken Schwankungen an der Börse und den vielen aufgebauschten Negativ-Schlagzeilen nicht beunruhigen lassen.

Zwar könnte das Brexit-Votum, das nach Veröffentlichung der Studie gefällt wurde, für eine leichte Eintrübung der aktuellen Stimmungslage und der Zukunfts-Erwartung bei deutschen Mittelständlern führen. Doch unterm Strich sind die Parameter dennoch positiv.

Steigende Investitionen als klares Indiz für gute Stimmung

Die gute Stimmung im deutschen Mittelstand lässt sich auch an den geplanten Investitionen ablesen, die insgesamt erneut steigen sollen.

Jedes 4. Unternehmen will in den kommenden Monaten die Gesamtinvestitionen erhöhen. Gerade einmal jeder 9. Betrieb will die Investitionen in den kommenden Monaten reduzieren.

Auffällig ist, dass die eigene Geschäftslage bei deutschen Mittelständlern weitaus positiver eingeschätzt wird als die konjunkturelle Situation in Deutschland.

Konkret: Der Anteil der Konjunktur-Pessimisten ist zwar gegenüber Januar 2015 von 33 auf 25% gesunken, liegt aber weiterhin über dem Anteil der Konjunktur-Optimisten, der von 19 auf 23% geklettert ist.

Mit anderen Worten: Die Unternehmen beurteilen die eigene Situation und die eigenen Perspektiven besser als die gesamtwirtschaftliche Lage in Deutschland und die zukünftige Konjunktur-Entwicklung.

Das ist ein klares Zeichen von Stärke – und nebenbei das, was den deutschen Mittelstand auszeichnet. Denn: Der deutsche Mittelstand ist nicht nur das Zugpferd der deutschen Wirtschaft, sondern in Teilen auch in der Lage, stärker zu wachsen, als die Konjunktur hierzulande.

Daher schneiden Anleger, die zumindest auch auf börsennotierte deutsche Mittelständler setzen, seit Jahr und Tag erfolgreicher ab, als diejenigen, die nur auf Großkonzerne setzen.

13. Juli 2016

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Tobias Schöneich. Über den Autor

Tobias Schöneich, Jahrgang 1982, begeistert sich seit der Jahrtausendwende und somit seit den Zeiten des New-Economy Booms für das Thema Börse und alles unmittelbar damit Verbundene.

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