Deutschland exportiert zu viel

Wir sind Weltmeister! – Leider nicht in einer besonders glorreichen Kategorie.

Denn wir haben den größten Export-Überschuss weltweit. Was vielleicht auf Anhieb positiv klingt, weil wir viel exportieren, hat aber langfristig negative Aspekte:

Deutschland ist schuld

Die EU-Schuldenkrise ist zwar nicht mehr in den Schlagzeilen zu finden, gelöst ist sie aber bei weitem noch nicht.

Ein solch extremer Export-Überschuss wie in Deutschland sorgt immer für eine aufwertende Währung.

Da Deutschland aber keine Währung mehr alleine hat, reißt es den Rest Europas auf diese Weise mit ins Verderben. Das ist das eine Argument.

Dagegen spricht allerdings, dass sich Deutschland mit vielen anderen Ländern eine Währung teilt und somit die Abwertung des Euro gering ausfällt.

Haben andere Euro-Staaten beispielsweise einen Import-Überschuss, wird die Auswirkung der deutschen Exporten abgeschwächt.

Grundsätzlich ist es jedoch so, dass zu viele Exporte für ein Ungleichgewicht an den Finanzmärkten sorgen.

Import- vs. Export-Überschuss

Deutschland ist für seinen Außenhandel bekannt. Und aus unserer Sicht ist ein Export-Überschuss auch entschieden besser, als ein Import-Überschuss.

Letzteres würde bedeuten, dass die meisten Menschen auf Kredit leben. Deutschland exportiert quasi auf Kredit.

Denn andere Nationen, die primär importieren müssen, sorgen dafür, dass ihre Wirtschafts-Leistung weniger wert ist.

In der Folge bleiben auch die Löhne der Bevölkerung niedrig und die Währung kann somit nicht aufwerten.

Bei diesem Teufelskreis exportiert das Land mit hoher Kaufkraft immer in das Land mit niedriger Kaufkraft – von China einmal abgesehen.

Die Chinesen haben einen ähnlich extremen Überschuss der Exporte wie Deutschland. Im Idealfall ist die Handelsbilanz eines Landes ausgeglichen.

Laut dem Ifo-Institut liegen die aktuellen Export-Überschüsse Deutschland bei 297 Mrd. US-Dollar.

Der Ökonom Carl Christian von Weizsäcker hat dafür anscheinend einen Lösung gefunden:

Zumindest auf der Papier würde es seiner Ansicht nach helfen, wenn die Mehrwertsteuer in Deutschland um 5 Punkte gesenkt wird.

Das hätte zur Folge: mehr Konsum und auch mehr Importe. Er ist gegen die Schulden- und für eine Leistungsbilanz-Bremse.

Sigmar Gabriel ist neuer Außenminister

Bei der SPD tut sich etwas vor der Wahl. Frank-Walter Steinmeier durfte abdanken – Sigmar Gabriel übernimmt den Posten des Außenministers.

Nachdem er vergangene Woche bekanntgab, dass er nicht als Kanzler-Kandidat antreten möchte, nimmt er zumindest jetzt die Rolle des Vizekanzlers ein.

Erste Stellungnahmen gegen Trump hat er auch schon herausposaunt: Im Kampf gegen den Terror seien Einreise-Sperren nicht das richtige Mittel, so Gabriel.

Zumindest sind sich aber beide beim Thema Saudi-Arabien einig:

So wie Trump viele islamisch geprägte Staaten unter Generalverdacht stellt und u. a. bei Saudi-Arabien eine Ausnahme macht, so unterstützt Gabriel mit Rüstungsdeals die dortige Terror-Finanzierung.

30. Januar 2017

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Von: Michael Berkholz. Über den Autor

Michael Berkholz entdeckte vor einigen Jahren seine Leidenschaft fürs Trading und gibt sein Wissen heute mit großer Leidenschaft an seine Leser weiter.

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