Deutz: Motorenbauer auf Einkaufstour

Seit dem Ausstieg des Großaktionärs Volvo, der immerhin 25% der Aktien des deutschen Motorenbauer Deutz besaß, hat sich einiges getan.

Insbesondere mit einigen wegweisenden Übernahmen machte der führende Hersteller von kompakten Dieselmotoren zuletzt auf sich aufmerksam.

Deutz im Porträt

Deutz wurde bereits im Jahr 1864 gegründet und ist die älteste Motorenfabrik der Welt. Hier wurde der Ottomotor erfunden und damit die Basis für die Motorisierung der Welt gelegt.

Heute ist Deutz ein unabhängiger Hersteller von Dieselmotoren mit Fokus auf off-highway-Anwendungen wie:

  • Bau- und Landwirtschafts-Maschinen,
  • Generatoren,
  • Züge
  • und Spezial-Anwendungen wie Flugzeug-Schlepper.

Deutz setzt auf Elektro-Antrieb

Die aktuelle Debatte um die Zukunft des Diesel-Antriebs sieht Firmenchef Frank Hiller ausgesprochen gelassen:

Er erwartet nicht, dass der Diesel in absehbarer Zeit ausrangiert wird. Dennoch will sich der Konzern auch bei Elektro- und Hybrid-Antrieben stärker positionieren.

Sowohl bei Land- und Baumaschinen oder Geräten wie Gabelstaplern gebe es bei den Kunden dafür ein großes Interesse.

Übernahme soll Markteintritt beschleunigen

Um schneller ans Ziel zu kommen, schluckt Deutz die im Raum München ansässige Torqeedo GmbH.

Das vor 12 Jahren gegründete Unternehmen ist derzeit mit 130 Mitarbeitern auf 5 Kontinenten in über 50 Ländern aktiv.

Laut Presse-Informationen hat Deutz knapp 100 Mio. € für den Spezialisten von System-Lösungen für integrierte elektrische und hybride Bootsantriebe auf den Tisch gelegt.

Dafür dürfte der Kölner Motorenbauer jetzt in der Lage sein, bereits in 2 Jahren mit einem E-Aggregat an den Markt zu gehen.

In Eigenregie hätte der Markteintritt vermutlich deutlich länger gedauert.

12 Jahre mit 2-stelligem Wachstum

Seit der Firmengründung vor 12 Jahren erzielte Torqeedo stets 2-stellige Zuwachsraten. Zuletzt lagen die Jahres-Erlöse bei 25 Mio. €.

Dabei sind die Ziele von Deutz durchaus ambitioniert: Bereits in 5 Jahren wollen die Kölner mit innovativen Antriebs-Lösungen zwischen 5 und 10% der Gesamt-Erlöse erzielen.

Für Sie zur Information: Im letzten Geschäftsjahr erreichte der renommierte Motoren-Hersteller einen Umsatz von 1,26 Mrd. €.

Die Gewinnrendite lag mit 16,6 Mio. € Jahresgewinn allerdings nur bei 1,31% – und damit im überschaubaren Bereich.

Übernahme in Italien

Zugleich meldete Deutz die Übernahme des langjährigen Kooperations-Partners IML Motori in Italien, der zuletzt einen Umsatz von 45 Mio. € erzielte.

Mit dem Deal soll v. a. das eigene Vertriebs- und Servicenetz in Italien ausgebaut werden.

Der italienische Familienbetrieb arbeitete vor der Übernahme bereits seit über 100 Jahre mit Deutz zusammen und wird weiterhin von dem vorhandenen Management-Team geführt.

Analysten erwarten Gewinnsprung

Unterdessen zeigen sich die Analysten optimistisch und erwarten für 2018 einen Gewinnsprung auf 0,43 € je Aktie (Vorjahr: 0,32 €).

Im kommenden Jahr liegen die Konsens-Schätzungen bereits bei 0,54 € je Anteilsschein. Damit liegt das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) für 2018 momentan bei 15.

Das durchschnittliche Kursziel der Experten liegt mit 7,90 € knapp 16% über dem aktuellen Kursniveau.


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6. Oktober 2017

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Jens Gravenkötter. Über den Autor

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