Deutz schockt mit Gewinnwarnung

deutz

Der Motorenhersteller Deutz muss nach der Insolvenz eines wichtigen Zulieferers das eigene Margenziel kürzen. (Foto: murmakova/AdobeStock)

Am vergangenen Wochenende meldete der Motorenhersteller Deutz, dass aufgrund der Insolvenz eines wichtigen Zulieferers die bisher prognostizierte operative Gewinnmarge (EBIT-Marge) von mindestens 5% für das laufende Jahr nicht mehr erreicht werden kann.

Aufgrund der erwarteten finanziellen Belastungen wird nunmehr eine EBIT-Marge vor Sondereffekten für das laufende Geschäftsjahr in der Bandbreite von 4 bis 5% erwartet. Die Deutz AG geht davon aus, dass trotz der Insolvenz eine fortlaufende Belieferung gewährleistet bleibt.

Weiterhin teilt das Unternehmen mit, trotz eines sich abschwächenden konjunkturellen Umfelds nach wie vor davon auszugehen, den für das Geschäftsjahr 2019 prognostizierten Umsatz von mehr als 1,8 Mrd. Euro zu erreichen.

Blicken wir jetzt noch einmal im Detail auf die Geschichte und das Geschäftsmodell der Deutz AG. Das in Köln ansässige Unternehmen hat eine lange und wechselhafte Geschichte hinter sich.

Geschäftsmodell der Deutz AG

Wer beim Namen Deutz an Traktoren oder LKW denkt, liegt mittlerweile aber falsch. Diese Produkte wurden zwar bis zur Jahrtausendwende von der Deutz AG hergestellt, aber nach einer lang andauernden Konsolidierungsphase trennte sich der Konzern von diesen und anderen Produktionssparten.

Die heutige Deutz AG konzentriert sich auf den Motorenbau und ist in diesem Segment einer der weltweit führenden unabhängigen Hersteller kompakter Dieselmotoren. Die von Deutz gefertigten Motoren kommen in Baumaschinen, Nutzfahrzeugen, Landmaschinen, Flur- und Förderfahrzeugen zum Einsatz.

Neben der Motorenproduktion bietet Deutz ein weltweites Servicegeschäft an, das neben der Ersatzteilversorgung auch die Unterstützung der Kunden bei Reparaturen sowie Wartung und Instandhaltung umfasst.

Entwicklung im 1. Halbjahr 2019

Schauen wir nun auf die Zahlen des 1. Halbjahres: Deutz verbuchte in den ersten 6 Monaten des laufenden Jahres neue Aufträge in einem Volumen von 953,3 Mio. Euro. Damit liegt der Auftragseingang nach Unternehmensangaben weiterhin auf einem hohen Niveau, jedoch 13,1% unter der außerordentlich starken Vorjahresbasis.

Der Umsatz stieg um 5,9% auf 929,8 Mio. Euro. Der operative Gewinn (EBIT) vor Sondereffekten stieg um 41,3% auf 47,2 Mio. Euro. Der signifikante Anstieg ist neben der positiven Umsatzentwicklung im Wesentlichen auf die niedrige Vorjahresbasis zurückzuführen, so das Unternehmen.

Einhergehend mit der positiven EBIT-Entwicklung stieg der Nettogewinn gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 79,1% auf 45,3 Mio. Euro und das Ergebnis je Aktie entsprechend von 0,21 auf 0,37 Euro.

Zum Aktienkurs: Gestern haben Unternehmensinsider den deutlichen Kursrückgang nach der Gewinnwarnung genutzt, um günstig an Deutz-Aktien zu kommen. Angesichts des negativen Momentums würde ich aktuell aber eher noch einen Bogen um das Papier machen.

deutz

Deutz unter Druck – Kursrutsch übertrieben?Nach einem Interview sackte die Aktie von Deutz deutlich ab. Ist alles nur halb so schlimm?  › mehr lesen


© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Tobias Schöneich
Von: Tobias Schöneich. Über den Autor

Tobias Schöneich, Jahrgang 1982, begeistert sich seit der Jahrtausendwende und somit seit den Zeiten des New-Economy Booms für das Thema Börse und alles unmittelbar damit Verbundene.

Profitieren Sie von unserem kostenlosen Informations-Angebot und erhalten Sie regelmäßig den kostenlosen E-Mail-Newsletter von Tobias Schöneich. Herausgeber: GeVestor Verlag | VNR Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG. Sie können sich jederzeit wieder abmelden.

Hinweis zum Datenschutz