Deutz unter Druck – Kursrutsch übertrieben?

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Nach einem Interview sackte die Aktie von Deutz deutlich ab. Ist alles nur halb so schlimm? (Foto: William Potter / Shutterstock.com)

Kurz vor Beginn der neuen Quartalsberichtssaison mehren sich – auch hierzulande – die Gewinnwarnungen der Unternehmen. Am gestrigen Tag machte mit BASF ein DAX-Wert entsprechende Negativschlagzeilen. Auch seitens der Deutz AG gibt es Meldungen, die für Nachdenklichkeit und sinkende Kurse sorgen.

Interview sorgt für Kursrutsch

In einem Interview mit der Nachrichtenagentur Bloomberg sagte der Chef des Motorenbauers Deutz, Frank Hiller, dass sich die Nachfrage nach Motoren abkühlt und der Höhepunkt der Schwäche wohl nun erreicht ist.

Dabei ging er zwar nicht auf die Entwicklung im eigenen Konzern ein. Doch auch wenn die Prognosen des Konzerns in diesem Gespräch nicht verändert wurden, so rutschte der Aktienkurs um knapp 15 % ab und fiel charttechnisch unter die 200-Tagelinie zurück. Damit scheint der jüngst begonnene Aufwärtstrend, der den Aktienkurs seit Jahresbeginn fast verdoppeln ließ, abrupt beendet.

Unternehmensportrait

Das Unternehmen Deutz mit Sitz in Köln zählt zu einem der weltweit führenden Hersteller innovativer Antriebssysteme. Die Kernkompetenzen des Unternehmens liegen in der Entwicklung, Produktion, dem Vertrieb und Service von Diesel-, Gas- und elektrifizierten Antrieben für professionelle Einsätze.

Quartalszahlen zum Jahresauftakt erfreulich

Im Frühjahr sah es noch richtig rosig aus. Der Quartalsbericht belegte, dass der Konzern erfolgreich in das neue Geschäftsjahr gestartet ist. Das Auftragsniveau lag mit 514,5 Mio. Euro um mehr als 10% über dem des Vorjahresergebnis. Auch beim Umsatz gab es in den ersten 3 Monaten des Jahres einen Zuwachs von 9,2% auf 452,8 Mio. Euro.

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Beim operativen Ergebnis wurde ein Zuwachs von mehr als 15,7 Prozent auf 25,1 Mio. Euro vermeldet. Die EBIT-Rendite verbesserte sich von 5,2 auf 5,5 %. Diese Faktoren trugen dazu bei, dass das operative Ergebnis gegenüber der Vergleichsperiode um 14,8% auf 20,9 Millionen Euro stieg.

Dieses Zahlenwerk ließ die Hoffnung aufkommen, dass das Geschäft für das Gesamtjahr ähnlich gut verläuft. Es wurde eine Umsatzsteigerung auf mehr als 1,8 Mrd. Euro und ein Anstieg der EBIT-Rendite vor Sondereffekten auf mindestens 5,0% prognostiziert.

Gewinnwarnung voraus?

Auch wenn das jetzt veröffentlichte Interview die Angst aufkommen lässt, dass eine Gewinnwarnung unmittelbar bevorsteht, so ist dies noch keine ausgemachte Sache. Sollte dem nicht so sein, kann sich der Kurs der Deutz-Aktie sehr schnell wieder erholen.  Endgültige Klarheit über das weitere Geschäft werden spätestens die Halbjahreszahlen bringen, die am 1. August veröffentlicht werden sollen – es sei denn, es kommt vorher bereits zu der befürchteten Gewinnwarnung.

In Anbetracht dieser Unklarheit ist die Deutz-Aktie erst einmal nur etwas für sehr spekulativ orientierte Anleger. Daran ändert auch die relativ günstige Bewertung mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von 11 und einer Dividendenrendite von mehr als 2% nichts.

Es gibt bessere Alternativen

Ein Einstieg drängt sich hier aus meiner Sicht jedenfalls nicht auf. Investieren Sie Ihr Geld lieber in Aktien von Unternehmen, bei denen die Geschäfte nachweislich rund laufen.


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Sascha Mohaupt
Von: Sascha Mohaupt. Über den Autor

Chefanalyst Sascha Mohaupt ist der Experte für Innovationen und High-Tech. In dem wohl am schwierigsten zu durchschauenden Markt für Zukunftstechnologien gibt er konkrete Kaufempfehlungen. Als Chefredakteur des Innovation Investor teilt er exklusiv seine neuesten Empfehlungen und seine Leser investieren damit schon heute in die Welt von morgen.