Devisen-Spekulation gegen und für den Euro: Gewinner und Verlierer nach Irland

Als Irland vor wenigen Tagen seine solide Einstufung einbüßte, hätte der Euro weiter verlieren müssen.

So sieht es die Lehrbuch-Theorie vor, weil die Eurozone weiteres Vertrauen einbüßt. Nichts passierte.

Spekulanten verloren, als sie gegen den Euro wetteten. Hedge-Fonds mit waghalsigerer Strategie freuen sich, Analysten wie Spekulanten sind ratlos.

Wir empfehlen Ihnen allerdings genau deshalb weiterhin: Bleiben Sie entspannt und ruhig, wetten Sie nicht gegen und nicht für den Euro, wenn Sie langfristig Vorsorge betreiben!

Für kurzfristige Spekulationen halten unsere Spezialisten besondere Charttechniken für Sie bereit. Fundamentale Argumente lassen wir links liegen.

Gewinner und Verlierer: Techniker gegen Fundamentalisten

Am Devisenmarkt zählen in der Regel und aktuell ganz speziell keine fundamentalen Gründe.

Sie können nicht ermitteln, wie viel eine Währung „wert“ ist. Sie können allenfalls die Änderung des Wertes bezogen auf die Produktionsleistung bewerten.

Gleichzeitig aber müssen Sie dann den Wert gegenüber anderen Währungen in derselben Weise ermitteln.

Alle Währungen gegen alle; dies ist fundamental das einzige Programm, das sich rechnen ließe. So rechnet aber kein Händler an den Devisenmärkten. Diese richten sich nach Stimmungen – und das ist die technische Analyse.

Inhaltliche Gründe für Devisen-Spekulationen gegen und für den Euro können Sie daher getrost beiseite schieben. Nach dem jüngsten Irland-Desaster richtete alleine die Stimmung über Gewinner und Verlierer.

Märkte ignorieren Gefahr

Die Märkte – Anleihen wie Aktien – reagierten am Mittwoch jedoch kaum noch auf die neue Einstufung in Irland. Es sah so aus, als spielt der neue Schock schon keine Rolle mehr. Die Stimmung war gleichmütig.

Und dies zeigte sich dann Devisenmarkt: der Euro verlor nicht, wie es die Fundamental-Analyse eigentlich nahe gelegt hatte.

Achtung: Auch in den nächsten Tagen wird es neue Diskussionen um den bevorstehenden Quasi-Bankrott in Griechenland geben. Dann spekulieren wieder viele Kommentatoren pro und contra Euro.

Scheint der Rückzug Griechenlands aus der „Schuldenfalle“, wie der kommende Bankrott seit neuestem heißt, geordnet, wird der Euro stabiler. So nehmen es Analysten an.

Möglicherweise steigt die Währung dann tatsächlich, aber nur der Stimmung wegen. Wir raten Ihnen ab, weil diese Einflussfaktoren nicht übersichtlich sind:

  • China kann jede Spekulation zunichte machen. Die Bank hortet mehr als 3 Billionen US-Dollar (Wert) in Auslandswährungen.
  • Die europäische Krise ist nur ein Teil der Probleme: Die USA sind faktisch bankrott.
  • Hedge-Fonds lauern derzeit auf Spekulationschancen und haben Geld: Die Wetten folgen.

GeVestor.de meint:

Devisenspekulationen sind daher nur auf der Grundlage von Stimmungen erfolgreich möglich. Daher wenden Sie vor allem charttechnische Signale an.

Bevorzugen Sie die Meinung und Stimmung von Experten, die sich an diesen Märkten seit Jahren auskennen.

Einfache Kommentare und Schlussfolgerungen wie von Seiten großer Medien liegen derzeit weit daneben. Gewinner und Verlierer der Euro-Spekulation nach dem Irland-Desaster waren demnach genau die falschen.

18. Juli 2011

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Von: Janne Joerg Kipp. Über den Autor

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