Devisenmarkt-Umsatz – Anteile der jeweiligen Währungen

Die erneut aufflammende Schuldenkrise in Europa verschafft dem US Dollar eine kleine Verschnaufpause. (Foto: phongphan / Shutterstock.com)

Doch die meisten Devisenexperten gehen davon aus, dass der Dollar über kurz oder lang seine Talfahrt gegenüber den wichtigsten anderen Währungen – vor allem Euro, Yen und britisches Pfund – fortsetzen wird.

Seit Monaten wird unter Ökonomen darüber diskutiert – und auch offen daran gezweifelt – dass der Dollar seine Rolle als Weltleitwährung verteidigen kann. Weltbank-Präsident Robert Zoellick hat die Rückkehr zu einem modifizierten Goldstandard ins Spiel gebracht.

Wie sieht die Devisenmarkt-Zukunft aus?

Chinas Zentralbankchef Zhou Xiaochuan schlug eine neue Leitwährung unter Kontrolle des Internationalen Währungsfonds vor. Der “World Economic and Social Survey 2010” der Vereinten Nationen bezweifelte im Juni offen, ob der Greenback seiner Rolle als Leitwährung noch gerecht wird.

An den internationalen Devisenmärkten, wo Hedgefonds die Notenbanken als größten Marktteilnehmer abgelöst haben, ist von einer Wachablösung des Dollars freilich noch lange nichts zu spüren.

Dollar-Devisenumsätze haben nachgelassen

Der Anteil des Dollars (USD) an den weltweiten Devisenumsätzen hat laut der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich von seinem Hoch bei 90% – erreicht im Jahr 2001 – leicht auf inzwischen 85% abgenommen.

Am meisten Konkurrenz macht ihm der Euro (EUR), der zuletzt auf einen Umsatzanteil von 39% an den Devisenmärkten kam, gefolgt vom japanischen Yen (JPY) mit 19% und dem Pfund Sterling (GBP) mit 13%. Doch es fehlen schlicht die Alternativen zum Dollar, was auch der jüngste Einbruch des Euro und die am Fortbestehen der EU geäußerten Zweifel zeigen.

Zur Grafik:

Hinweis: In der folgenden Grafik addieren sich die Anteile der vier wichtigsten Währungen auf über 100%. Das liegt daran, dass zu einem Wechselkursgeschäft immer zwei Währungen gehören, was die Berücksichtigung aller Wechselkurs-Deals auf eine Summe von 200% bringt.

Wie funktioniert der Devisenhandel?

Beim Handel mit Devisen wird auf die Veränderung des Wechselkurses zweier Währungen spekuliert. Es gibt immer 2 Währungen, die an einer Transaktion beteiligt sind, beispielsweise EUR/USD. Angenommen wir kaufen den Euro, so verkaufen wir gleichzeitig den US-Dollar.

Es ist ein Wechselgeschäft

Wir gehen davon aus, dass der Euro an Stärke gewinnt und der Dollar als Folge abwertet. So müssen für einen Euro mehr Dollar bezahlt werden.In unserem Beispiel ist der Euro die Basiswährung und der US-Dollar die variable Währung. Der Devisenhandel ist im Prinzip somit lediglich ein Wechselgeschäft.

Das sind die Risiken von Termingeschäften auf WährungenBeim Termingeschäft auf eine Währung können hohe Hebel ernorme Gewinne bringen. Vorsicht ist bei Derivaten mit Nachschusspflichten geboten. › mehr lesen

Man tauscht den Euro gegen den US-Dollar in einem bestimmten Verhältnis, dem Wechselkurs, und erhält einen bestimmten Betrag. Beträgt der Wechselkurs des Euro gegenüber dem Dollar 1,30, so ist der Euro 1,30 Dollar wert.

Somit ergibt sich folgendes Bild:

1 Euro = 1,3000 Dollar

1 US-Dollar = 0,7692 Euro

Üblicherweise werden die Quotierungen von Wechselkursen in so vielen Dezimalstellen angegeben, wie es die Anzahl der Nachkommastellen der beiden Währungen addiert ergibt. Daher werden Währungen gewöhnlich mit 4 Nachkommastellen angegeben.

Die Ausnahme stellt hier der Japanische Yen dar, der über keine Untereinheit verfügt. Daher werden Kurse mit dieser Währung nur mit 2 Nachkommastellen berechnet, zum Beispiel USD/JPY 120,57 Yen.

Der Pip im Devisenmarkt

Die kleinstmögliche Bewegung, die ein Wechselkurs vollziehen kann, wird Pip genannt. Je nach der Anzahl der Nachkommastellen unterscheidet sich das von Devisenpaar zu Devisenpaar.

Beim USD/JPY würde das eine Bewegung von 0,01 darstellen, während es im EUR/USD 0,0001 wären. Ein Anstieg von 1,3000 auf 1,3350 entspräche 50 Pips. Ein Pip hat bei diesem Währungspaar einen Gegenwert von 10 Dollar. Sie hätten bei diesem Trade somit 500 Dollar verdient.

Sie sehen, die Bewegung im Devisenpaar muss nicht groß sein, um einen bedeutenden Profit einfahren zu können.


© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.