Diabetes und Krebsbekämpfung: Das sind die Gewinner-Aktien

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Bei der Diabetes-Behandlung führt kein Weg an Novo Nordisk vorbei. Johnson & Johnson dagegen spielt seine Stärken in der Krebsbekämpfung aus. (Foto: Casimiro PT / shutterstock.com)

Novo Nordisk lag mit seinen Ergebnissen für das 1. Quartal im Rahmen der Markterwartungen.

Der Umsatz ging zwar aufgrund negativer Wechselkurseffekte um 5,3% zurück, der Gewinn stieg aber dank eines deutlich besseren Finanzergebnisses um 8,4%. Beide Sparten haben schlechter abgeschnitten. Wichtige Produkte wie Tresiba und Victoza gegen Diabetes sowie Saxenda gegen Adipositas konnten aber mit hohen Zuwächsen überzeugen. Regional enttäuschte erneut das wichtige US-Geschäft. Der anhaltend hohe Preisdruck führte zu einem Umsatzrückgang von 11% auf 12,9 Mrd. dkr. In den übrigen Märkten blieb der Umsatz stabil. Die Jahresprognose wurde etwas optimistischer formuliert als zu Jahresbeginn.

Novo Nordisk hat die Talsohle durchschritten

Der Umsatz werde nur noch um 1 bis 3% und das operative Ergebnis um 4 bis 7% zurückgehen. Unter Berücksichtigung eines erwarteten positiven Finanzergebnisses von 1,9 Mrd. dkr und einer Steuerquote von 21% errechnet sich ein Gewinn von gut 38 Mrd. dkr. Auch langfristig lässt sich mit Insulin viel Geld verdienen. Schätzungen der International Diabetes Federation zufolge wird die Zahl der Diabetiker bis 2045 um rund 50% auf 630 Mio. steigen. Allerdings drückt der Kampf um Marktanteile schon jetzt auf die Margen. Um sich dem Druck zu entziehen, braucht Novo Nordisk innovative Produkte mit einem Wettbewerbsvorteil.

Hoffnungsträger ist eine Variante des Wirkstoffs Semaglutide, die oral verabreicht wird und bereits gute Ergebnisse in der klinischen Testphase 3 geliefert hat. Bis zur Marktreife werden aber noch einige Jahre vergehen.

Unternehmensporträt

Der dänische Pharmakonzern Novo Nordisk ist der weltweit führende Hersteller von Insulin zur Diabetes-Behandlung und von Injektions-Systemen. Der globale Marktanteil bei Insulinpräparaten beträgt 32%. Weitere Kernbereiche sind Herstellung und Vertrieb von Wachstumshormonen, Oestrogen- und Gestagen-Präparaten sowie Gerinnungsfaktoren.

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Johnson & Johnson hatte einen überzeugenden Jahresstart

Positive Währungseffekte und die Actelion-Übernahme trieben den Umsatz um 12,6% nach oben. Der Gewinn pro Aktie ging dagegen aufgrund einiger Sondereffekte leicht zurück, übertraf aber auf bereinigter Basis mit 2,06 $ den Vorjahreswert um 12,6%. Der Konzern hat sowohl im Inland als auch im Ausland mehr umgesetzt. Das Auslandsgeschäft wuchs sogar um 19,9% auf 10,1 Mrd. $. Auch alle Sparten haben besser abgeschnitten.

Wachstumstreiber Nummer 1 war die Pharma-Sparte. Dort stieg der Umsatz um 19,4% auf 9,8 Mrd. $. Geholfen haben die starke Nachfrage nach Krebsmedikamenten, deren Umsätze um 45% auf 2,3 Mrd. $ nach oben sprangen, sowie die Actelion-Produkte, auf die 585 Mio. $ entfielen. Das Hauptmedikament Remicade gegen Rheuma gerät dagegen nach dem Patentverlust immer stärker unter Druck.

Krebsmedikamente sorgen für gutes Wachstum

Angesichts der guten Geschäfte mit den Krebsmedikamenten hat das Management die Umsatzprognose für das laufende Jahr leicht auf 81 bis 81,8 Mrd. $ angehoben. Der bereinigte Gewinn pro Aktie soll unverändert um 9,6 bis 12,3% auf 8,00 bis 8,20 $ steigen. Der tatsächliche Gewinn wird wegen etlicher Sondereffekte deutlich geringer ausfallen. Die Prognose berücksichtigt nicht einen möglichen Verkaufserlös. Die Beteiligungsgesellschaft Platinum Equity hat 2,1 Mrd. $ für die Tochter LifeScan (Umsatz 2017: 1,5 Mrd. $) geboten, die Blutzuckermessgeräte herstellt.

Langfristig hohes Wachstum versprechen die Bereiche Immunologie und Onkologie. Schon jetzt wachsen neue Medikamente wie Stelara, Xarelto, Imbruvica und Darzalex zweistellig.

Unternehmensporträt

Johnson & Johnson gehört zu den weltweit führenden Herstellern von Gesundheitsprodukten. Die Angebotspalette umfasst Medikamente, Hygiene- und Pflegeartikel sowie medizintechnische Instrumente. Bekannte Marken sind Penaten, bebe und o.b. Mit diversen Übernahmen hat sich Johnson & Johnson zudem ein Standbein im wachstumsstarken Biotechnologie-Sektor geschaffen. Die Produkte werden in mehr als 175 Ländern verkauft.


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Volker Gelfarth
Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und Strategisches Investieren.