Diageo: Ein britischer „Brexit“-Profiteur

Nach 2 sehr schwachen Börsentagen folgte heute eine erste Gegenbewegung: Der deutsche Leitindex DAX legte um knapp 2% zu und kletterte Richtung 9.500 Punkte.

Einige Investoren sind zu dem Ergebnis gekommen, dass die Kursabschläge nach dem „Brexit-Schock“ übertrieben waren.

Gestern habe ich Ihnen hier im „Schlussgong“ mit Reckitt Benckiser bereits ein britisches Unternehmen vorgestellt, in das Sie auch nach dem „Brexit“ noch ruhigen Gewissens investieren können.

Heute stelle ich Ihnen mit dem Spirituosen-Händler Diageo ein weiteres britisches Unternehmen vor, das auch nach dem „Brexit“ noch interessant für Sie ist.

Diageo wird voraussichtlich sogar einer der „Brexit“-Profiteure sein. Denn: Das Unternehmen ist weltweit tätig und erzielt einen Großteil seiner Umsätze in US-Dollar.

Daher wird die Diageo-Aktie für viele britische Investoren als eine Art sicherer Hafen gesehen.

Dafür spricht auch die Tatsache, dass eine französische Investmentbank nach dem „Brexit“-Votum das Kursziel für die Diageo-Aktie angehoben hat.

Diageo im Kurzportrait

Diageo ist globaler Marktführer für Spirituosen. Das Angebot von Diageo umfasst Spirituosen, Bier und Wein. Der Name „Diageo“ ist Ihnen vielleicht noch kein Begriff.

Dieser Name entstand erst 1997 im Zuge der Fusion von Guinness mit Grand Metropolitan und taucht (im Gegensatz zu den Top-Marken) in der Werbung praktisch nie auf.

Der Name Diageo ist relativ jung und unbekannt, dafür kennt aber wahrscheinlich jeder von Ihnen, der über 18 Jahre alt ist, mindestens eine Top-Marke aus dem britischen Getränke-Konzern:

Johnnie Walker (weltweit Nr. 1 im Bereich Scotch Whisky), J&B (Nr. 5 Scotch Whisky), Crown Royal (Nr. 1 Canadian Whisky), Bushmills (Nr. 3 Irish Whisky), Smirnoff (Nr. 1 Premium-Wodka), Captain Morgan (Nr. 2 Rum), Baileys (Nr. 1 Likör) oder Guinness (Nr. 1 Stout-Bier).

Insgesamt zählen 8 der weltweit 20 erfolgreichsten Spirituosen-Marken zum Diageo-Konzern. 33.000 Mitarbeiter in 80 Ländern sorgten dafür, dass im 1. Halbjahr des Geschäftsjahres 2015/2016 ein Umsatz von 8,26 Mrd. Britischen Pfund erreicht wurde.

Regelmäßige Dividenden-Steigerungen als Erfolgsrezept

Diageo gehört zu den europäischen Dividenden-Champions.

Angesichts der relativ kurzen Unternehmens-Geschichte (der Konzern ist in der heutigen Form erst 1997 entstanden), sind 17 Dividenden-Steigerungen in Serie (die 17. Steigerung erfolgt dieses Jahr) ein sehr beachtliches Ergebnis.

Diageo-Aktionäre, die vor 10 Jahren, im Jahr 2006, Aktien zum Preis von 906,50 Pence erwarben und im Kalenderjahr 2016 voraussichtlich insgesamt 58 Pence Dividende kassieren (Halbjahresdividende + Schlussdividende), können sich über 6,4% Dividenden-Rendite freuen.

Fazit: Die Diageo-Aktie ist bzw. bleibt nach dem „Brexit“ einen Blick wert. Wenn Sie auf der Suche nach einer konservativen Aktie mit regelmäßigen Dividenden-Steigerungen sind, werden Sie bei der Diageo-Aktie fündig.

28. Juni 2016

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Rolf Morrien. Über den Autor

Rolf Morrien ist nicht nur Chefredakteur von „Morriens Einsteiger-Depot“, dem „Depot-Optimierer“, von „Das Beste aus 4 Welten“ und von „Rolf Morriens Power Depot“, er ist auch einer der renommiertesten Börsenexperten Deutschlands.

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