Diageo – Gewinner mit Vorteil

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1997 aus einer Fusion von Grand Metropolitan und Guinness entstanden, verfügte Diageo zunächst noch über die beiden Sparten alkoholhaltige Getränke und Lebensmittel. Inzwischen liegt der Schwerpunkt ausschließlich auf den Getränkebereich. (Foto: chrisdorney / shutterstock.com)

Es ist still geworden um den Brexit, weil die Covid-19-Pandemie alles andere in den Hintergrund treten lässt. Viele Aktien in Großbritannien sind jetzt aber preiswert. Das trifft insbesondere auf Aktien von Unternehmen zu, denen der Brexit nicht schadet, sondern nutzt. Mit Diageo habe ich für Sie so einen Brexit-Gewinner mit Sondervorteil ausgemacht. Denn nur 11% des Umsatzes entfallen auf Großbritannien.

Zollfreier Zugang zu den wichtigsten Märkten

Weil die anderen 89% auf den Rest der Welt verteilt sind, bedeutet die Aufteilung auch, dass sich jeder Cent im Pfund-Dollar-Wechselkurs in einem höheren Gewinn niederschlägt. Im Gegensatz zu vielen Mitbewerbern besitzt Diageo noch einen riesigen Vorteil. Der Konzern genießt zollfreien Zugang zu den wichtigsten Märkten in den USA und Europa. Die Spirituosenbranche profitiert vom Freihandelsabkommen mit diesen Ländern. Geht es um Hochwertiges und Hochprozentiges, ist Diageo die erste Adresse.

Johnnie Walker und Guinness kennt jeder

1997 aus einer Fusion von Grand Metropolitan und Guinness entstanden, verfügte Diageo zunächst noch über die beiden Sparten alkoholhaltige Getränke und Lebensmittel. Inzwischen liegt der Schwerpunkt ausschließlich auf den Getränkebereich. Heute ist Diageo einer der weltweit führenden Anbieter von Spirituosen bekannter Marken wie Johnnie Walker, Guinness, Smirnoff, Baileys, Tanqueray Gin oder Captain Morgan.

Durststrecke bietet Einstiegschancen

Auch Diageo hat die Corona-Krise deutlich bei Verkauf und Gewinn zu spüren bekommen. Der Umsatz sank im Ende Juni abgelaufenen Geschäftsjahr um knapp 9% auf 11,8 Mrd. £. Ein Plus in Nordamerika wurde dabei von Rückgängen in den anderen Regionen mehr als zunichte gemacht. Vor Sonderposten ging das operative Ergebnis (EBIT) um 15% auf 3,5 Mrd. £ zurück. Weil der Konzern auf die Geschäfte in Indien, Nigeria, Äthiopien und Korea unter anderem wegen der Pandemie rund 1,3 Mrd. £ abschrieb, brach der Gewinn unterm Strich um 55% auf 1,4 Mrd. £ ein.

Wachstumsfantasie durch Schwellenländer

Um eine größere Vielfalt an den Kunden zu bringen, muss Diageo höhere Marketingkosten aufbringen. Vor allem für eine Absatzsteigerung im Rum-Markt und des US-Erfolgs-Wodkas Circ müssen die Briten mehr Werbung machen. Werbekampagnen kosten zwar erst einmal Geld, zahlen sich langfristig aber aus – insbesondere bei der jüngeren Kundschaft.

Noch deutlich schneller als in den Industrienationen wächst der Umsatz in den Schwellenländern, in den vergangenen Jahren im zweistelligen Prozentbereich. Ganz so schnell dürfte es jetzt nicht mehr gehen. Aber nach Corona bieten die Emerging Markets weiterhin große Wachstumschancen. Vor allem die Gewinnspannen steigen in Märkten wie Afrika, Lateinamerika und Asien deutlich schneller als in den Industrieländern.

Burggraben sichert Wettbewerbsvorteil

Der größte Schnapsbrenner der Welt überzeugt durch stetiges Wachstum, einer soliden Bilanz – und eine seit 20 Jahren immer steigende Dividende. Weltweit gibt es nicht viele Unternehmen, die das schaffen. Mit der Zwischendividende für das 2. Halbjahr steigt die Gesamtausschüttung trotz Covid-19 um 2% auf 69,88 Pence.

Konsumenten, die gerade bei einem alkoholischen Getränk auf den Geschmack gekommen sind, verhalten sich markentreu. In Verbindung mit der Größe und der starken Marktmacht trägt dies dazu bei, dass Diageo für Mitbewerber schwer angreifbar ist. Die Investorenlegende Warren Buffet spricht in diesem Zusammenhang gerne von einem „ Burggraben“.

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Ein hochprozentiger Brexit-GewinnerViele Aktien in Großbritannien sind jetzt preiswert. Das trifft insbesondere auf Aktien von Unternehmen zu, denen der Brexit nicht schadet, sondern im Gegenteil nutzt.  › mehr lesen


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Volker Gelfarth
Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und High Performance Depot.

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