Dialog Semiconductor Aktie: Wann geht’s wieder aufwärts?

Die Bilanz zum Halbjahr sorgt für gemischte Gefühle:

Zwar liegt Dialog Semiconductor weitgehend im Rahmen der eigenen Erwartungen, doch auch so manche grundlegenden Schwierigkeiten werden offensichtlich.

Das nach wie vor wichtigste Geschäfts-Segment mit einem Umsatz-Anteil von 75% bildet der Bereich Mobile Systems – darunter fallen beispielsweise Chips, die in Smartphones verbaut werden.

Über weite Strecken der vergangenen Jahre sorgte das für einen ordentlichen Wachstumsschub, v. a. durch den Siegeszug von Apples iPhone, in dem die Komponenten ebenfalls verbaut sind.

Sättigung am Smartphone-Markt belastet Dialog

Nun allerdings kämpfen der Smartphone-Markt im Allgemeinen und Apple im Speziellen seit einigen Monaten mit Sättigungs-Erscheinungen, die Absatzzahlen des iPhones entwickelten sich in den beiden vergangenen Quartalen jeweils rückläufig.

Das schlägt sich nun auch bei Dialog Semiconductor nieder: Allzu lang hatte das Management auf das Geschäft mit den Anbietern mobiler Endgeräte gesetzt, allzu sehr hatte man sich dabei auch auf Apple verlassen.

Die jetzige Schwäche trifft das Geschäft umso härter, als man bei Dialog gerade erst anfängt, die eigene Produkt-Palette stärker zu diversifizieren.

Immerhin: Erste Erfolge sind bereits zu erkennen. Besonders gut entwickelte sich zuletzt das Geschäft mit halbleiterbasierten Leistungs-Wandlern für Schnell-Ladegeräte, das eine Steigerung von 37% verzeichnete.

Der Anteil am Gesamtumsatz liegt allerdings erst bei rund 10%, sodass der Erfolg bislang nur minimal ins Gewicht fällt. Der Bereich soll künftig verstärkt und ausgebaut werden.

Trotz des Umsatz-Rückgangs will das Management des Konzerns weiterhin in neue Geschäftsbereiche investieren und so nachhaltige Wachstums-Perspektiven schaffen.

Zu diesem Zweck gibt es auch Kooperationen mit starken Unternehmen wie beispielsweise Bosch. Bis diese Anstrengungen aber Früchte tragen, die sich ernten lassen, werden wohl noch einige Quartale vergehen.

Umsatz-Prognose gekappt

Vorerst hat man sich daher einige Sparauflagen verordnet, was angesichts der jüngsten Umsatz-Warnung aus Perspektive der Investoren auch geboten scheint.

Nach der schwachen Entwicklung im 1. Halbjahr wurde die Umsatzprognose für 2016 kürzlich nach unten korrigiert:

Anstelle eines Rückgangs im hohen 1-stelligen Prozent-Bereich rechnet man nun mit einem um rund 15% niedrigeren Ergebnis im Vergleich zum starken Vorjahr.

Die im TecDax gelistete Dialog Aktie hat eine längere Abwärtsphase hinter sich, wurde zuletzt aber durch ein gezielt platziertes Aktienrückkauf-Programm gestützt.

Mehrfach hat eine Unterstützungs-Linie bei rund 25 € gehalten, Werte jenseits der 35 € wurden jedoch seit April nicht mehr erzielt. Auf Jahressicht hat das Papier mehr als 1/4 an Wert verloren.

Dennoch – oder gerade deshalb – sehen Analysten in der aktuellen Kursschwäche eine vergleichsweise günstige Einstiegs-Gelegenheit.

Mit großer Mehrheit empfehlen jüngste Studien die Aktie zum Kauf, die Kursziele liegen dabei überwiegend im Bereich zwischen 35 und 40 €, reichen vereinzelt aber auch bis 45 € (Merrill Lynch).

2016-08-10 Dialog

12. August 2016

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Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.

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