Dialog Semiconductor: Warnschuss für Anleger

Haben Sie das Gemetzel bei Dialog Semiconductor, einem der größten Werte im TecDAX, am Dienstag mitbekommen?

Die Aktie brach in der Spitze bis zu 36% ein und ging schließlich mit einem Minus von knapp 15% aus den Handel.

Auslöser war dieses Mal keine Attacke von Shortsellern, sondern die Studie eines kleinen Bankhauses …

Spekulationen um ein Ende der Zusammenarbeit mit Apple

Das Bankhaus Lampe hatte die Aktie von Dialog Semiconductor von „Hold“ auf „Sell“ abgestuft.

Als Begründung wurde die Sorge darüber genannt, dass der Halbleiter-Hersteller seinen wichtigsten Kunden Apple verlieren könnte.

Dies wurde damit begründet, dass es Hinweise darauf gebe, dass Apple eigene integrierte Schaltkreise für das Strom-Management (PMIC) entwickle und damit die Chips von Dialog zumindest teilweise ersetzen könnte.

Ab 2019 könnten die Eigenentwicklungen demnach in iPhones eingesetzt werden.

Andere Apple-Zulieferer-Aktie bricht um 70% ein

Erst vor Kurzem musste ein anderer Apple-Zulieferer erfahren, was passiert, wenn Apple als Großkunde von Bord geht:

Der Aktienkurs des britischen Halbleiter-Herstellers Imagination brach Anfang April um 70% ein, nachdem Apple das Ende der Zusammenarbeit verkündet hatte.

Dies hatten sicherlich einige Anleger vor Augen, als sie sich Hals über Kopf aus der Aktie von Dialog Semiconductor verabschiedeten und dabei beinahe jeden Preis für ihre Papiere akzeptierten.

Kurs-Abschlag fällt bei Dialog Semiconductor übertrieben aus

Die erste Reaktion auf die Spekulationen mit einem Kurs-Abschlag von in der Spitze 36% fiel aus meiner Sicht deutlich übertrieben aus.

Schließlich handelt es sich lediglich um Spekulationen, deren Eintritts-Wahrscheinlichkeit niemand genau beziffern kann.

Außerdem gibt es noch eine andere Erklärung dafür, dass Apple sein Know-how im Bereich integrierte Schaltkreise für das Strom-Management (PMIC) ausbauen möchte:

Apple kann damit die Beziehungen zu seinen Zulieferern optimieren. Dies haben auch die Anleger mittlerweile realisiert.

Daher konnte die Dialog-Aktie auch die Hälfte des zwischenzeitlichen Verlustes wieder aufholen.

Hohe Abhängigkeit von Apple ist ein Risiko

Um den restlichen Verlust wieder aufzuholen dürfte es hingegen erheblich länger dauern.

Denn selbst wenn an den Gerüchten letztendlich nichts dran ist, so steht ein Geschäftsrisiko von Dialog Semiconductor ab jetzt erheblich stärker im Fokus der Anleger als zuvor:

Es geht um die hohe Abhängigkeit von Apple und vom Erfolg von dessen iPhone – der Kursrutsch vom Dienstag war diesbezüglich ein Warnschuss.

Auch wenn die Chancen auf eine Fortsetzung des Aufwärtstrends der Aktie mittel- bis langfristig nicht schlecht sind, sollten Sie als Anleger dieses zusätzliche Risiko niemals außer Acht lassen.

Vom Chancen/Risiko-Verhältnis gibt es jedenfalls bessere Aktien in der Technologie-Branche als Dialog Semiconductor.

13. April 2017

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Sascha Mohaupt. Über den Autor

Chefanalyst Sascha Mohaupt ist der Experte für Innovationen und High-Tech. In dem wohl am schwierigsten zu durchschauenden Markt für Zukunftstechnologien gibt er konkrete Kaufempfehlungen. Als Chefredakteur des Innovation Investor teilt er exklusiv seine neuesten Empfehlungen und seine Leser investieren damit schon heute in die Welt von morgen.

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