Diamanten: Ein interessantes Investment nicht nur für die Reichen

Diamanten sind unvergänglich und mit ihnen können Sie überall auftauchen. Das zumindest verspricht die Werbung. Als Investment jedoch führen sie […] (Foto: everything possible / Shutterstock.com)

Diamanten sind unvergänglich und mit ihnen können Sie überall auftauchen. Das zumindest verspricht die Werbung.

Als Investment jedoch führen sie eher ein Schattendasein, zu Unrecht wie ich meine, denn Diamanten sind eine interessante Anlageklasse, wenn auch eine nur wenig bekannte.

Es gibt keine Futures auf Diamanten, ja lange Zeit gab es nicht einmal einen global gültigen Preisindex an dem man sich hätte orientieren können. Die Preise bestimmten die Händler selbst und so blieb der Markt für Investoren eher unübersichtlich und verschlossen.

Doch De Beers und Co. hatten ihre Rechnung ohne Martin Rapaport gemacht. Der Amerikaner kennt das Diamantengeschäft wie kaum ein anderer.

Als Diamantenspalter hat er in Antwerpen seine Karriere begonnen, stieg dann zum Diamantenhändler auf, wechselte nach New York und ärgerte die Branche 1978 gewaltig, indem er mit der Rapaport Diamantenpreisliste erstmals Licht in das Dunkel dieses glitzernden Geschäfts brachte.

Heute gilt der Rapaport Diamonds Trade Index als der wichtigste Preisindikator der Branche und Martin Rapaport als einer der Wortführer in diesem sonst eher etwas verschwiegenen Geschäftsbereich.

Für die kommenden Jahre erwartet Martin Rapaport gewichtige Veränderungen im Handel mit den kleinen Steinen. Schon in der ersten Hälfte 2008 zogen die Diamantenpreise deutlich an. Um 38% stieg allein der Rapaport Diamantenindex an, die Preise der größeren Steine legten sogar noch stärker zu.

Auslöser für diese Entwicklung war der explodierende Ölpreis. Er spülte viel Geld in die Kassen der Scheichs am Golf oder der reichen russischen Oligarchen. Doch die Ölbarone wussten teilweise gar nicht mehr wohin mit dem vielen Geld.

Also begannen sie alles aufzukaufen, was nur irgendwie werthaltig und wertbeständig erschien, erst das Gold und dann auch Diamanten.

Kurzfristig könnten die Preise etwas unter Druck kommen

Für erfahrene Brancheninsider, die bereits die Entwicklung in den 70er Jahren selbst miterlebt haben, kommt der Anstieg der Diamantenpreise nicht überraschend. Schon damals war es so, dass zunächst die Edelmetallpreise zu steigen begannen.

Die Diamantenpreise folgten in einem Abstand von rund zwei Jahren. So war es auch diesmal: Wieder hatte das Gold einen Vorlauf doch die gestiegene Inflationserwartung, die den Goldpreis antrieb, zeigte auch im Geschäft mit Diamanten Wirkung und ließ die Preise kräftig steigen.

Nun, da der Ölpreis wieder deutlich zurückgekommen ist, werden die Taschen der Ölbarone nicht mehr ganz so reichlich gefüllt wie noch zu Beginn dieses Jahres. Kurzfristig sollte das auch den Diamantenpreis von einem weiteren Anstieg abhalten.

Doch, dass dieser Zustand nicht von Dauer sein wird, davon ist Martin Rapaport überzeugt. Er verweist auf die Krise an den Finanzmärkten und die Gegenmaßnahmen der Notenbanken. Sie fluten die Märkte derzeit mit Geld. Noch wird es als Liquidität kurzfristig geparkt, doch das ist vor dem Hintergrund einer negativen Realverzinsung auf Dauer keine gute Lösung.

Man muss also kein großer Prophet sein um die Aussage zu wagen, dass sich die Anleger schon sehr bald wieder nach neuen, lukrativeren Anlagemöglichkeiten umsehen werden. Doch den Investoren mangelt es an echten Alternativen.

Deshalb dürften die Favoriten von gestern auch bald wieder zu den gesuchten Anlageformen von morgen avancieren. Ein neuerlicher Run auf die kleinen glitzernden Steine und in seiner Folge ein erneuter Anstieg der Diamantenpreise ist dann so sicher wie das Amen in der Kirche.

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Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.

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