Diamanten: Ein kleiner Markt mit großem Wachstum

Exklusive Rohstoffe gibt es viele. Die Edelmetalle gehören auf jeden Fall dazu. Doch noch wertvoller als Gold oder Platin sind ohne Frage Diamanten.

Und auch wenn die Edelmetallpreise zuletzt deutlich unter Druck waren, auch wegen einer niedrigeren Nachfrage, gilt das nicht für Diamanten.

Laut einer aktuellen Markteinschätzung der Beratungsfirma Bain & Company wird die weltweite Diamantennachfrage auf Sicht der nächsten Jahre wohl weiterhin um 6% pro Jahr wachsen.

Damit ergibt sich laut der Studie ein Wachstumspotenzial für den Diamantenmarkt von rund 60% auf Sicht der nächsten zehn Jahre.

Das liegt auch daran, dass der Markt sehr klein ist und die Exploration neuer Vorkommen sehr aufwändig. Ich erinnere mich noch gut an einen Besuch in Südafrika vor einigen Jahren, wo ich die Chance hatte in der Diamantenhauptstadt Kimberley eine Mine zu besuchen.

Dort wurden auch Vorkommen unter Tage erschlossen. Doch ein weiterer Weg zur Generierung vornehmlich kleinerer Diamanten war die Ausbeutung von Abraumhalden.

Das lohnt sich noch immer, da diese Halden oft über Jahrzehnte aufgebaut worden waren und damals eben noch andere Methoden bei der Aufbereitung benutzt wurden.

Die Faszination der Diamanten konnte ich mich auch nicht entziehen – vor allem, als ich sogar bei der Selektion der Rohdiamanten mit dabei sein durfte.

Mir gelang es sogar den größten Stein mit über 8 Karat zu selektieren. Das war ganz sicherlich ein ganz besonderes Erlebnis.

Doch von dieser kleinen Mine in Südafrika bis zur Schmuckverarbeitung der großen Steine ist es ein langer Weg – der eben oft über Antwerpen führt.

Sollten Sie mal diese belgische Hafenstadt besuchen, kann ich Ihnen nur einen Besuch des Diamantenmuseums empfehlen. Dort bekommen Sie einen tollen Überblick über diese strahlende Branche.

USA bleibt vorerst der wichtigste Absatzmarkt – China und Indien holen aber mächtig auf

Und bei den Wachstumsaussichten sollten auch die großen Unternehmen in der Branche weiter hohe Gewinne einfahren. Und das Hauptgeschäft läuft noch immer in den USA – der klaren Nummer eins.

Der dortige Umsatz ist drei Mal so hoch in China, der aktuellen Nummer zwei bei den Diamanten. Auf dem dritten Platz folgt Indien.

Und in diesen Ländern erwarten die Experten von Bain & Company in den kommenden Jahren auch das größte Wachstum. In China sind im vergangenen Jahr schon 9 Mrd. Dollar mit Diamanten umgesetzt worden.

In den USA hingegen hat der Umsatz etwas nachgelassen. Das liegt vor allem an der jüngeren Bevölkerung: Traditionell ist in den USA der Verlobungsring ein klassischer Ring mit einem Brillanten.

Doch mittlerweile haben auch andere Luxusgüter und auch sogar hochwertige Produkte der Unterhaltungselektronik hier dem klassischen Schmuck etwas den Rang abgelaufen.

Doch dieser leichte Rückgang wird vom Wachstum in China und auch in Indien mehr als kompensiert. Stellen Sie sich vor: Allein in Indien existieren mehr als 300.000 Juweliere. Das sind sieben Mal mehr als in den USA.

Hier hat die Branche noch viel Wachstum vor sich. Welche Firmen gut positioniert sind und auf was Sie beim Kauf von Diamanten achten müssen, erfahren Sie in einer weiteren Ausgabe zum Thema Diamanten in den nächsten Tagen.

3. September 2013

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Heiko Böhmer. Über den Autor

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