Die 2 wichtigsten Fragen zum aktuellen DAX

Wie lange fällt der DAX noch und wann kann ich endlich wieder einsteigen, damit ich die Jahresendrallye mitnehme? Wir geben Antworten auf die beiden großen Fragen. (Foto: gopixa / Shutterstock.com)

Ja, die Börse wird wieder spannend. Das liegt besonders am DAX, der scheinbar ohne Fallschirm aus dem Flugzeug gesprungen bist. Rasant geht es hier seit mehreren Tagen bergab. Wann ist der freie Fall beendet und wann gibt es Kaufgelegenheiten?

DAX im Chartcheck

Das Grauen in Farbe: Der DAX durchbricht den 12.000er Widerstand. Das hatte ich Ihnen schon angekündigt. In der Vergangenheit war es dem Markt egal, ob hier eine (ehemals) wichtige psychologische Marke lag. Gestern sind die Kurse vorbörslich von unten an die 12.000 herangelaufen und haben tagsüber dann den Durchbruch nach unten noch einmal bestätigt. Heute – und vielleicht auch noch nächste Woche – zielen wir auf die blaue Trendlinie im Chart.

Diese würde der DAX bei rund 11.850 Punkten treffen. Da die Linie aber schon mehrere Jahre aktiv ist, überschätzen wir die Präzision nicht. Der DAX kann also dort plus oder minus 50 Punkte auf Gegenwehr treffen. Heute wurden bereits 11.887 Punkte erreicht.

Wie weit fällt der DAX noch?

Das ist die erste Frage, die sich die Marktteilnehmer stellen. Sieben rote Tageskerzen in Folge sind selbst für den DAX eine Seltenheit. 700 Punkte haben wir in der Zeit schon verloren. Doch warum sollte es plötzlich aufhören? Es spricht leider eher mehr für fallende Kurse. Denn selbst die US-Märkte lassen aktuell vor der nächsten Zinserhöhung etwas Luft ab. Dann wird der DAX schon erst recht keine Rallye starten.

Mögliches Ziel 1: Der DAX fällt bis in den oben genannten Bereich der Aufwärtstrendlinie und wird dort von den Bullen aufgefangen. Das ist aber nur eine der möglichen Wahrheiten. Es kann auch sehr gut sein, dass viele Marktteilnehmer dort ihre Shorts verkaufen. Das werde ich auch machen. Alleine dadurch kann der DAX dann wieder ein wenig nach oben steigen. Doch bleibt es dann fraglich, wie es danach weitergeht. Bis dahin müssten sämtliche Krisen in puncto Strafzölle abgehandelt sein – und das ist eher unwahrscheinlich.

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Es wird also an dieser Stelle vermutlich einen kleineren Rebound geben, aber ob dieser nachhaltig ist und die Kurse dort wieder steigen, müssen wir einfach abwarten.

Mögliches Ziel 2: Wir machen ein neues Jahrestief – notieren also kurzzeitig unter 11,695 Punkten. Dann können hier ein paar Stops abgeräumt werden und danach geht es schnell wieder herauf. Viel tiefer als 11.500 wird es vermutlich erst einmal nicht gehen. Dort befinden sich riesige Optionenbarrieren. Das liegt am großen Verfallstag übernächste Woche am 21. September. Bis dahin kann es noch weiter nach unten gehen und direkt vor dem Verfallstag dann wieder nach oben oder seitwärts.

Sollte die Marke von 11.500 Punkten fallen, wird es wirklich düster im DAX. Das übergeordnete Bild ist aktuell natürlich noch negativ. Solange wir keine Stärke der Bullen sehen, wird der DAX weiter fallen. Entscheidend ist, wann hier der Anker geworfen und der freie Fall beendet wird.

Wann kann ich in die Jahresendrallye einsteigen?

Wenn Sie neutral positioniert sind, freuen Sie sich sicherlich über den aktuellen Abverkauf. Viele Anleger sehen nicht nur die rote Kerzen, sondern vielmehr die damit verbundenen Chancen auf einen guten Einstieg für die Jahresendrallye. Doch greifen Sie jetzt noch nicht ins fallende Messer! Es gibt noch keine Signale für eine Trendumkehr.

Klar, es könnte sein, dass wir jetzt innerhalb der nächsten 100 Punkte abwärts wieder nach oben drehen. Doch das ist reine Theorie. Der Chart muss das erst noch bestätigen. Lassen Sie lieber 100 oder sogar mehr Punkte liegen und steigen Sie erst dann ein, wenn sich ein Boden wirklich auch gebildet hat.

Da kommt auch wieder der zeitliche Aspekt ins Spiel. Der große Verfall am 21. September kann davor für einen Rebound gut sein. Aber erst danach gilt es ein Fazit zu ziehen. Wer sogar noch mehr Geduld hat, kann noch die Aussagen zum Zinsentscheid der FED eine Woche später abwarten, bevor er wieder einsteigt.


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Von: Michael Berkholz. Über den Autor

Michael Berkholz entdeckte vor einigen Jahren seine Leidenschaft fürs Trading und gibt sein Wissen heute mit großer Leidenschaft an seine Leser weiter.