Die Abschaffung des Bargelds wird eingeleitet

Zahlungs-Dienstleister wie VISA, MasterCard und PayPal profitieren von der zunehmenden Skepsis gegenüber Bargeld.

Zum einen gilt Bargeld als relativ ineffizientes und teures Zahlungsmittel, da Fragen der Lagerhaltung des Transports und der Sicherheit zu relativ hohen Kosten führen.

Zum anderen gelten große Bargeld-Transaktionen als Keimzelle krimineller Geschäfte, da diese viel schwerer kontrolliert werden können als der elektronische Zahlungsverkehr.

Andererseits verkörpert Bargeld ein Freiheitsrecht und sichert eine gewisse Unabhängigkeit, auch gegenüber staatlicher Willkür.

In Zeiten von Negativzinsen wächst jedoch das Interesse der Regierungen an einer stärkeren Kontrolle des Zahlungsverkehrs und der Geldhaltung.

Eine vollkommen elektronische Abwicklung aller Geld-Transaktionen würde der Besteuerung und Kontrolle des Wirtschaftslebens völlig neue Möglichkeiten eröffnen.

In Indien wurden in einem bemerkenswerten „Experiment“ alle größeren Banknoten über Nacht verboten.

Dabei werden in der zweitgrößten asiatischen Volkswirtschaft noch rund 95% aller Einkäufe mit Bargeld abgewickelt.

Durch eine stark ausgeprägte Korruption und Schattenwirtschaft gingen dem Staat jährlich Milliarden an Steuer-Einnahmen verloren.

Jetzt sollen mehr Transaktionen elektronisch abgewickelt werden. MasterCard investiert bereits kräftig in den Ausbau des Geschäfts in Indien.

Die Rückkehr der Zinsen

In den USA wird die Zinswende bereits vorsichtig eingeleitet: Die Federal Reserve (Fed) hat begonnen die Raten langsam wieder zu erhöhen.

Allerdings ist der Leitzins immer noch weit von einer Normalisierung entfernt; im historischen Vergleich befinden sich die Zinsen noch immer auf historischen Tiefstständen. Gleiches gilt auch in Europa.

Die EZB wird trotz guter Konjunkturdaten kaum an der Zinsschraube drehen, solange die wichtigen Wahlen in den Kernländern der Euro-Zone in den Niederlanden, Frankreich und Deutschland nicht vorüber sind.

Das billige Geld soll die Wirtschaft antreiben und so populistischen Parteien das Wasser abgraben.

Ob diese Strategie funktioniert, wird sich in den kommenden Monaten zeigen. Die Finanz-Dienstleister würden von einer Normalisierung des Zinsniveaus profitieren.

Börsenboom und Deregulierungs-Fantasien dank Donald Trump

In den USA sorgte die Wahl von Donald Trump zum neuen Präsidenten nicht nur für Entsetzen beim Bildungsbürgertum, sondern auch für einen Börsenboom.

Der Milliardär hat Infrastruktur-Maßnahmen und eine Deregulierung der Finanzmärkte angekündigt.

Wenn die Reformen wirklich umgesetzt werden, dürfte sich das positiv auf die Geschäfte der Investment-Banken Morgan Stanley und Goldman Sachs auswirken.

Es ist davon auszugehen, dass zumindest Goldman Sachs einen gewissen Einfluss auf die Gesetzes-Entwürfe haben wird.

Schließlich sind 4 gut vernetzte ehemalige Mitarbeiter der Bank in Donald Trumps einflussreichen Beraterstab berufen worden.

Megafusion wohl endgültig gescheitert

Bis zuletzt hielt die Deutsche Börse an den Fusions-Plänen mit der London Stock Exchange (LSE) fest und ließ sich durch die Einwände der Aufseher nicht stoppen.

Zuletzt haben die Briten jedoch die Notbremse gezogen und einem von den Kartellbehörden angeordneten Verkauf einer italienischen Tochtergesellschaft widersprochen.

Damit ist die Börsenfusion jetzt wohl auch im 3. Anlauf endgültig gescheitert.

24. April 2017

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Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und Strategisches Investieren.

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