Die Aktie für den Shopping-Rausch

Immobilien sind der Deutschen liebste Anlageklasse.

Oftmals wundert man sich, wie überzeugt Sparer bei einer Wohnung in Vorstädten zugreifen und zugleich bei Aktien so skeptisch sind.

Doch die Entwicklung der Immobilien-Preise gibt Anlegern Recht. Eine besondere Nische sind Einkaufszentren.

Die neu gewonnene Shopping-Freude der Deutschen unterstützt diesen Trend zusätzlich.

Die Deutsche EuroShop AG (DES) ist Deutschlands einzige Aktiengesellschaft, die ausschließlich in ertragsstarke Shoppingcenter investiert.

Das Unternehmen ist zurzeit an 19 europäischen Shoppingcentern in Deutschland, Österreich, Polen und Ungarn beteiligt.

Immobilien-Vermögen gewinnt an Wert

Operativ lag die Deutsche EuroShop unter unseren Erwartungen. In den ersten 9 Monaten 2015 schwächte sich das Umsatz-Wachstum auf 1% ab. Auch flächenbereinigt stagnierten die Mieten auf Vorjahres-Höhe.

Im Kernmarkt Deutschland wurde ein leichtes Minus von 0,2% verbucht, während die Mieten im Ausland um 0,9% gesteigert wurden. Die Betriebskosten lagen etwas über den Erwartungen.

So war der operative Gewinn leicht rückläufig. Der Netto-Gewinn je Aktie konnte nur dank eines verbesserten Finanz-Ergebnisses um 6% auf 1,37 € gesteigert werden. DES hat die Prognosen daher leicht nach unten revidiert.

Für das Jahr 2016 wird ein Umsatz von 200 bis 204 Mio. € nach zuvor 203 bis 206 Mio. € in Aussicht gestellt. Das Ergebnis vor Steuern und Bewertungs-Änderungen wird bei 127 bis 130 Mio. € erwartet.

Gegenüber dem Planwert für 2015 von 126 bis 129 Mio. € entspricht dies einem in etwa gleichbleibenden Ergebnis.

Ungeachtet dessen soll die Dividenden-Zahlung in diesem Jahr planmäßig 1,35 € je Aktie betragen und somit höher als im Vorjahr ausfallen.

Im Gegensatz zu der verhaltenen, operativen Geschäftslage zeigt der Marktwert des Immobilien-Vermögens eine erfreuliche Entwicklung, was nicht zuletzt dem niedrigen Zinsniveau zu verdanken ist.

Allein für 2015 wird ein positiver Ergebnis-Beitrag aus Marktwert-Veränderungen in Höhe von 260 Mio. € vor Steuern (Vorjahr: 77,0 Mio. €) erwartet. Dies dürfte den Buchwert entsprechend ansteigen und die Aktie günstiger erscheinen lassen.

Solide, aber nicht mehr

Da das Unternehmen im Branchen-Vergleich hinter der Konkurrenz zurück bleibt, sind wir bei der Aktie vorsichtig.

Auch zahlt DES eine im Vergleich eher geringe Dividende. Natürlich ist eine Rendite von 3,5% ausreichend, doch ist bei der Konkurrenz mehr drin.

Für eine Überrendite im Branchen-Vergleich reicht es für DES daher nicht. Die Aktie dürfte sich entwickeln wie andere Immobilien-Titel auch. Der Titel ist solide, mehr aber auch nicht.

23. Februar 2016

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und Strategisches Investieren.

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