Die Aktie für Macher

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Baumärkte sind lukrativ. Hornbach hat einen guten Namen und bietet 3,3% Dividendenrendite. Wie wir den Wert sehen. (Foto: defotoberg/Shutterstock)

Selbst ist der Mann – oder die Frau! Baumärkte sind immer voll. Immer mehr Menschen legen bei kleineren Problemen oder Renovierungen selbst Hand an. Viele Arbeiten sind selbst durchzuführen und bei den langen Wartezeiten für Handwerker überlegt man sich zwei Mal, ob man das Gäste-WC einem Fachmann überlässt oder selbst tätig wird. Ist die Arbeit geschafft, ist der Stolz groß und der Geldbeutel in der Regel voller als wenn wir einen Handwerker beauftragt hätten. Doch sorgt dieser Trend auch dafür, dass Baumärkte wie Hornbach florieren? Lesen Sie unsere Analyse!

Umsatz pro Quadratmeter ist spitze!

Die Hornbach Holding ist die Dachgesellschaft für eine Reihe von Unternehmen, die in den Bereichen Bau- und Gartenmärkte sowie im Baustoffhandel tätig sind. Die mit Abstand wichtigste Beteiligungsgesellschaft ist die Hornbach- Baumarkt-AG, die 157 Märkte in 9 europäischen Ländern betreibt. Hornbach ist 2018 wieder deutlich gewachsen. Allerdings blieb die Gewinnentwicklung hinter den Erwartungen zurück.

Der Umsatz stieg um 5,3% auf 4,4 Mrd €. Dazu trugen sowohl die Bau- und Gartenmärkte als auch der Online-Handel bei. Das Online- Geschäft wächst mit zweistelligen Wachstumsraten. In einer engeren Verzahnung der Online- und Offline-Aktivitäten sieht Hornbach noch großes Potenzial. Bereits jetzt verbucht Hornbach mit 2.210 € Umsatz pro Quadratmeter den Spitzenwert unter Deutschlands Do-it-yourself-Baumärkten.

Warum wir noch zögern

Die Gewinnentwicklung ist jedoch nicht zufriedenstellend. Im 2. Halbjahr brach der Gewinn wegen hoher Sonderkosten regelrecht ein. Marktumbauten, Instandhaltungsmaßnahmen sowie die intensive Vorbereitung auf die Frühjahrssaison belasteten das Ergebnis. Unter dem Strich ging der Gewinn um 19,8% auf 65 Mio € zurück. Dazu trugen auch hohe Investitionen bei. Hornbach investierte 192 Mio € und damit rund ein Drittel mehr als im Vorjahr.

Zudem belasteten besondere Gelegenheiten wie Grundstückserwerbe und der Rückkauf von Märkten, die in der ursprünglichen Planung nicht enthalten waren. Für die kommenden Jahre verordnet sich Hornbach Sparsamkeit und eiserne Kostendisziplin. Entlassungen und Marktschließungen sind nicht geplant, doch soll bei Investitionen stärker auf den Kundennutzen geachtet werden. Der Fokus liegt auf sinnvollen Einzelprojekten.

2019 erwartet Hornbach ein einstelliges Umsatzwachstum. Der Gewinn soll überproportional ansteigen. Trotzdem halten wir die Aktie für eher durchschnittlich. Das liegt an hohen Kosten. Zwar ist Hornbach beim Umsatz konkurrenzfähig, doch reicht uns das nicht. Auch Sie sollten bei der Aktie eher an der Seitenlinie bleiben. Die Dividendenrendite von 3,3% ist aus unserer Sicht kein gewichtiges Argument für den Wert.

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Hornbach taumelt nach GewinnwarnungHornbach Holding deutlich unter den Erwartungen. Die Anleger reagieren enttäuscht und ziehen sich aus der Aktie zurück. › mehr lesen


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Volker Gelfarth
Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und Strategisches Investieren.

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