Die Aktie für mehr Durchblick

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Brillen sind ein einträgliches Geschäft. Filialen von Fielmann laufen besonders gut. Lesen Sie unsere Analyse! (Foto: J.Lekavicius / shutterstock.com)

Brille? Fielmann! Geben Sie es zu! Auch Sie haben diesen Spruch bereits verinnerlicht. Tatsächlich steuern viele Kunden ohne großes Nachdenken die Filialen von Fielmann an, wenn es um neue Sehhilfen geht. Warum? Die Preise sind konkurrenzlos gut und auch die Qualität macht einiges her. Wenn es mal Probleme gibt, kann man seine Brille in bester Innenstadtlage einstellen oder korrigieren lassen. Oft kostet das nicht einmal etwas und ist in wenigen Sekunden erledigt. Kein Wunder also, dass Fielmann so beliebt ist. Aber wie steht es um die Aktie? Wir haben für Sie die Analyse gemacht!

Die Mitarbeiter sitzen mit im Boot

Fielmann hat sich seit der Gründung des ersten Augenoptiker-Fachgeschäftes im Jahr 1972 und mit „Brillenmode zum Nulltarif“ (auf Rezept) zum europäischen Marktführer entwickelt. Zum Kerngeschäft gehören der Handel und die Herstellung von Sehhilfen aller Art und anderer optischer Produkte, insbesondere Brillenfassungen und -gläser, Sonnenbrillen, Kontaktlinsen, Zubehör und Accessoires.  2018 steigerte Fielmann den Umsatz um 3%, der Gewinn konnte nur um 0,4% wachsen. Im 1. Quartal 2019 konnte der Umsatz um 9% auf 379 Mio € gesteigert werden und der Gewinn um 10% auf 45 Mio €.

Auch wenn Fielmann langsam wächst, hat sich der Marktführer deutliche Vorteile erarbeitet, die kein Konkurrent aufholen kann. Der größte Vorteil von Fielmann liegt im Personal: Von den 19.379 Mitarbeitern sind 3.676 Auszubildende. Der Konzern hat eine enge Mitarbeiterbindung. 85% der Mitarbeiter sind als Aktionäre an ihrem Arbeitgeber beteiligt. Auch das Führungspersonal bildet der Konzern selbst aus: Die Fielmann-Akademie Schloss Plön hat jährlich mehr als 7.000 Schulungsteilnehmer.

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Hier brummt das Geschäft

Während ein traditioneller Augenoptiker im Schnitt weniger als 2 Brillen pro Tag verkauft, setzt eine Fielmann- Niederlassung am Tag mehr als 35 Brillen ab. Der Konzern ergreift die Chancen, die sich durch die Digitalisierung bieten und arbeitet mit zahlreichen Start-ups zusammen. Im November beteiligte sich Fielmann an dem Technologieunternehmen FittingBox. Mit 13 Patenten ist FittingBox weltweit führend im Bereich der 3D-Anprobe.

Brillen sind eins der wenigen Produkte, die Kunden nicht komplett online bestellen wollen. Fielmann setzt deshalb auf ein Omnichannel-Konzept, bei dem Kunden ein nahtloses Einkaufserlebnis mit Onlinekatalog und virtueller Anprobe und den klassischen Ladengeschäften geboten wird. Trotz Innovation und Expansion wächst Fielmann nur langsam. Wir sind daher neutral der Aktie gegenüber eingestellt. Die Dividendenrendite von 3% ist aber solide.


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Volker Gelfarth
Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und Strategisches Investieren.

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