Die Aktie für Selbermacher

Selbst ist der Mann – oder die Frau. Wer teure Rechnungen von Handwerkern scheut, der macht es einfach selbst.

Klassiker sind kleinere Klempner-Arbeiten oder das Setzen von Steckdosen und Lichtschaltern.

Noch viel ungefährlicher können sich Heimwerker im Garten austoben. Ein neuer Teich oder eine Gartenlaube? – Der Baumarkt bietet viele Lösungen.

Doch ob der Deutschen Leidenschaft für das Werkeln in und um die eigenen 4 Wände auch für Anleger lohnenswert ist, muss eine Analyse zeigen.

Wir nehmen die Aktie von Hornbach unter die Lupe.

Die Hornbach Holding ist die Dachgesellschaft für eine Reihe von Unternehmen, die in den Bereichen Bau- und Gartenmärkte sowie im Baustoff-Handel tätig sind.

Die mit Abstand wichtigste Beteiligungs-Gesellschaft ist die Hornbach-Baumarkt-AG, die 149 Märkte in 9 europäischen Ländern betreibt.

Hornbach kann Marktanteile gewinnen

Das 1. Halbjahr ist für Hornbach insgesamt erfreulich verlaufen: Der Umsatz stieg um 4% auf 2,05 Mrd. €. Das Wachstum erzielte die Baumarkt-Kette über die ganze Breite der europäischen Standorte.

In den meisten Ländern wuchs Hornbach schneller als die Baumarkt-Branche und baute seinen Marktanteil aus. Im operativen Teilkonzern Hornbach Baumarkt (DIY) nahm der Umsatz um 4,2% auf 1,93 Mrd. € zu.

In Deutschland verbesserten sich die flächenbereinigten Umsätze um 0,6%, nach einem Sprung von 8,9% im Vorjahres-Zeitraum.

Die flächenbereinigten Umsätze im übrigen Europa verzeichneten mit einem Anstieg von 2,3% eine größere Wachstums-Dynamik als im Inland. Der Auslands-Anteil am Umsatz lag bei 42,3%.

Hornbach profitiert von Konsum-Laune

Hornbach betreibt nach drei Baumarkt-Eröffnungen im laufenden Geschäftsjahr europaweit 149 DIY-Einzelhandels-Filialen, davon 99 in Deutschland.

Das operative Ergebnis erreichte mit 151 Mio. € annähernd den Vorjahreswert. So wurde die Ertrags-Delle des Auftakt-Quartals bereits nach 6 Monaten fast vollständig ausgebügelt.

Der Gewinn je Vorzugsaktie verbesserte sich von 4,94 € auf 5,25 €. Der Konzern profitiert davon, verstärkt das klassische stationäre Geschäft mit dem Online-Handel zu kombinieren.

Kaum ein anderes Unternehmen der deutschen DIY-Branche steckt mit einer solchen Konsequenz so viel Geld in die Verbindung von Old und New Economy.

Für 2015 strebt Hornbach ein Umsatz-Wachstum im mittleren 1-stelligen Prozent-Bereich sowie ein EBIT in etwa auf dem Niveau des Geschäftsjahres 2014 an. Wir erwarten eine durchschnittliche Entwicklung.

Zwar gewinnt das Unternehmen Marktanteile und wächst an bestimmten Standorten, doch profitiert Hornbach derzeit auch von der ausgeprägten Konsum-Laune. Dies kann sich jederzeit ändern. Anleger sollten daher nicht zu optimistisch sein.

20. Januar 2016

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und Strategisches Investieren.

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