Die Aktie für unruhige Zeiten

Wer es ruhig und sicher will, setzt auf Nahrungsmittel. Danone hat eine solide Marktstellung. Wie es um die Aktie steht, zeigt unsere Analyse. (Foto: 4kclips / shutterstock.com)

Gerade in schwierigen Börsenzeiten fokussieren sich Anleger gerne auf das Wesentliche: Essen und Trinken. Nur wenige Branchen sind solider als die Nahrungsmittelindustrie. Der Joghurt zum Frühstück oder zwischendurch, das Gläschen zum Abendessen oder das schnelle Gericht aus der Mikrowelle? Gegessen und getrunken wird immer.

Ein Konzern verdient fast immer mit. Die Rede ist von Danone. Danone ist nach Nestlé und Unilever der drittgrößte Nahrungsmittelproduzent Europas und weltweit die Nummer 1 bei Frischmilchprodukten sowie die Nummer 2 im Bereich Mineralwasser (Evian, Volvic). Randaktivitäten wie Saucen, Gewürze und die Gebäck-Sparte wurden verkauft. Dagegen wird das Geschäft mit Babynahrung ausgebaut.

China fliegt auf hochpreisige Produkte von Danone

Danone lag mit seinen Halbjahreszahlen im Rahmen der Erwartungen. Der Umsatz stieg um 2,4% und der Gewinn um 23,5%. Gebremst wurde das Wachstum von einem Boykott in Marokko. Dem Konzern wird vorgeworfen, seine Marktmacht zu missbrauchen und zu hohe Preise für Joghurt und Frischmilch zu verlangen. Zudem hat Danone den Streik der Lkw-Fahrer in Brasilien zu spüren bekommen. Gewinntreiber war der Erlös aus dem Verkauf von Anteilen am japanischen Milchproduzenten Yakult.

Die Milch macht‘sGünstig Rohstoffe einkaufen, relativ einfach veredeln und trotzdem vergleichsweise teuer verkaufen? Danone macht’s möglich. Lesen Sie mehr! › mehr lesen

Auf bereinigter Basis ist der Gewinn um 8,2% gestiegen. Wachstumstreiber war die Sparte EDP Noram, in der das nordamerikanische Geschäft mit Molkereiprodukten gebündelt ist. Der Umsatz wuchs dank der WhiteWave-Übernahme um 23,8% auf 2,44 Mrd €. Aber auch auf vergleichbarer Basis errechnete sich ein leichter Zuwachs. In den kommenden Quartalen dürfte das Geschäft an Dynamik gewinnen. In der Sparte Nutrition (Babynahrung) stieg der Umsatz um 5,6% auf 3,64 Mrd €. Vor allem in China sind die Produkte von Danone gefragt.

Steigende Geburtenraten und eine wachsende Mittelschicht werden auch in Zukunft den Absatz hochpreisiger Marken ankurbeln. In den Sparten Wasser und EDP International sind die Umsätze gesunken. Die hohen Temperaturen im Sommer sollten aber im Wassergeschäft einen Nachfrageschub auslösen. Im Gesamtjahr erwartet Danone einen zweistelligen Gewinnanstieg auf bereinigter Basis. Den tatsächlichen Gewinn schätzen wir auf 2,5 Mrd €. Denn steigende Verpackungs- und Materialkosten werden auf die Margen drücken.

Niedrige Bewertung und attraktive Dividende

Bei der Bewertung ist Danone historisch gesehen noch nicht zu teuer. Das könnte im aktuellen Umfeld ein weiteres Argument für den Konzern und seine Aktie sein. Zwar gerät auch Danone durch Billigmarken oder Boykottaufrufe unter Druck, doch stimmt das Geschäft unterm Strich. Vor allem China ist verrückt nach westlichen Produkten. Die Dividendenrendite von 2,8% ist ebenfalls ein gutes Argument! Schnappen Sie zu!


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Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und Strategisches Investieren.