Die Aktie mit dem Reisefieber

Der Reiseboom hält unverändert an.

Wenn die Deutschen auch viele Jahre eher gespart als konsumiert haben, so hat Deutschland das Geld ausgeben immerhin nicht verlernt.

Ob in Einkaufsstraßen oder am Flughafen: Immer mehr Menschen leben bewusst im hier und jetzt und nutzen die niedrigen Zinsen dazu, in Erlebnisse zu investieren.

TUI ist seit dem Zusammenschluss mit der britischen TUI Travel der weltgrößte Reisekonzern.

Mit seinen 622 Tochter-Gesellschaften ist TUI im klassischen Reiseveranstalter-Geschäft tätig, betreibt mehrere Hotelketten sowie die Robinson-Clubs. Zudem unterhält der Konzern eine Flotte von Kreuzfahrtschiffen.

Sparkurs zahlt sich aus

Der 2013 eingeleitete Sparkurs sowie die Fusion mit der britischen Tochter TUI Travel, die Synergien und Steuer-Einsparungen brachte, haben sich ausgezahlt.

Im abgelaufenen Geschäftsjahr hat TUI den Umsatz um 8% und das bereinigte Ergebnis vor Abschreibungen (EBITA) um 23% auf 1,07 Mrd. € gesteigert.

Unter dem Strich standen 340,4 Mio. €. Die Ergebnisse wären noch besser ausgefallen, hätte TUI nicht eine Abschreibung von 147 Mio. € auf den 12,3%-Anteil an Hapag-Lloyd vornehmen müssen.

TUI will Umsätze steigern

Der Börsengang verlief enttäuschend. Der Ausgabepreis musste von 29 auf 20 € gesenkt werden. Insgesamt aber lagen die Ergebnisse deutlich über den konzerneigenen Prognosen.

Ergebnistreiber waren innerhalb der Touristik- Sparte die Bereiche Hotels & Resorts, die Kreuzfahrten und die Region Nord, dank der wachsenden Zahl an Kunden aus Skandinavien und Großbritannien.

Die Jahreszahlen haben gezeigt: Die meisten Menschen wollen trotz der Terrorgefahren nicht auf ihren Urlaub verzichten. Das gilt auch für die Zukunft. Zwar werden Ägypten-Urlaube storniert, dafür aber andere Ziele gebucht.

V. a. mit der Erschließung weiterer ganzjähriger Reiseziele, u. a. in der Karibik, sowie mit Kreuzfahrten will TUI den Umsatz ankurbeln.

Besonders der Markt für Kreuzfahrten wächst immer noch kräftig. Entsprechend wird TUI seine Flotte bis 2019 um 4 Schiffe erweitern.

Geprüft wird dagegen der Verkauf der Tochter Hotelbeds, die Hotelbetten an Geschäftskunden vermittelt.

In diesem Jahr will TUI den Umsatz um mindestens 3% und das bereinigte EBITA um mindestens 10% steigern.

Bei TUI ist für jeden etwas dabei

Hinzu kommt bei TUI eine attraktive Dividende in Höhe von 3,4%. Wenn Rentabilität und Ausschüttungen zusammen kommen, kann man mit einer Aktie wenig falsch machen.

Zwar belastet die Terrorgefahr, doch haben sich die Deutschen bislang nicht einschüchtern lassen. Die Urlaubsziele sind außerdem so vielfältig, dass auch vorsichtige Urlauber auf ihre Kosten kommen.

26. Januar 2016

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Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und Strategisches Investieren.

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