Mattel: Die Aktie mit Spieltrieb

Kinder wollen spielen. Erwachsene können ihnen kaum einen Wunsch abschlagen – für Mattel-Anleger eine gute Konstellation, oder doch nicht!? (Foto: Monster Ztudio / shutterstock.com)

Egal, ob Sie Kinder oder Enkelkinder haben, diese Situation kennen Sie bestimmt:

Kaum macht ein neues Spielzeug im Kindergarten oder auch der Schule die Runde, wollen es die Kleinen haben.

Oft genug handelt es sich dabei nicht um pädagogisch-wertvolle Produkte aus Holz oder Anspruchsvolles wie einen Chemiebaukasten.

I. d. R. sind bei Kindern bunte Spielsachen aus Plastik beliebt, die oft sogar batteriebetrieben sind.

Was Reform-Pädagogen in den Wahnsinn treibt, lässt Anleger-Herzen höher schlagen.

Mattel gelangte mit Barbie, Hot Wheels und Matchbox an die Weltspitze

Denn ein Unternehmen, das mit buntem Plastik-Spielzeug in den letzten Jahren öfter einmal einen Hit gelandet hat, ist Mattel. Doch wie gut ist die Aktie wirklich?

Mattel wurde 1945 in einer Garagen-Werkstatt in Südkalifornien gegründet und firmierte bereits 1948 als Aktiengesellschaft. Heute ist die Firma der weltgrößte Spielwaren-Hersteller.

1959 erblickte Barbie das Licht der Welt und führte Mattel an die Spitze der Spielzeug-Branche. Diese Puppe begeistert auch heute noch Generationen von Mädchen.

Actionfiguren, Matchbox- Autos und „Hot-Wheels“ sprechen mehr die Jungen an.

Spielzeug von Mattel immer weniger beliebt

Mattel hat zu Jahresbeginn einen weiteren Geschäfts-Einbruch erlitten und ist tiefer als erwartet in die roten Zahlen gerutscht: Im 1.Quartal ging der Umsatz um 15% auf 735,6 Mio. $ zurück.

Besonders das Hauptgeschäft mit Spielzeugen für Mädchen und Jungen schwächelte: Der Umsatz mit Barbie-Puppen sank um 13%, mit Fisher Price um 9%.

Auch das enttäuschende Weihnachts-Geschäft wirkte noch nach: Der Quartalsv-Verlust wuchs um 57% auf 113,2 Mio. $.

Mattel steckt schon seit geraumer Zeit in der Krise. Bei Anlegern kamen die schwachen Zahlen nicht gut an; seit Jahresbeginn hat der Kurs um über 17% nachgegeben.

Nur die Dividende glänzt

Trotz des hohen Verlustes hat Mattel eine 1/4-jährliche Dividende in Höhe von 0,38 $ je Aktie ausbezahlt.

Die neue Konzernchefin Margo Georgiadis, die im Februar von Google gekommen war, kappte die Umsatz-Prognose für 2017.

Um gegenzusteuern, will Mattel künftig mehr elektronische und vernetzte Spielzeuge anbieten.

Nach 2 erfolgreichen Eröffnungen in Liverpool und Dubai im vergangenen Jahr präsentiert Mattel dieses Jahr ein neues interaktives Indoor-Spiel- und Spaßzentrum für Familien in Sevenum in Noord-Limburg.

Mattel Play! Sevenum ist die 1. Marken-Attraktion ihrer Art in den Niederlanden, Belgien und Luxemburg.

In den themenbasierten Erlebnis-Zonen werden beliebte Fernseh-Figuren und deren Welten zum Leben erweckt, wie z. B.:

  • Thomas und seine Freunde,
  • Bob der Baumeister,
  • Feuerwehrmann Sam
  • und Angelina Ballerina.

Die Eröffnung ist für den Herbst 2017 geplant.

Wir würden von der Aktie Abstand halten. Zwar ist die Dividendenrendite von rund 7% sehr verlockend, doch stimmt die Investment-Story bei Mattel einfach nicht.

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Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und Strategisches Investieren.