Die Aktie zum Weihnachtsgeschäft

Es muss nicht immer eine Dividende sein. Die Modekette Tom Tailor gab Dividenden-Spekulationen zuletzt eine Absage. Und wie reagierte die Börse? Die Kurse stiegen unmittelbar nach der Nachricht. Grund waren ambitionierte Expansionspläne. Jedes Jahr sollen 100 neue Geschäfte eröffnen. Langfristig soll die Zahl der Geschäfte von Tom Tailor auf 3.000 steigen – gemessen zu heutigen Zahlen wäre das eine Verdopplung. Eine solche Expansion kostet natürlich Geld. Daher auch die Absage an eine Dividende.

Tom Tailor ist für uns (noch lange) keine Option

Aktionäre haben für diesen Schritt offensichtlich vollstes Verständnis und lassen sich vom Unternehmen beschwichtigen. Bei Tom Tailor spricht man von Kurssteigerungen infolge der erfolgreichen Expansion. Anleger glauben daran und kaufen die Aktie. Dies ist um so bemerkenswerter, weil sich Tom Tailor mit vollmundigen Ankündigungen zum bevorstehenden Weihnachtsgeschäft zurückgehalten hat. Immerhin hält das Unternehmen an der Jahresprognose fest. Demnach soll das Ebitda zwischen 85 und 95 Mio € liegen, während der Umsatz im Bereich um 900 Mio € prognostiziert wird.

Noch immer leidet Tom Tailor unter Zinsbelastungen, die Übernahme der Modekette Bonita wiegt schwer. Auch deshalb können Anleger verstehen, dass eine Dividende bei Tom Tailor nicht sinnvoll ist. An der Börse fährt die Aktie seit einem Jahr Achterbahn und schwankt zwischen 15 und 18€. Zuletzt stabilisierte sich allerdings der Kurs.

Da das Unternehmen keine Dividenden ausschüttet und eine Gewinnbeteiligung auch in weiter Ferne liegt, kommt Tom Tailor für unser Dividenden-Depot nicht in Frage. Dennoch sollten Anleger die Aktie vormerken. Die Integration von Bonita ist so gut wie abgeschlossen und die Expansionspläne machen Hoffnung auf mehr. Gut möglich, dass das Unternehmen seinen Aktionären statt Dividendenzahlungen Kursgewinne bieten kann.

Wenn spekulative Werte zu Dividendentiteln werden

Durch eine Kapitalerhöhung stieg der Eigenkapitalanteil zuletzt weiter an und liegt jetzt im Bereich von 35%. Damit ist das Unternehmen wieder solider aufgestellt. Die zuletzt wieder ansteigenden Umsätze sprechen für eine Belebung des Geschäfts. Fehlen nur noch die Gewinne. Diese könnten nach der Integration von Bonita und der Expansion in weitere Innenstädte beginnen zu sprudeln.

Gelingt es Tom Tailor, alle Pläne umzusetzen, winkt langfristig auch wieder eine Dividende. Anleger, die spekulative Papiere ihrem Depot beimischen wollen, können sich Titel wie Tom Tailor näher ansehen und gegebenenfalls bereits eine kleine Position eröffnen. So bleibt das Risiko überschaubar und man hat für den Fall von Dividendenzahlungen bereits einen Fuß in der Tür. Durch einen niedrigen Einkaufspreis steigt dann auch die persönliche Dividendenrendite.

20. November 2013

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Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und Strategisches Investieren.

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