Die Aktien-Analyse: Ein Blick auf die Getränke-Aktien

Deutschland bleibt Europameister im Bierbrauen.

Mit einem Ausstoß von 95,6 Mio hl lagen die deutschen Brauer 2014 deutlich vor Russland, Großbritannien und Polen. Weltweit ist China mit einem Ausstoß von 492,1 Mio hl die Nummer 1. Es folgen die USA und Brasilien. Deutschland rangiert an vierter Stelle. 2015 dürften Absatz und Ausstoß in Deutschland wegen fehlender sportlicher Großereignisse wieder geschrumpft sein.

Schon in den ersten fünf Monaten ging der Absatz um 2% zurück. Alkoholfreie Biere liegen hierzulande aber im Trend. 2014 wuchs die Produktion um 4,1% auf 5,03 Mio hl. Seit 2010 ergibt sich sogar ein Zuwachs von über 50%. Vor allem alkoholfreie Pils- und Weizenbiere stehen in der Gunst der Konsumenten. Der Deutsche Brauerbund rechnet in den kommenden Jahren mit weiterem Wachstum.

InBev greift nach SABMiller

Angesichts des zurückgehenden Bierkonsums in den Industrieländern ist Wachstum nur noch durch Zukäufe möglich. Deshalb will InBev den Konkurrenten SABMiller für gut 100 Mrd € übernehmen. Der Plan macht Sinn.

Während die Belgier in Europa, den USA und Brasilien breit aufgestellt sind, ist SABMiller in den Schwellenländern Asiens und Afrikas, wo der Bierdurst immer größer wird, stark vertreten. Beide Konzerne sind sich einig, es fehlt aber noch die Zustimmung der Kartellbehörden. Sobald der Deal in trockenen Tüchern ist, werden wir die Beobachtung von SABMiller einstellen.

Beim Weinkonsum liegen die USA vorn

Auch das Geschäft mit Wein läuft in Deutschland nicht rund. Seit dem Jahr 2000 stagniert der Verbrauch bei 20 Mio hl. Allerdings sind die deutschen Konsumenten bereit, mehr Geld für Wein auszugeben. Deshalb wachsen bei Hawesko und Schloss Wachenheim die Gewinne auch stärker als die Umsätze.

In den meisten Ländern entwickelt sich der Weinmarkt aber positiv. Spitzenreiter sind die USA. Dort stieg der Verbrauch in den letzten 15 Jahren um 45% auf 30,7 Mio hl. Weltweit errechnet sich in diesem Zeitraum ein Anstieg von 6,2% auf 240 Mio hl. In den letzten drei Jahren ging es aber schon wieder leicht bergab.

Am Rande sei erwähnt, dass in keinem Land pro Kopf so viel Wein getrunken wird wie im Vatikan. Jeder Bewohner trinkt im Schnitt 74 Liter im Jahr. Mit großem Abstand folgen Luxemburg (56 Liter), Frankreich (46 Liter) und Italien (42 Liter).

Coca-Cola unter Dauerbeschuss

Bei alkoholfreien Erfrischungsgetränken lag der Pro-Kopf-Verbrauch 2014 in Deutschland bei 119,8 Litern. Das ist zwar gegenüber dem Vorjahr ein Rückgang von 4,5%. Anders als bei Bier ist der Verbrauch seit dem Jahr 2000 aber um 13,3% gestiegen. Während es bei Cola-Getränken in den letzten Jahren kontinuierlich nach unten ging, werden Fruchtsäfte immer beliebter.

Auch Mineralwässer sind gefragt. Seit 2009 errechnet sich ein Pro-Kopf-Anstieg von 8,8% auf 148,4 Liter. Diese Entwicklung dokumentiert das veränderte Gesundheitsbewusstsein der Konsumenten.

Entsprechend müssen Branchengrößen wie Coca-Cola und PepsiCo umdenken. PepsiCo ist mit der Diversifizierung seiner Produktpalette schon weiter als der Konkurrent aus Atlanta. Coca-Cola hingegen hat bis vor Kurzem versucht, die Kritik an seinen Produkten zu entkräften.

Jetzt wird dem Konzern vorgeworfen, er habe Forschungseinrichtungen mit Millionenbeträgen finanziert, damit diese wissenschaftlich belegen, dass die Ursache für Übergewicht nicht der Konsum von zu viel zuckerhaltiger Brause ist, sondern mangelnde Bewegung. Obendrein ist Coca-Cola mit einem diskriminierenden Werbespot in die Negativschlagzeilen geraten.

26. Januar 2016

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Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und Strategisches Investieren.

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