Die Aktien-Analyse: Mayr-Melnhof Top, Staples Flop

Mayr-Melnhof konnte sich in einem gesamtwirtschaftlich flachen und wettbewerbsintensiven Umfeld erfolgreich behaupten und das Geschäftsjahr 2015 mit einem Wachstum sowohl bei Umsatz als auch beim Ergebnis abschließen.

Trotz fehlender Impulse aus dem Privatkonsum gelang es, die Kapazitäten in hohem Maße auszulasten. Darüber hinaus führten Produktivitätssteigerungen in beiden Sparten sowie niedrigere spezifische Kosten bei Mayr-Melnhof Karton zu einer erfreulichen Ergebnisverbesserung. Der Umsatz stieg um 4,5% auf 2,2 Mrd €. Beide Geschäftsbereiche hatten daran maßgeblichen Anteil. Insgesamt produzierte die Karton-Sparte 1,7 Mio Tonnen Karton.

Dividende und Gewinn steigen

Marktanteile wurden verteidigt, da die Abgabepreise dank einer strikten Kostendisziplin stabil gehalten wurden. Steigenden Rohstoffpreisen bei Altpapier und Faserstoffen standen geringeren Energiepreisen sowie erfolgreich eingeleiteten Effizienzmaßnahmen gegenüber. Unterm Strich stieg der Gewinn um 8% auf 142 Mio €. Die Dividende wird auf insgesamt 2,80 € je Aktie angehoben – eine Erhöhung um 7,7%.

Mayr-Melnhof will weiter wachsen und ist deshalb im vergangenen Jahr durch die Übernahme des französischen Konkurrenten Ileos ins Geschäft für Pharma- und Luxusgüterverpackungen eingestiegen. Beides sind margenträchtige Geschäftsbereiche, die ausgebaut werden sollen. Erweiterungen bei Mayr-Melnhof Packaging werden 2016 insbesondere die Standorte in Iran, Polen und Vietnam betreffen.

Ziel von Mayr-Melnhof in 2016 ist es, sowohl durch Neugeschäft als auch durch kleinere Akquisitionen weiter zu wachsen.

Unternehmensporträt

Die Mayr-Melnhof Gruppe wurde vor mehr als 100 Jahren gegründet und ist der weltweit größte Hersteller von Recyclingkartons, Europas führender Produzent von Faltschachteln sowie ein bedeutender europäischer Verpackungshersteller für Zigaretten und Süßwaren. Die Leistungen von Mayr-Melnhof konzentrieren sich ausschließlich auf diese Kernbereiche, die in drei operativen Segmenten geführt werden.

Internet-Konkurenz macht Staples zu schaffen

Staples kann an die vergangenen Erfolge einfach nicht anknüpfen, zu stark ist die Konkurrenz aus dem Internet. Onlinehändler wie Amazon schnappen den klassischen Einzelhändlern immer mehr Kunden weg.

Wie von uns erwartet, hat Staples das Geschäftsjahr 2015 mit einem Umsatzrückgang um 6,4% auf rund 21 Mrd $ abgeschlossen. Im Schlussquartal hat sich der Rückgang sogar noch leicht beschleunigt. In Nordamerika fielen die Einnahmen in den Ladengeschäften um 8,7% und im internationalen Geschäft sogar um 16,3% – verantwortlich dafür war vor allem die Geschäftsflaute in Europa.

Unterm Strich sah es aber deutlich besser aus. Geringere Restrukturierungskosten und höhere Margen ließen den Gewinn von 135 auf 379 Mio $ steigen. Der Aktienkurs hat sich in jüngster Zeit zwar etwas erholt, notiert aber immer noch auf dem Niveau von 2002.

Staples belässt Dividende unverändert

Um die Aktionäre bei Laune zu halten, wird Staples unverändert eine Quartalsdividende von 12 Cent je Aktie ausschütten. Damit bezahlt der Konzern weiterhin 0,48 $ Dividende je Anteilsschein auf das Jahr gerechnet. Weil Staples immer mehr Kunden an Wal-Mart und Amazon verliert, hat der Büroartikelhändler 2015 weitere 73 Geschäfte in Nordamerika geschlossen. Die Übernahme von Office Depot wird voraussichtlich an kartellrechtlichen Bedenken scheitern.

Für 2016 rechnet der Vorstand mit einem leichten Umsatzrückgang auf rund 20,5 Mrd $ und einem Gewinn je Aktie zwischen 0,86 $ und 0,92 $. Staples muss dringend neue Umsatzquellen erschließen.

Unternehmensporträt

Staples vertreibt Büroausstattungen (Computer, Zubehör, Möbel, Verbrauchsmaterial) in 2.096 eigenen Geschäften und im Versandhandel. Die Unternehmensgruppe Staples Inc. ist in drei Segmente gegliedert: Verkauf Nordamerika (North America Retail), Versand Nordamerika (North America Delivery) und Staples International.

11. Mai 2016

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und Strategisches Investieren.

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