Die Aktien-Analyse stuft Lukoil hoch und nimmt Statoil neu auf

Insgesamt verlief das vergangene Jahr für Lukoil recht erfolgreich.

Denn trotz einer Abschreibung von 955 Mio $ konnte der Konzern den Gewinn um 15% steigern.

Lukoil musste Ölreserven in einer russischen Lagerstätte neu bewerten. Belastet haben auch höhere Förderkosten. Der Umsatz wuchs dagegen um 27,3%.

Die tägliche Öl- und Gasproduktion ging dagegen um 4,4% auf 2,14 Mio Barrel zurück, während die Förderkosten um 14,3% auf 4,71 $ pro Barrel nach oben schnellten. Letzteres beruhte hauptsächlich auf der Aufwertung des Rubel gegenüber dem US-Dollar.

Die langfristigen Aussichten sind gut

Denn die nachgewiesenen Öl- und Gasreserven sind mit 17,3 Mrd Barrel gewaltig und vergrößern sich ständig. Ende Februar hat Lukoil wieder eine Lizenz für ein Vorkommen in der ölreichen russischen Timan-Pechora Region ersteigert.

Und im Irak verfügt der Konzern mit West-Qurna-2 über eine der weltweit größten Lagerstätten.

Die Reserven werden auf 12,9 Mrd Barrel geschätzt. 2014 soll dort die Produktion starten und 2017 eine Fördermenge von 1,7 Mio Barrel täglich erreichen. Lukoil entwickelt West-Qurna-2 gemeinsam mit der norwegischen Statoil. Aber auch in anderen Regionen will Lukoil seine Position ausbauen.

Bis 2021 sollen 155 Mrd $ in die Öl- und Gasproduktion investiert werden, davon 13,9 Mrd $ im laufenden Jahr. Ziel ist es, die jährliche Produktion um mehr als die Hälfte auf 170 Mio Tonnen Öläquivalente zu erhöhen.

Angesichts der im Branchenvergleich immer noch günstigen Bewertung erhöhen wir das Timing auf 5 Sterne. Kursfantasie ergibt sich daneben aus den umfangreichen Investitionsvorhaben.

Unternehmensporträt:

Lukoil ist der größte russische Ölkonzern, der von der Ölförderung bis zum Tankstellennetz die gesamte Wertschöpfungskette abdeckt. Lukoil entstand 1991 aus drei der größten sibirischen Ölgesellschaften.

Lukoil ist in 60 russischen Regionen und 30 Ländern weltweit aktiv. An rund 6.508 Tankstellen in 27 Ländern werden die Produkte vertrieben.

Statoil neu in der Aktien-Analyse

Statoil hat hervorragende Jahreszahlen präsentiert, auch wenn Erträge aus dem Verkauf von Gasnetz-Anteilen und Ölsand-Projekten geholfen haben. Auf bereinigter Basis ergab sich immer noch ein Gewinnplus von 54%.

Selbst im 4. Quartal hat der Konzern anders als viele Konkurrenten Umsatz und Gewinn deutlich gesteigert. Die tägliche Öl- und Gasförderung stieg um 1,5% auf 1,97 Mio Barrel. Zudem erreichte Statoil eine Reserveersatzrate von 117%.

Die Förderung dürfte auch in Zukunft steigen, denn der Konzern hat in den vergangenen Monaten durch spektakuläre Funde auf sich aufmerksam gemacht, die satte Gewinne versprechen.

Für dieses Jahr hat Statoil ein Förderwachstum von 3% in Aussicht gestellt. Langfristig bis 2020 ist ein Anstieg auf über 2,5 Mio Barrel täglich geplant. Die Ziele sind realistisch.

Im Campus-Becken vor der Küste Brasiliens ist Statoil erneut auf Öl gestoßen. Auch in der Nordsee und im norwegischen Teil der Barentssee ist der Konzern fündig geworden. Die Reserven werden auf insgesamt mehr als 1,5 Mrd Barrel geschätzt.

Zudem steht Statoil vor einer vielversprechenden Kooperation mit der russischen Rosneft. Ziel ist es, die gewaltigen Vorkommen in der russischen Barentssee auszubeuten.

Letztlich hat Statoil mit dem Erwerb der US-Ölfirma Brigham einen wichtigen Coup gelandet, der den Zugang zu Ölschiefer-Vorkommen in den USA ermöglicht. Andererseits will Statoil wegen der politischen Risiken seinen 19%-Anteil am Ölfeld West-Qurna-2 im Irak an Lukoil verkaufen.

Strategie, Bewertung und Dividendenrendite überzeugen. Wir nehmen Statoil mit 4 Sternen in die Aktien-Analyse auf.

Unternehmensporträt:

Statoil ASA wurde 1972 gegründet und ist der größte Öl- und Gaskonzern in den nordischen Ländern. Statoil ist weltweit in 34 Ländern präsent. Die wichtigsten Fördergebiete befinden sich in Brasilien, der Nordsee und der Barentssee.

Der Konzern betreibt zudem rund 2.300 Tankstellen in Nord- und Osteuropa sowie 8 Raffinerien in Norwegen, Dänemark, Deutschland und Großbritannien.

25. April 2012

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und Strategisches Investieren.

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