Die Auf- und Absteiger an der Deutschen Börse

Wie in jedem Jahr Anfang September fand auch jetzt wieder der sogenannte ordentliche Anpassungstermin statt, an dem die Zusammensetzung der Indizes der Deutschen Börse überprüft und gegebenenfalls geändert wird.

Gestern gab die Deutsche Börse nach Handelsschluss in einer Pressemitteilung die aktuellen Veränderungen in ihren Aktienindizes mit Wirkung zum 22. September 2014 bekannt, die wie folgt aussehen.

Die aktuellen Auf- und Absteiger

Die Aktien der Deutsche Annington Immobilien SE und der Kion Group AG steigen aus dem SDax in den MDax auf. Dafür verlassen die Aktien der SGL Carbon SE und der Rational AG den MDax und werden dafür in den SDax aufgenommen.

Zudem werden die Aktien der Braas Monier Building Group SA und der Stabilus SA in den SDax aufgenommen. Die Aktien der Hawesko Holding AG und der Balda AG verlassen dafür den Index.

In den TecDax rückt die RIB Software AG auf und die PSI AG muss diesen dafür verlassen. Die Zusammensetzung des deutschen Leitindex DAX bleibt unverändert.

Nachdem ich Ihnen die anstehenden Änderungen der Indexzusammensetzung von DAX, SDax, MDax und TecDax vorgestellt habe, werden Sie sich vielleicht fragen, wie diese Änderungen zustande kommen. Daher will ich Ihnen jetzt erklären, wer über die Veränderungen entscheidet, wann dies geschieht und was die Kriterien dafür sind.

Das sind die Auf- und Abstiegskriterien

Grundsätzlich gibt es zwei Kriterien, die über den Auf- oder Abstieg im DAX entscheiden. Dabei handelt es sich um den Börsenumsatz (Wert der täglich gehandelten Aktien) und die Streubesitz-Marktkapitalisierung (Börsenwert des Unternehmens unter Berücksichtigung des Streubesitzes).

Daneben gibt es jeweils vier Regeln für einen Auf- und Abstieg. Diese möchte ich Ihnen jetzt vorstellen:

Fast-Entry:

Ein Unternehmen wird neu in den DAX aufgenommen, wenn es nach beiden Kriterien mindestens zu den 25 größten Unternehmen zählt. Aus dem DAX scheidet dann jener Wert aus, welcher in mindestens einem der beiden Kriterien einen Rang schlechter als 35 (falls ein solcher existiert) ist und die niedrigste Marktkapitalisierung aufweist.

Regular-Entry:

Ein Unternehmen wird neu in den DAX aufgenommen, wenn es nach beiden Kriterien mindestens zu den 30 größten Unternehmen zählt und sofern ein Indexwert existiert, der nach mindestens einem Kriterium nicht mehr zu den 35 größten Unternehmen zählt.

Fast-Exit:

Ein Unternehmen wird aus dem DAX genommen, wenn es nach einem der beiden Kriterien (Börsenumsatz oder Marktkapitalisierung) nicht mehr zu den 45 größten Unternehmen gehört, ein Nicht-Index-Wert aber bei der Marktkapitalisierung mindestens Rang 35 und beim Börsenumsatz mindestens Rang 45 erreicht.

Regular-Exit:

Ein Unternehmen wird aus dem DAX genommen, wenn es nach einem der beiden Kriterien nicht mehr zu den 40 größten Unternehmen gehört, ein Nicht-Index-Wert aber in beiden Kriterien mindestens Rang 35 erreicht.

Diese Termine entscheiden über den Auf- und Abstieg

Nur jeweils zum ordentlichen Anpassungstermin im September werden alle vier Regeln angewendet. Die Fast-Exit- und Fast-Entry-Regel werden dagegen auch an den außerordentlichen Anpassungsterminen im März, Juni und Dezember angewendet.

Außerordentliche Aktualisierungen werden außerdem zum Beispiel im Fall von Insolvenzen eines Unternehmens vorgenommen.

Zudem kann in Ausnahmefällen, wie zum Beispiel kurzfristig angekündigte Übernahmen oder signifikante Veränderung des Freefloat (Aktienstreubesitz), der Vorstand der Deutsche Börse AG in Abstimmung mit dem Arbeitskreis Aktienindizes von diesen Regeln abweichen.

Fazit: Die Index-Anpassungen sorgen u.a. dafür, dass erfolglose Unternehmen die großen Indizes verlassen müssen und aufstrebende Unternehmen nachrücken. Das ist einer der Gründe dafür, warum die Indizes langfristig immer steigen. Die „Bremsen“ werden entfernt.

4. September 2014

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Tobias Schöneich. Über den Autor

Tobias Schöneich, Jahrgang 1982, begeistert sich seit der Jahrtausendwende und somit seit den Zeiten des New-Economy Booms für das Thema Börse und alles unmittelbar damit Verbundene.

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