Die Bank mit der Inselbegabung

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Banken haben überall ihre Finger mit im Spiel. Doch rund läuft das Geschäft aktuell oft nur im Investmentbanking. Was bedeutet das für Anleger? (Foto: Yelo_Jura / shutterstock.com)

Haben Sie Angst vorm Brexit? Viele Marktbeobachter, die noch vor einigen Jahren wegen  des Brexit gejammert haben, sind inzwischen entspannt. Warum? Nach Donald Trump, Handelskrieg und Pandemie wird es uns alle nicht in den Ruin stürzen, wenn die Briten – wie eigentlich immer schon – bald ihr eigenes Süppchen kochen. Doch wenn man sich konkrete Unternehmen näher ansieht, behält der Brexit dann doch seinen Schrecken.

Lesen Sie, was wir von Barclays halten. Doch zunächst ein paar Eckdaten: Barclays ist ein globaler Finanzdienstleister mit den beiden Geschäftsfeldern Global Retail Banking (UK Retail, Europe/Africa, Absa, Barclaycard) sowie Corporate and Investment Banking & Wealth Management (Barclays Capital, Corporate, Wealth). Die Barclaycard ist im Kreditkartengeschäft mit über 22 Mio Kunden in UK und international eine bedeutende Marke. Das Unternehmen ist seit 1690 im Bankgeschäft tätig und in über 50 Ländern der Welt aktiv.

Schwache Zahlen bei Barclays

Großbritannien ist eines der am stärksten von der Corona-Pandemie betroffenen Länder Europas. Das bekommt auch Barclays zu spüren. Auf dem Heimatmarkt gab es starken Gegenwind. In den ersten 9 Monaten stiegen die Bruttoeinnahmen um 3% auf 16,8 Mrd £. Der Gewinn ging um 26,6% auf 1,3 Mrd £ zurück. Im 3. Quartal wurde das Ergebnis von Rückstellungen für faule Kredite in Höhe von 608 Mio£ belastet, nachdem im 1. Halbjahr bereits 3,7 Mrd £ in die Risikovorsorge gesteckt wurden.

Die Sorge vor platzenden Krediten hat zuletzt wieder etwas abgenommen. Dennoch rechnet Barclays nicht mit einer schnellen Erholung des Inlandsgeschäfts, da vor allem auch der chaotische Brexit Spuren in der britischen Wirtschaft hinterlassen wird. Vorsorglich hat Barclays die Kapitalbasis gestärkt. Das harte Eigenkapital CET 1 stieg auf 14,6% und liegt damit 300 Basispunkte über dem von der Aufsicht geforderten Wert.

Investmentbanking – und sonst?

Zugpferd der guten Entwicklung bleibt das Investment-Banking. Durch die Corona-Krise kaufen und verkaufen Anleger fleißig Wertpapiere. Deshalb stiegen die Handelserträge im 3. Quartal um 29%. In den ersten 9 Monaten beträgt das Plus sogar 52%. Insbesondere der Anleihenhandel präsentierte sich stark. Das ist auch kein Wunder, angesichts zahlreicher Neuemissionen von Unternehmen und Staaten. Zinseinnahmen sind hingegen aufgrund des Niedrigzinsumfeldes rückläufig. Da das aktuelle Ergebnis stark vom Investmentbanking beeinflusst wird und auch der Brexit noch immer für Unsicherheit sorgt, sollten Sie von der Aktie besser die Finger lassen.

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Volker Gelfarth
Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und High Performance Depot.

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