Die Bauwirtschaft boomt – ich nenne Ihnen meine beiden Top-Aktien

Trotz einiger Unwägbarkeiten sind die Aussichten in der Baubranche hervorragend. Die Forbo Holding und Geberit überzeugen mich besonders. (Foto: aphotostory / Shutterstock.com)

Die Forbo Holding hat sich in einem herausfordernden Marktumfeld gut behauptet und lag mit seinen Jahres-Ergebnissen im Rahmen unserer Erwartungen.

Der Konzern ist in beiden Sparten und allen Regionen gewachsen:

In der Sparte Bodenbeläge stieg der Umsatz um 3,4%, gleichzeitig verbesserte sich die operative Marge von 13,9 auf 15%.

Verantwortlich war die Geschäftsbelebung in den wichtigen Absatzmärkten USA und Frankreich.

Zudem sind immer mehr Kunden aus dem Privat-Sektor von den Produkten begeistert.

Die Sparte Transportbänder wuchs um 5,7% und erzielte wie im Vorjahr eine operative Marge von 12,3%. Der Kapazitäts-Ausbau in China verhinderte ein besseres Ergebnis.

Grundlage des Erfolgs

Forbo hat in die Entwicklung innovativer und hochwertiger Produkte den Ausbau der Vertriebs-Strukturen und Kapazitäten sowie in die Modernisierung der Produktions-Anlagen investiert und damit die Grundlage für eine Fortsetzung des Erfolgskurses geschaffen.

Allerdings erwartet das Management im laufenden Jahr noch keine wesentliche Veränderung der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen.

Entsprechend verhalten und wenig konkret wurde der Ausblick formuliert; Ziel ist es, Umsatz und Gewinn leicht zu steigern.

Die Bilanz ist nach wie vor kerngesund. Die Eigenkapitalquote stieg auf 62,8%, und die liquiden Mittel haben sich trotz der hohen Investitionen nahezu verdoppelt.

Forbo ist daher finanzstark genug, um weitere Aktien zurückzukaufen und Akquisitionen aus eigener Kraft zu stemmen.

Interessiert ist Forbo an mittelgroßen Unternehmen mit eigener Produktionsstätte in Asien oder den USA.

Unternehmens-Porträt

Forbo ist ein weltweit führender Hersteller von Bodenbelägen (Flooring Systems) für private und öffentliche Gebäude sowie Kunststoffbändern (Movement Systems) für Industrie-, Handels- und Dienstleistungs-Betriebe.

Im Bereich Linoleum hält Forbo einen Weltmarkt-Anteil von über 60%. Die Firma ist in 36 Ländern der Erde mit Vertriebs- und Produktions-Standorten vertreten.

Der Bauboom in Europa sowie das Keramik-Geschäft der Sanitec haben Geberit Rekord-Ergebnisse beschert

Der Umsatz stieg im vergangenen Jahr um 8,3% und der Gewinn um 29,8%. Alle Regionen und Sparten haben besser abgeschnitten.

Die operative Marge verbesserte sich von 19,2 auf 22,8%. Geholfen haben Synergien aus der Sanitec-Akquisition sowie niedrigere Rohmaterial-Preise.

Auch bilanziell hat Geberit Fortschritte gemacht: Die Nettoschulden sanken um 32% auf 461,2 Mio. SFr, und die Eigenkapitalquote erhöhte sich auf 45,4%.

Geberit geht auch im laufenden Jahr von einer positiven Entwicklung der Bauindustrie in den meisten Ländern Europas aus

In Italien, Großbritannien, China und den USA dürfte die Nachfrage aber eher stagnieren. Lediglich in den Golfstaaten bremst der niedrige Ölpreis die Bauaktivitäten.

Zudem wird der Konzern weitere Maßnahmen zur Sanitec-Integration umsetzen.

Insbesondere die Harmonisierung des Vertriebs und Prozess-Optimierungen bei der Keramik-Produktion sollen die Profitabilität verbessern.

Der Ausbau des Geschäfts mit dem Dusch-WC steht ebenfalls auf der Agenda. Konkrete Ergebnisziele blieb das Management aber schuldig.

Allerdings kündigte der Konzern ein neues Aktienrückkauf-Programm im Umfang von bis zu 450 Mio. SFr an, das im 2. Quartal starten und eine Laufzeit von max. 3 Jahren haben soll.

Die Zahlen und auch der Dividenden-Vorschlag von 10 SFr pro Aktie haben positiv überrascht.

Die Aktie ist zwar im Branchen-Vergleich immer noch hoch bewertet, die hohe Rentabilität und starke Marktposition rechtfertigen jedoch einen Aufschlag.

Unternehmens-Porträt

Geberit wurde 1874 gegründet und ist heute in Europa Marktführer in der Sanitärtechnik. Der Konzern ist in 41 Ländern vertreten.

Das Produktangebot umfasst Sanitär-Systeme wie Spülkästen, Armaturen und Apparate-Anschlüsse sowie Rohrleitungs-Systeme zur Haus-Entwässerung und -versorgung.

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Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und Strategisches Investieren.

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