Die beiden Rivalen adidas und Puma belastet die Corona-Pandemie schwer

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Fehlende sportliche Großveranstaltungen und ein zurückhaltender Konsum bremsen die Sportartikelbranche aus. (Foto: chrisdorney)

Nach gutem Start in das Jahr 2020 kam der Großteil der Geschäftstätigkeit bei adidas durch die Corona-Pandemie zum Erliegen. Dies hatte eine negative Auswirkung auf die Umsatzentwicklung zur Folge. Das starke Wachstum von 35% bei E-Commerce, dem in den meisten Teilen der Welt einzigen noch voll operativen Vertriebskanal, konnte den deutlichen Umsatzrückgang im stationären Groß- und Einzelhandel nicht kompensieren.

Vorrübergehende Schließung viele Geschäfte belastet die Bilanz von adidas

Der Umsatz verringerte sich im 1. Quartal um 19,2%. Diese Entwicklung spiegelt einen 20%igen Umsatzrückgang bei der Marke adidas sowie einen Rückgang um 12% bei Reebok wider. Aufgrund des starken Umsatzrückgangs seit Ende Januar in China sowie seit März in Japan und Südkorea ging der Umsatz in Asien-Pazifik um 45% zurück. Zwar wurden die Filialen in China und Südkorea im März wieder eröffnet, doch kam es aufgrund der schnellen globalen Ausbreitung von Covid-19 auch zu Geschäftsschließungen in den meisten anderen Teilen der Welt.

Der Rückgang der Bruttomarge um 4,2 Prozentpunkte auf 49,3% ist hauptsächlich auf eine ungünstige regionale Umsatzverteilung sowie Kosten in Zusammenhang mit der Stornierung von Bestellungen zur Anpassung eingehender Warenlieferungen zurückzuführen. Unterm Strich brach der Gewinn um 97% auf 20 Mio. € ein.

Angesichts der Unsicherheiten in Bezug auf die Dauer der Ladenschließungen, lässt sich die weitere Entwicklung der Corona-Pandemie und damit deren Auswirkungen auf das Geschäft nicht vorhersagen. Daher gibt adidas keinen Ausblick auf 2020.

Unternehmensporträt

adidas ist ein international tätiger Sportartikelhersteller und bietet mit seinen beiden Kernmarken adidas und Reebok weltweit über eigene Ladengeschäfte und den Einzelhandel Bekleidung, Schuhe, Sportausrüstung, Accessoires sowie Lizenzprodukte wie Uhren, Kosmetik und Brillen an. Der Konzern ist als bedeutender Ausstatter von berühmten Sportlern, Sportmannschaften und internationalen Sportveranstaltungen bekannt.

Zunächst konnte Puma gut ins Jahr 2020 starten, doch dann kam die Corona-Krise

Puma begann mit einem positiven Auftragsbestand für 2020 und mit einem starken und ausgewogenen Wachstum in allen Regionen. Doch mit dem Ausbruch der Corona-Pandemie kam – mit Ausnahme von E-Commerce – das Geschäft zum Erliegen. Ende März waren nahezu 80% der Einzelhandelsgeschäfte geschlossen. Dadurch ging der Umsatz im 1. Quartal um 1,5% zurück. China, Japan und Korea waren die am stärksten betroffenen Länder und trugen zu einem Rückgang des Umsatzes um 12% in der Region Asien/Pazifik bei.

Die Regionen EMEA und Amerika, die seit März 2020 von Umsatzrückgängen betroffen sind, zeigten noch eine leicht positive Umsatzentwicklung. Bei den Produktbereichen erhöhten sich die Umsätze im Bereich Schuhe, während die Umsätze in den Bereichen Textilien und Accessoires zurückgingen.

Das E-Commerce-Geschäft konnte zulegen

Der Umsatz im E-Commerce wuchs um rund 40%. Aufgrund der negativen Auswirkungen von COVID-19 sank das operative Ergebnis (EBIT) um 50,1% auf 71,2 Mio. €. Der Gewinn ging um 62% zurück. Das E-Commerce-Geschäft wächst zwar schnell, kann aber die Umsatzeinbußen in den anderen Vertriebskanälen nicht ausgleichen. Der Vorstand erwartet, dass die finanzielle Entwicklung im 2. Quartal schlechter ausfallen wird als im 1. Quartal.

Die weitere Entwicklung ist nicht absehbar, so dass eine verlässliche Prognose für 2020 nicht möglich ist. Puma sicherte sich über ein Bankenkonsortium eine neue Kreditlinie von 900 Mio. €, einschließlich einer direkten Beteiligung der Kreditanstalt für Wiederaufbau von 625 Mio. €.

Unternehmensporträt

Puma wurde 1948 in Herzogenaurach gegründet. Als sich die Brüder Rudolf und Adi Dassler trennten, wurde das Familienunternehmen in adidas und Puma aufgeteilt. Die Kernkompetenzen liegen in den Sportarten Fußball und Laufen. Heute gehört Puma zu den stärksten Markennamen in der Branche. Neuartige Concept Stores wurden in San Francisco, New York, Tokio, Paris und Rom eröffnet.

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Volker Gelfarth
Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und High Performance Depot.

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