Die bewegte Geschichte der WCM AG

Die Geschichte der WCM AG ist ein Stück deutscher Börsengeschichte. Und diese Geschichte möchte ich Ihnen heute und morgen erzählen. Im heutigen 1. Teil hier in „Kapitalmarkttrends“ berichte ich Ihnen von der bewegten Vergangenheit des Unternehmens.

Morgen, im 2. Teil, blicken wir auf die aktuelle Situation von WCM. Denn das Unternehmen startete vor einigen Monaten ein Comeback, nachdem es zuvor jahrelang ruhig um das einst schillernde deutsche Unternehmen geworden war.

Die Anfänge von WCM

Die WCM Beteiligungs- und Grundbesitz-Aktiengesellschaft (WCM AG) ist eine deutsche Aktiengesellschaft, die ihren Schwerpunkt im Erwerb und der Bewirtschaftung von Gewerbeimmobilien hat. Das Unternehmen ist spezialisiert auf Büro- und Einzelhandelsimmobilien an den großen Standorten in Deutschland.

Gegründet wurde das Unternehmen bereits im Jahr 1766 von Johann Heinrich von Schüle und hat seinen Ursprung in der Textilindustrie. Von Schüle gründete zunächst eine Weberei und Stoffdruckerei. Das Unternehmen war in der Folge in der Herstellung von Baumwollstoffen tätig.

Aus der Tatsache, dass man diese Stoffe in der damaligen Zeit als „Buntes Cattun“ bezeichnete, resultierte der Name WCM, der bis heute Bestand hat. WCM steht für Württembergische Cattunmanufactur. Nachdem WCM stark gewachsen war, wurde das Unternehmen bereits im Jahr 1856 in eine Aktiengesellschaft umgewandelt.

In den 1950er Jahren erlebte WCM seine Blütezeit und war in dieser Zeit Tochter der ehemaligen IG Farben. In der Folge hatte WCM mit widrigen Umständen zu kämpfen und musste schließlich im Jahr 1966 seinen Produktionsbetrieb einstellen. Danach konzentrierte sich das Unternehmen auf die Verwaltung des eigenen Grundbesitzes,

Der Einstieg von Karl Ehlerding

Im Jahr 1991 erfolgte unter der Führung des Hamburger Investors die Umwandlung in die WCM Beteiligungs- und Grundbesitz-Aktiengesellschaft. Es folgten Beteiligungen an Konzernen wie Württembergische Versicherung AG, Spar Handelsgesellschaft, Klöckner Werke und RSE Grundbesitz und Beteiligungs AG.

WCM baute nach und nach einen großen Bestand an Wohnimmobilien auf und wurde schließlich im Jahr 1998 in den MDax aufgenommen. Im Jahr 2005 musste das Unternehmen den MDax jedoch nach mehreren verlustreichen Jahren und deutlichen Kursverlusten wieder verlassen.

Nachdem einige Firmenbeteiligungen Verluste einfuhren und eine geplante Übernahme der Commerzbank scheiterte, befand sich das Unternehmen zwischenzeitlich (2009-2010) in der Planinsolvenz.

Nach Aufhebung des Insolvenzverfahrens und der daraus resultierenden Neuausrichtung des Geschäfts, ist die WCM AG seit 2014 unter einem neuen Management wieder operativ tätig und lebt auch an der Börse wieder auf.

Ausblick: Morgen erfahren Sie mehr über WCM

Morgen, im 2. Teil dieser kleinen Serie rund um die WCM AG, erfahren Sie, wie das Unternehmen aktuell aufgestellt ist und wie die weiteren Pläne nach dem Comeback vor rund einem halben Jahr aussehen.

23. Juni 2015

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Tobias Schöneich. Über den Autor

Tobias Schöneich, Jahrgang 1982, begeistert sich seit der Jahrtausendwende und somit seit den Zeiten des New-Economy Booms für das Thema Börse und alles unmittelbar damit Verbundene.

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