Die Bierproduktion sinkt

Weltweit wird immer weniger Bier getrunken.

Ergebnisse liegen zwar noch nicht vor, Branchen-Experten gehen aber davon aus, dass die Bierproduktion 2016 zum 3. Mal in Folge gesunken ist. 2015 waren es 1,93 Mrd. hl.

Mit einer stabilen Jahres-Produktion von 95,6 Mio. hl verteidigte Deutschland seine Spitzenposition in Europa und lag weltweit auf Platz 4 hinter:

  1. China (471,6 Mio. hl),
  2. den USA (223,5 Mio. hl)
  3. und Brasilien (138,6 Mio. hl).

In diesen Ländern war die Produktion allerdings zwischen 1,1 und 5,1% geschrumpft. Von einer Bierkrise kann aber nicht die Rede sein, jedenfalls nicht in Deutschland – im Gegenteil:

Seit 2005 ist die Zahl der Brauereien von 1.281 auf 1.388 gestiegen. Besonders Craft und alkoholfreie Biere gewinnen immer mehr Freunde.

Die Produktion von alkoholfreiem Bier stieg 2015 um 4% auf 5,24 Mio. hl.

Von dieser Entwicklung wollen auch Branchen-Größen wie Heineken und InBev profitieren und übernehmen besonders in den USA immer mehr Craft-Brauereien.

InBev will zudem sein Angebot an alkoholfreiem Bier kontinuierlich erhöhen.

An der Cola-Front droht neues Ungemach

Bei Coca-Cola hat sich der Abwärtstrend im vergangenen Jahr fortgesetzt.

Auf den Absatz-Schwund reagiert der Konzern mit Kosten-Senkungen, neuen Produkten und dem Verkauf von nicht-strategischen Aktivitäten.

Dennoch hat Coca-Cola Ende Dezember von In-Bev dessen 55%-Anteil am afrikanischen Abfüller Coca-Cola-Beverages für 3,15 Mrd. $ übernommen.

Aber nur vorübergehend. Geplant ist ein möglichst schneller Weiterverkauf, denn die Getränke-Abfüllung gehört nicht mehr zum Kerngeschäft des Konzerns.

Zu den Hoffnungsträgern bei den neuen Produkten gehört u. a. die neue Coca-Cola Zero Sugar, die fast genauso schmecken soll wie der Klassiker und weitere Kunden anlocken soll.

Auch andere Marken wie Fanta, Sprite oder Mezzo Mix gibt es bereits ohne Zucker. Allein in Deutschland sind 29% der verkauften Coca-Cola-Produkte zuckerfrei.

Wachstums-Potenzial bietet grundsätzlich auch Mineralwasser, das v. a. in Deutschland seit Jahren auf dem Vormarsch ist:

2015 erreichte der durchschnittliche Pro-Kopf-Verbrauch mit 147,3 l einen neuen Rekordwert.

Im Jahr 2000 waren es noch 100 l und Anfang der 1970er-Jahre nur 12,5 l. Zu viel sollte sich Coca-Cola aber nicht von Mineralwasser versprechen.

Denn die Gewinner des Booms sind die regionalen Marken. Import-Produkte werden seltener gekauft. Mit der Premium-Marke Apollinaris ist Coca-Cola in Deutschland vertreten.

Neben der süßen braunen Brause geraten auch Energy Drinks wegen ihres hohen Zucker- und Koffein-Gehalts immer mehr in Verruf.

Das Europaparlament will zwar solche Produkte nicht verbieten, fordert aber Warnhinweise und ein Verbot gesundheitsbezogener Werbung.

Ein weiteres Problem neben dem veränderten Gesundheitsbewusstsein könnte die von der Weltgesundheits-Organisation WHO geforderte Sondersteuer auf zuckerhaltige Getränke werden.

In Mexiko wird sie bereits erhoben und in Großbritannien ist sie für 2018 geplant.

Wird die Steuer weltweit eingeführt, dürfte sich der Abwärtstrend bei Coca-Cola beschleunigen. Mit einer schnellen Umsetzung der WHO-Forderung rechnen wir aber nicht.

Weniger Wein, höhere Preise

Die Internationale Wein-Organisation OIV geht davon aus, dass die weltweite Weinproduktion 2016 um 5% gesunken ist.

Verantwortlich ist eine schlechte Ernte aufgrund des Klimawandels. Wein könnte daher teurer werden.

Die Auswirkungen auf Hawesko und Schloss Wachenheim dürften sich aber in Grenzen halten.

Denn immer mehr Konsumenten sind bereit, für einen guten Tropfen etwas tiefer in die Tasche zu greifen.

30. Januar 2017

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und Strategisches Investieren.

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