Die Corona-Krise beeinflusst den Immobilienmarkt langfristig

Immobilien modern – Scanrail1 – shutterstock_227547832

Die Corona-Krise drückt auf den Konsum, Betreiber von Gewerbeimmobilien könnten langfristig stark in Mitleidenschaft gezogen werden. (Foto: Scanrail1 - Shutterstock.com)

Die Corona-Krise erschüttert viele Märkte. Eine hohe Unsicherheit drückt auf den Konsum, und die hohe Anzahl an Arbeitslosen gefährdet die monatlichen Mietzahlungen im Immobilienbereich. Zur Sicherheit hat Realty Income 1,25 Mrd. $ aufgenommen, um mit den erwarteten Ausfällen umgehen zu können.

Besonders unter Druck gerieten Werte, die ihren Immobilienbestand auf Shopping-Zentren oder Altenheime ausrichten. Beispielsweise generiert Unibail-Rodamco- Westfield knapp 95% des Umsatzes mit Einkaufszentren. Trotzdem zeigen sich die Immobilienpreise grundsätzlich unbeeindruckt. Trotz der Gefährdung der Mieteinnahmen sind die Preise in den deutschen Metropolregionen im 1. Quartal um 2 bis 4% gestiegen.

Die Corona-Krise scheint vorerst eine Wirtschafts- und Arbeitsmarktkrise zu bleiben. Das Angebot an Wohnraum ist weiterhin zu niedrig, um den Bedarf zu decken. Ein weiterer Verlierer könnten die Büroimmobilien werden. Der Büromarkt war vor der Krise zwar etwas übersättigt, könnte aber langfristig durch Homeoffice und die Flexibilisierung von Arbeitsplätzen beeinträchtigt werden. Geteilte Büros und flexible Arbeitsplätze waren schon vor der Corona-Krise ein zunehmender Trend und sollten durch die Corona-Krise einen Schub erhalten. Eine Studie des Ifo-Instituts sagt zwar, dass eine vollständige Verlagerung von Jobs ins Homeoffice die Ausnahme bleiben dürfte, jedoch ein hoher Anstieg an hybriden Arbeitsplätzen zu erwarten sei.

Weiterhin gaben 54% der befragten Firmen an, das Homeoffice nach der Corona-Krise weiter auszubauen. Zwar zeigten sich einige Unternehmen noch unentschlossen, jedoch möchte kaum ein Unternehmen zurück zu weniger Homeoffice.

Endlich den Aufstieg in den DAX geschafft

Der Immobilienkonzern Deutsche Wohnen hat schon lange auf den Aufstieg in den DAX gewartet. Lange scheiterte es am Börsenumsatz und daran, dass es keine Absteiger gab. Durch die Corona-Krise wurden die Karten neu gemischt. Da die Pandemie die Geschäfte der Fluggesellschaft Lufthansa fast zum Erliegen brachte, musste der Konzern nach fast 32 Jahren den Platz räumen. Die Lufthansa stieg in den MDAX ab.

Der Aufstieg der Deutsche Wohnen förderte natürlich das Investoren-Interesse an der Aktie, außerdem hatten auch Indizes exakt nachbildende Fonds die Konzern-Aktien kaufen müssen. Nun ist die Deutsche Wohnen die zweite Immobiliengesellschaft nach Vonovia im DAX. Vonovia wurde bereits 2015 in den deutschen Leitindex aufgenommen. Vonovia zeigte, dass ein DAX-Aufstieg viele Möglichkeiten eröffnet und vieles erleichtert, wie das Ausgeben von Anleihen und die Expansion ins Ausland.

Innovation durch asiatisches PropTech Unternehmen

PATRIZIA investierte in die Plattform Taronga Ventures, ein asiatisches PropTech-Unternehmen. Prop-Tech steht für Property Technology. Das Unternehmen verfolgt die modernsten Entwicklungen im Bereich PropTech. Unternehmen in diesem Bereich beschäftigen sich intensiv mit der Optimierung und Erfindung von Informations- und Kommunikationstechnologie im Bereich Immobilienwirtschaft. Taronga Ventures hat beispielsweise innovative Produkte zur Erkennung von Corona-Infizierten implementiert.

Durch intelligente Wärme-Sensoren in Bürogebäuden werden Mitarbeiter mit Fieber oder erhöhter Temperatur bereits beim Betreten erkannt. Somit können unter anderem smarte Gebäudelösungen zur Bekämpfung der Pandemie beitragen.

deutsche-wohnen_shu

Vonovia erntet die Früchte des Übernahme-KursesVonovia hat in den letzten 3 Jahren mehrfach am Übernahme-Rad gedreht – der Expansionskurs hat sich ausgezahlt. Lesen Sie hier mehr: › mehr lesen


© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Volker Gelfarth
Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und High Performance Depot.

Profitieren Sie von unserem kostenlosen Informations-Angebot und erhalten Sie regelmäßig den kostenlosen E-Mail-Newsletter von Volker Gelfarth. Herausgeber: GeVestor Verlag | VNR Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG. Sie können sich jederzeit wieder abmelden.

Hinweis zum Datenschutz