Die Corona-Krise betrifft auch diesen drei österreichischen Immobilien-Unternehmen

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Auch die Immobilien-Unternehmen wie CA Immobilien Anlagen, IMMOFINANZ und UBM Development haben mit dem Corona-Virus zu kämpfen. (Foto: Wiener Börse AG)

Die CA Immobilien Anlagen AG legte für 2019 außerordentlich gute Geschäftszahlen vor. FFO I, die wesentliche Kennzahl für die Ertragskraft, die vor Steuern und um das Verkaufsergebnis und sonstige nicht nachhaltige Effekte bereinigt berichtet wird, stieg um 12,5% auf 133,3 Mio. €.

CA Immo steigerte die Mieterlöse um 14,7% auf 220,7 Mio. €. Bereinigt um den IFRS-16-Effekt lag der Zuwachs bei 9,4%. Diese positive Entwicklung steht – neben der erfolgreichen Bewirtschaftung des Bestandsportfolios mit einer hohen Vermietungsquote von 96% – im Zusammenhang mit den erfolgreichen Akquisitionen der Vorjahre.

CA Immobilien kann das Nettomietergebnis weiter steigern

Das den Vermietungen zuzurechnende Nettomietergebnis nach Abzug von direkten Bewirtschaftungskosten wurde um 11,2% auf 194,7 Mio. € gesteigert. Die operative Marge der Vermietungen (Nettomietergebnis relativ zu Mieterlösen) – ein Indikator für die Effizienz des Bestandsgeschäfts – stieg von 91,0 auf 91,9%. Der Ergebnisbeitrag aus dem Trading-Portfolio summierte sich auf minus 1,3 Mio. € (2018: 7,4 Mio. €). Das Ergebnis aus dem Verkauf von langfristig gehaltenem Immobilienvermögen lag mit 15,6 Mio.€ über dem Vorjahreswert von 8,2 Mio. €.

Den wertmäßig größten Gewinn steuerte der Verkauf eines Grundstücks in München bei. Das operative Ergebnis (EBITDA) lag mit 171,7 Mio. € um 18,4% über dem Vorjahreswert. Dieser Zuwachs basierte im Wesentlichen auf einem gesteigerten Vermietungsergebnis. Bedingt durch Covid-19 erwartet CA Immo herausfordernde Rahmenbedingungen in ihren Kernmärkten.

Unternehmensporträt

CA Immobilien Anlagen AG hat ihren Sitz in Wien und Niederlassungen in 6 Ländern Zentraleuropas. Das Kerngeschäft ist die Vermietung, das Management und die Entwicklung von hochwertigen Bürogebäuden. CA Immobilien verfügt über ein Immobilienvermögen von 5,18 Mrd. Euro in Deutschland, Osteuropa und Österreich.

IMMOFINANZ blickt auf ein gutes Geschäftsjahr 2019 mit sehr hohem Vermietungsgrad und top Mieterlösen zurück

Der Umsatz stieg um 9,8%. Die wachstumstreibende Sparte Mieterlöse hat ihren Umsatz um 18% gesteigert. Die Leerstandsquote war mit rund 5% in der Slowakei, Rumänien und Österreich am höchsten. Im Schnitt wurde eine ausgezeichnete Vermietungsquote von 96,8% erzielt.

Die IMMOFINANZ erzielte ein hohes EBIT in Höhe von 345 Mio. €, im Vergleich zu 159 Mio. € im Vorjahr. Das resultierte aus einem hohen Bewertungsergebnis aus Bestandsimmobilien und Firmenwert, was eine Folge der positiven Marktentwicklung in Deutschland und Österreich war. 2019 war gekrönt von einem Gewinnwachstum in Höhe von 62%. Der historisch hohe Gewinn wurde auch vom soliden Cashflow von 206 Mio. € unterstrichen. 2019 wurde in weiteren Büroimmobilien und in die Retail-Park-Plattform investiert, dafür fand ein Teil des 500-Mio-€-Erlöses aus dem 2018 verkauften CA-Immo-Anteil Verwendung.

2020 muss die IMMOFINANZ mit einem temporären Rückgang der Mieterlöse im Einzelhandelsbereich rechnen

Retail-Marken VIVIO! und STOP SHOP profitieren im schwierigen Marktumfeld vom hohen Anteil von Grundversorgungsgütern. Die Hauptversammlung wurde auf Oktober verschoben. Vorstand und Aufsichtsrat werden erst mit Veröffentlichung der Halbjahreszahlen einen Gewinnverwendungsvorschlag machen. Dadurch kann dieser anhand der Auswirkungen der Pandemie besser evaluiert werden.

Unternehmensporträt

Die IMMOFINANZ Gruppe ist ein gewerblicher Immobilienkonzern mit Fokus auf Europa. Das Unternehmen ist seit 25 Jahren in der Bewirtschaftung und Entwicklung von Immobilien tätig. Die Fokussierung auf gewerbliche Immobilien wurde durch die Abspaltung der BUWOG AG im Jahr 2014 entscheidend vorangetrieben.

UBM Development AG erleidet Umsatzrückgang

In den ersten 9 Monaten 2019 ging der Umsatz um 59% auf 183,2 Mio. € zurück. Aber auch das Wachstum der Weltwirtschaft blieb eher verhalten. Die Hauptfaktoren waren anhaltende geopolitische Spannungen sowie die Auswirkungen des internationalen Handelsstreits und die damit verbundenen Unsicherheiten. Diese Faktoren wirkten sich auch auf das Geschäft von UBM aus. Die Strategie verstärkt auf Großprojekte zu setzen, wird vorangetrieben.

UBM baut ihre Büro- und Hotelpipeline in Deutschland mit einem weiteren Großprojekt aus. Im Frankfurter Europaviertel in zentraler Lage entwickelt UBM gemeinsam mit der Paulus Immobilien Gruppe den neuen FAZ-Tower. Der Büroturm umfasst 18 Stockwerke und wird nach Fertigstellung komplett an die FAZ vermietet. Außerdem wird ein Leonardo-Hotel mit rund 350 Zimmern entstehen. Der Baubeginn ist bereits erfolgt, und die Fertigstellung ist für 2022 geplant. Der Verkaufserlös liegt bei etwa 250 Mio. €.

Im Zuge der Corona-Krise sieht sich das Unternehmen gut gerüstet

Das Rekordjahr 2018 sowie die Umsätze aus 2019 haben Reserven geschaffen. Die starke Ausrichtung auf das Hotelgeschäft ist jedoch in der aktuellen Situation ein Risiko, dessen sich UBM aber bewusst ist. Nach 3 bis 4 rezessiven Quartalen rechnet das Unternehmen wieder mit einem moderaten Nachfrageanstieg. Dennoch ist die Entwicklung schwer abzuschätzen und birgt weitreichende Risiken. Trotz der Krise schüttet UBM eine Dividende von 2,20 € pro Aktie aus. Die Ausschüttungsquote sinkt damit auf 31% gegenüber 41% in den Vorjahren.

Unternehmensporträt

UBM hat sich auf die Immobilienentwicklung fokussiert und deckt die gesamte Wertschöpfungskette von der Baugenehmigung über Planung, Marketing und Bauabwicklung bis hin zum Verkauf ab. Der Fokus liegt dabei auf den Märkten Österreich, Deutschland und Polen sowie auf den Asset-Klassen Wohnen, Hotel und Büro.

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Volker Gelfarth
Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und High Performance Depot.

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