Die derzeit attraktivste deutsche Auto-Aktie

Sorgen um die weitere Entwicklung der chinesischen Wirtschaft belasteten zuletzt die Aktienmärkte. Vor allem Aktien aus dem Automobilsektor verloren in den vergangenen Wochen an Boden. Ich nehme die Aktien der großen deutschen Autobauer heute für Sie unter die Lupe.

BMW verzeichnet Gewinnrückgang

Die Autobranche steht in diesen Tagen im Fokus der Anleger. Gestern legte BMW seine Geschäftszahlen vor. Diese machten deutlich, dass die Sorge um China nicht ganz unbegründet ist. Nach jahrelangem Wachstum schrumpfte der Absatz im Reich der Mitte im zweiten Quartal um 1,6%.

Trotz eines Umsatzwachstums von 20% auf 23,94 Mrd. Euro mussten die Münchener einen Gewinnrückgang um 3% auf 2,53 Mrd. Euro hinnehmen. Neben der Entwicklung in China belasteten ein intensiver Wettbewerb und hohe Investitionen die Gewinnmargen. So sank die operative Marge von 11,7% im Vorjahreszeitraum auf nur noch 8,4%.

Daimler, Audi und BMW übernehmen Kartendienst von Nokia

Die Autobranche befindet im Umbruch. Technologieriesen wie Apple und Google streben mit neuen Technologien wie selbstfahrenden Autos in den Markt.

Darauf haben die Branchenriesen mit dem Kauf eines eigenen Kartendienstes reagiert. Zu Wochenbeginn kündigten die Premiumhersteller Daimler, Audi und BMW die gemeinsame Übernahme von „Here“ an.

Für den Kartendienst von Nokia legen die drei Unternehmen 2,8 Mrd. Euro auf den Tisch. Daimler-Chef Dieter Zetsche bezeichnete hochpräzise digitale Karten als einen „entscheidenden Baustein für die Mobilität der Zukunft“.

Autoaktien sind günstig bewertet

Trotz günstiger Bewertung mit einstelligen Kurs/Gewinn-Verhältnissen sind die Aktienkurse der drei im DAX notierten Autokonzerne derzeit auf dem Weg gen Süden.

Die Papiere von BMW und Volkswagen haben ihre zwischenzeitlichen Kursgewinne seit Jahresbeginn wieder zunichte gemacht. Dagegen können sich Daimler-Aktionäre seit Januar nach wie vor über einen Gewinn von gut 19% freuen. Inklusive der Dividende beträgt die Rendite im laufenden Jahr sogar 23%.

Nur bei Daimler ist der Aufwärtstrend intakt

Aufgrund ihrer relativen Stärke ist die Daimler-Aktie derzeit auch der einzige dieser Werte, den ich für interessant halte. Die Aktien von BMW und Volkswagen haben ihre 200-Tage-Linie klar unterschritten und befinden sich damit aktuell im Abwärtstrend. Trotz günstiger Bewertung ist es nicht ratsam, gegen den Trend einzusteigen.

Die Daimler-Aktie hingegen hat seit Anfang Juli ihre 200-Tage-Linie gleich mehrfach erfolgreich getestet. Kann der langfristige Gleitende Durchschnitt, der aktuell bei knapp 80 Euro verläuft, weiter verteidigt werden, bestehen gute Chancen, dass die Aktie bald wieder den Weg nach oben antritt.

daimler

Gelingt mit einem Anstieg über die Widerstandszone im Bereich von 86 Euro der Ausbruch aus der laufenden Konsolidierung, ist der Weg in Richtung Jahreshoch bei 96 Euro frei. Positionen sollten mit einem Stopp knapp unterhalb des jüngsten Korrekturtiefs, das bei 77 Euro lag, abgesichert werden. Wird diese Marke unterschritten, sind weitere Einbußen wahrscheinlich.

5. August 2015

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Michael Kelnberger. Über den Autor

Chefanalyst Michael Kelnberger ist der Experte für Aktien. Er setzt auf nachweislich erfolgreiche Anlage-Strategien: Die Trend-Strategie im Dienst Volltreffer Aktien und die mechanische Handlungsstrategie im Ranglisten Investor. So erzielt er für seine Leser beider Dienste stets überdurchschnittliche Renditen. Profitieren auch Sie von seinem Know-How.

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