Die deutsche Bauindustrie boomt

Der Umsatz im deutschen Bau-Hauptgewerbe stieg im 1. Halbjahr um 8,3% auf 29,7 Mrd. €. Noch stärker zogen die Auftrags-Eingänge an.

Treibende Kraft ist der Immobilien-Boom: In den ersten 6 Monaten wurde der Bau von fast 183.000 neuen Wohnungen genehmigt. Das sind 30% mehr als im Vorjahr.

Allerdings wird nicht jede genehmigte Wohnung auch gebaut. 2015 wurden 309.000 Genehmigungen erteilt, aber nur 248.000 Wohnungen fertiggestellt.

Dennoch ist die Bauwirtschaft optimistisch, dass in diesem Jahr mehr als 300.000 neue Wohnungen gebaut werden. Die Dynamik im Wohnungsbau reicht aber nicht aus.

Um genügend bezahlbaren Wohnraum zu schaffen, müssten bis 2020 jährlich rund 400.000 neue Wohnungen gebaut werden.

Begünstigt wird die Bautätigkeit durch die niedrigen Zinsen. Andererseits wird Bauen immer teurer:

Zum einen steigt die Grunderwerbs-Steuer, zum anderen verteuern die verschärften energetischen Vorschriften das Bauen.

Bundes-Verkehrswegeplan 2030 vorgestellt

Eine gute Nachricht für die deutsche Bauindustrie: Die Infrastruktur-Planung des Bundes für Straßen, Schienen und Wasserwege bekommt konkrete Züge:

Unter dem Motto „Erhalt geht vor Aus- und Neubau“ werden bis 2030 rund 270 Mrd. € investiert. Davon fließen 49% in den Straßenbau, 42% in das Schienennetz und 9% in die Wasserwege.

Da aber mehr als 70% des Güter-Transports über die Straße abgewickelt wird, entspricht der Verteilungs-Schlüssel nicht dem tatsächlichen Bedarf.

Unabhängig davon werden sich Konzerne wie Hochtief und Strabag ein großes Stück von diesem Milliarden-Kuchen abschneiden.

Weltweit steigen die Investitionen in die Infrastruktur

Die internationalen Baukonzerne werden in Zukunft von der Umsetzung milliardenschwerer Großprojekte profitieren.

Wachstumstreiber sind die weltweit zunehmende Mobilität und Urbanisierung. Immer mehr Menschen zieht es in die Metropolen und Ballungsräume.

Um die Probleme zu bewältigen, müssen Straßen- und Schienennetze sowie Flughäfen ausgebaut werden. Das Potenzial für die Bauwirtschaft ist gewaltig:

Weltweit wird sich Experten-Schätzungen zufolge allein das Schienennetz für Schnellbahnen in den kommenden 10 Jahren auf 54.000 km verdoppeln und das Bauvolumen bis 2030 um 85% auf 15,5 Bio. $ steigen.

Diese Entwicklung spielt auch dem Infrastruktur-Spezialisten Hochtief in die Karten:

Mit seiner Tochter Cimic (ehemals Leighton) ist der Konzern besonders in Asien und Australien stark engagiert. Gebaut werden Straßen, aber auch Trassen für Schnellbahnen und Hochgeschwindigkeitszüge.

Unsere Favoriten

Hochtief konzentriert sich mit Erfolg auf das klassische Baugeschäft. In Zukunft wird der Konzern noch stärker auf Projekte setzen, die in öffentlich-privater Partnerschaft realisiert werden.

Diese PPP-Modelle, bei denen Hochtief Finanzierung, Bau und Betrieb öffentlicher Tunnel, Brücken und Straßen übernimmt, garantieren zum Teil über Jahrzehnte hohe Cashflows.

HeidelbergCement profitiert in Nordamerika von der steigenden Nachfrage nach Baustoffen. Ähnlich positiv entwickeln sich West- und Nordeuropa.

Aber auch in Osteuropa geht es dank des EU-Infrastruktur-Programms aufwärts. Und in vielen Ländern Asiens wird ebenfalls kräftig in die Infrastruktur investiert.

Zu unseren Favoriten zählen zudem Forbo und Geberit nach guten Halbjahres-Zahlen und Prognosen.

31. Oktober 2016

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und Strategisches Investieren.

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