Die Deutsche Börse gewinnt (fast) immer

Deutsche Börse Frankfurt Handelssaal RED – Deutsche Börse

Die Aktie der Deutschen Börse zeigt sich derzeit erstaunlich robust. Das liegt daran, dass turbulente Börsenphasen den Umsatz ankurbeln. (Foto: Deutsche Börse AG)

Kennen Sie den Spielcasino-Spruch “Die Bank gewinnt immer“? Warum also sollte es an den Wertpapierhandelsplätzen, die ja von vielen als ein großes Casino bezeichnet werden, anders sein? Ist der Spruch also hierzulande gültig, wonach die Deutsche Börse immer gewinnt und dies auch künftig machen wird? So einiges spricht jedenfalls dafür …

Hiobsbotschaften bewirken Anlegeraktionen

Immer wieder gibt es Nachrichten, die zum Agieren an der Börse führen. Gerade der derzeitige Handelsstreit zwischen den USA und China, die Angst vor einer wirtschaftlichen Abkühlung, die Furcht vor einer Zuspitzung des Iran-US-Streites, der in einem möglichen Krieg enden könnte – all das sind aktuelle Beispiele, die für steigende Umsätze an den Wertpapiermärkten sorgen.

2018 – die Deutsche Börse zeigt sich als Outperformer

Ein Blick zurück belegt: Das Jahr 2018 war für viele Aktionäre nicht gerade von Erfolg gekrönt: Heftige Kursschwankungen durch die aufkommenden internationalen Handelskonflikte und die Brexit-Unsicherheiten sorgten an der Deutschen Börse für einen Orderbuchumsatz von 1,72 Billionen Euro – ein Zuwachs von 17% gegenüber dem Vorjahr und das höchste Handelsvolumen seit 2008.

Das Jahr war aufgrund der Finanzkrise für viele Aktionäre nicht gerade erfolgreich. So verlor der Deutsche Aktienindex DAX im Jahr 2018 rund 18% an Wert – die Aktie der Deutschen Börse gewann hingegen mehr als 8%. Die Börse gewinnt also in Krisenzeiten.

Weitere Umsatzsteigerungen in Sicht

Doch auch ohne Hektik, Panik oder mögliche Hiobsbotschaften an den Wertpapiermärkten ist das Unternehmen Deutsche Börse gut positioniert. In den nächsten Jahren werden Umsatzsteigerungen von mehr als 10% in Aussicht gestellt. In ähnlicher Größenordnung wird auch die Gewinnentwicklung prognostiziert. Mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von unter 20, verbunden mit einer Dividendenrendite von mehr als 2%, gibt es weitere Faktoren, die für ein Investment in das Wertpapier des Wertpapierbetreibers sprechen.

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Der Vorstandsvorsitzende sorgt für Ruhe

Der Vorstandsvorsitzende Theodor Weimer, der das Ruder bei den Frankfurtern übernommen hat, führt das Unternehmen mit Einsparungen und (sinnvollen) Übernahmen in ein ruhiges, aber sicheres Fahrwasser. Selbst die jüngsten getätigten Übernahmen der Frankfurter sorgten für nur wenig Gesprächsstoff.

Hierzu gehört der Indexanbieter Axioma, der erworben wurde, um das Index-Geschäft zu stärken und gemeinsam mit der Tochter STOXX neue Indizes entwickeln soll. Auch im Devisenmarkt schaut sich die Deutsche Börse nach einem starken Partner um. Im Derivatemarkt läuft ohnehin alles erfolgreich – hier wird (fast) keine Unterstützung benötigt.

Brexit nutzt der Deutschen Börse

Nach dem Brexit wird die Deutsche Börse weiter gestärkt werden. Nicht umsonst verlegen zahlreiche Investmentbanken schon jetzt ihren Sitz nach Deutschland – und der Abstand zu den anderen Leitbörsen dürfte sich – dem Marktwert nach – verringern. Sowohl die Chicagoer Warenterminbörse und die Intercontinental Exchange in Atlanta, die auf Elektrizität, Energie- und Agrarrohstoffe sowie Emissionen spezialisiert ist, sind dreifach bzw. doppelt so viel wert, wie der deutsche Börsenbetreiber. Kurspotenzial ist also auch diesbezüglich ausreichend vorhanden.

In guten wie in schlechten Zeiten

Auch wenn auf Nachrichtenseite die Deutsche Börse AG den Zeitungsblätterwald nicht dominiert, ist ein Investment alles andere als langweilig. Während im Casino die Bank tatsächlich immer gewinnt, sieht es bei der Deutschen Börse ähnlich aus. Und das nicht nur an guten Börsentagen, sondern auch dann, wenn panikartige Verkaufswellen über das Börsenparkett schwappen.


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Sascha Mohaupt
Von: Sascha Mohaupt. Über den Autor

Chefanalyst Sascha Mohaupt ist der Experte für Innovationen und High-Tech. In dem wohl am schwierigsten zu durchschauenden Markt für Zukunftstechnologien gibt er konkrete Kaufempfehlungen. Als Chefredakteur des Innovation Investor teilt er exklusiv seine neuesten Empfehlungen und seine Leser investieren damit schon heute in die Welt von morgen.