Die Deutsche Börse könnte zum Krisengewinner werden

Zuletzt ist die Volatilität an den Aktienmärkten wieder erheblich angestiegen. Die Unsicherheit über die weitere wirtschaftliche Entwicklung Chinas sorgt bei den Börsianern vermehrt zur Verunsicherung. Es geht derzeit – so der Eindruck – die blanke Angst am Aktienmarkt um.

Doch es gibt einen möglichen Gewinner der jetzigen und wohl anhaltenden Situation: Die Deutsche Börse. Durch die verstärkten Kauf- und Verkaufsaufträge kann sich der Börsenbetreiber auf steigende Gewinne freuen.

China schwächelt

In den letzten Tagen sorgten die neuesten Nachrichten aus dem Reich der Mitte dafür, dass es zu einer größeren Verkaufswelle an den Aktienmärkten weltweit kam. Marktbeobachter befürchten inzwischen sogar, dass das Wachstum der Globalwirtschaft möglicherweise in Gefahr ist. So kann die Reaktion auf dem Parkett zunächst nicht verwundern.

Auf der anderen Seite gibt es – auf Grund der Nullzinspolitk der Notenbanken – keine Alternative zur gewinnbringenden Geldanlage. Aus diesem Grund erwarte ich schon bald wieder steigende Kurse in einem deutlich ruhigeren Fahrwasser.

Deutsche Börse legt passable Quartalszahlen vor

Nutznießer bleibt dabei die Deutsche Börse. Selbst die zuletzt vorgelegten Zahlen belegen dies eindrucksvoll – hier sorgte die Krise um Griechenland im zweiten Vierteljahr für eine wechselhafte Börse.

In dieser Zeit konnte die Nettoerlöse der Deutschen Börse jedoch im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 19% auf 583,1 Mio. Euro zulegen. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) kletterte bereinigt um Sondereffekte um 18% auf 287,1 Mio. Euro. Unter dem Strich blieben mit 175,1 Mio. Euro 9 Prozent mehr übrig als vor einem Jahr.

Ausblick positiv

Und diese Entwicklung soll sich weiter fortsetzen: Zunächst zeigte das Handelsvolumina für Juli, dass der Börsenbetreiber recht ordentlich ins dritte Quartal gestartet sei.

Außerdem beeindruckt der Ausblick: Pro Jahr sollen die Nettoerlöse nun um 5 bis 10% steigen und der operative Gewinn (Ebit) sowie der Überschuss um 10 bis 15%. 2018 will der Börsenbetreiber nun zwischen 2,8 und 3,2 Mrd. Euro erlösen und ein Ebit von 1,55 bis 1,75 Mrd. Euro erwirtschaften.

Zudem sollen mit Hilfe von Hierarchieabbau, Zusammenlegung von Funktionen in Kompetenzzentren und einer weiteren Verbesserung bei Einkauf und Beschaffung zusätzliche Investitionskapazitäten freigesetzt werden. Entlassungen sind keine geplant.

Unruhige Börsenphase dürfte dem Börsenbetreiber in die Karten spielen

Ich gehe davon aus, dass die Unruhe an den Aktienmärkten in den nächsten Wochen anhalten wird – mit größeren Kursbewegungen in beide Richtungen. Dies mag auch die Aktie der Deutschen Börse kurzfristig beeinflussen.

Doch den Geschäften des Börsenplatzbetreibers tut es gut, wie die nächsten Quartalszahlen zeigen dürften. Mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von 17 und einer Dividendenrendite von 3% spricht auch die aktuelle Bewertung für die Aktie.

24. August 2015

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Von: Sascha Mohaupt. Über den Autor

Chefanalyst Sascha Mohaupt ist der Experte für Innovationen und High-Tech. In dem wohl am schwierigsten zu durchschauenden Markt für Zukunftstechnologien gibt er konkrete Kaufempfehlungen. Als Chefredakteur des Innovation Investor teilt er exklusiv seine neuesten Empfehlungen und seine Leser investieren damit schon heute in die Welt von morgen.

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