Die Deutschen trinken immer weniger Bier

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Der weltweite Bierabsatz der deutschen Brauereien und Bierlager schrumpft. Alkoholfreie Biere sind dagegen ein Wachstumsmarkt. (Foto: Master1305 / Shutterstock.com)

Der Abwärtstrend des 1. Halbjahres hat sich wie erwartet im 3. Quartal fortgesetzt. bierEntsprechend schrumpfte der weltweite Bierabsatz der deutschen Brauereien und Bierlager in den ersten 9 Monaten um 2% auf 7,1 Mrd. Liter. Der Absatz im Inland ging ebenfalls um 2% auf 5,8 Mrd. Liter zurück. Selbst der Absatz von Biermischungen lag mit 372,6 Mio. Liter leicht unter Vorjahresniveau. Alkoholfreie Biere, die 7% des Gesamtabsatzes ausmachen, sind dagegen ein Wachstumsmarkt.

Belastbare Zahlen sind jedoch noch nicht verfügbar, weil Bier ohne Alkohol nicht in der Steuerstatistik erfasst wird. Der Brauerbund rechnet jedoch mit einer Fortsetzung des Aufwärtstrends. In wenigen Jahren werde jedes zehnte Bier in Deutschland alkoholfrei sein. Verantwortlich für den sinkenden Bierabsatz sind zum einen fehlende sportliche Großereignisse, zum anderen der allgemeine Trend zu geringerem Alkoholkonsum aus gesundheitlichen Gründen.

Insofern rechnet der Brauerbund auch in Zukunft mit sinkenden Absatzzahlen. Daran ändert auch nichts die kontinuierlich steigende Zahl der registrierten Brauereien. Aktuell sind es rund 1.660. Die meisten Neugründungen sind allerdings Mini-Brauereien mit zu vernachlässigenden Absatzzahlen. Auch weltweit geht der Bierausstoß zurück, 2018 um 38 Mio. Hektoliter auf rund 1,9 Mrd. Hektoliter. Ursächlich ist im Wesentlichen der rückläufige Bierkonsum der Chinesen.

Cola, Schnaps und Wein

Die jüngsten Zahlen von Coca-Cola und PepsiCo haben gezeigt: Die Entwicklung in die Erweiterung der Produktpalette zahlt sich allmählich aus. Kaffee, Tee und neue Getränke mit weniger Zucker sowie gesündere Knabbereien kommen bei den Kunden gut an. Dennoch steht es mit dem Image immer noch nicht zum Besten.

Untersuchungen zufolge ist Coca-Cola der weltweit größte Produzent von Plastikmüll. Mit großem Abstand folgen PepsiCo und Nestlé. Zudem wird dem Konzern vorgeworfen, von ihm finanzierte Ernährungsstudien zu seinen Gunsten beeinflusst zu haben. Insbesondere geht es um den Zusammenhang zwischen Fettleibigkeit und dem Verzehr von zuckerhaltigen Getränken. Das Coca-Cola-Management hat Besserung versprochen.

Nicht nur Craft-Biere liegen im Trend. Auch handwerklich hergestellte hochwertige Spirituosen sind immer mehr gefragt. Neben Gin erlebt der traditionelle Korn in Bars und Fachgeschäften eine Renaissance. Ein Verkaufsschlager ist daneben französischer Cognac. Eine Entwicklung, von der auch Diageo und Pernod Ricard mit ihren Produkten profitieren. Zwischen Juli 2018 und Juli 2019 stieg der Export um 2,5% auf den Rekordwert von 211 Mio. Flaschen. Der Wert betrug 3,4 Mrd. € und übertraf das Vorjahresniveau sogar um 6,9%.

Der Export ist entscheidend, denn 98% der Produktion gehen ins Ausland. Die Franzosen selbst können dem Cognac nichts abgewinnen. 94 Mio. Flaschen gingen in die USA, wo Cocktails mit Cognac immer beliebter werden. Nach Volumen sind das 9% und nach Wert 18% mehr als im Jahr zuvor. Nach Asien wurden 50 Mio. Flaschen exportiert. Dort gilt Cognac als Symbol des Aufstiegs. Im Weinbau zeichnet sich eine hohe Qualität beim Jahrgang 2019 ab. Trotz unterdurchschnittlicher Ernteerträge sind die Winzer sehr zufrieden. Entsprechend darf auch Hawesko wieder mit besseren Geschäften rechnen.

Fazit

Getränkekonzerne, die sich zum Teil auch durch eine großzügige Dividendenpolitik auszeichnen, sind attraktive Defensivinvestments in unruhigen Börsenzeiten. Denn getrunken wird immer. Ein Risiko sind allerdings Strafzölle auf bestimmte Spirituosen und Weine, die in den USA drohen. Meine Favoriten sind Coca-Cola, PepsiCo, Diageo sowie mit Abstrichen Pernod Ricard.

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Volker Gelfarth
Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und High Performance Depot.

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