Die digitale Weltordnung und ihre Folgen

Datenkraken erstellen digitale Bewegungsprofile von Ihnen. Es gibt nur einen wirksamen Schutz. Und den verraten wir Ihnen hier. (Foto: Anikei / Shutterstock.com)

Mit ziemlicher Sicherheit nutzen Sie Internet-Plattformen, Suchmaschinen, Social Media-und Kommunikationsdienste wie etwa Facebook, WhatsApp, Google, Twitter & Co.

Und mit ziemlicher Sicherheit ist Ihnen auch klar, dass deren Dienste nicht etwa umsonst sind, sondern Sie einen teuren Preis dafür zahlen: Ihre Daten und damit Ihre Privatsphäre.

Zumindest wissen Sie das, nachdem Sie unsere ersten beiden Artikel dieser neuen Beitrags-Reihe gelesen haben.

Laxer Datenschutz macht’s möglich

Der jüngste Datenskandal um Facebook und Cambridge Analytica hat gezeigt, dass Daten von Millionen von Nutzern weltweit missbraucht werden können. In diesem Fall von bis zu 87 Millionen Usern.

Mit ein Grund: Der Datenschutz in den USA (und damit bei amerikanischen Unternehmen) ist viel laxer als beispielsweise in Deutschland.

Die Datenkraken sind alles andere als harmlos

Verabschieden Sie sich also von der Vorstellung, dass Facebook, Google & Co. nur harmlose soziale Netzwerke und Suchmaschinen sind. Denn genau das trifft nicht zu.

Diese Unternehmen sind Datenstaubsauger, die jede Ihrer persönlichen Information begierig aufsaugen.

In diesem Zusammenhang wurden Sie auch davor gewarnt, niemandem zu trauen. Denn jetzt schon wissen diese Datenkraken schon mehr über Sie, als Sie über sich selbst. Bedenklich sind auch die engen Verbindungen zu den Geheimdiensten, die die meisten dieser Unternehmen besitzen.

Bedrohung Ihrer Privatsphäre

Ihr eigener Schutz vor Ausbeutung und vor informationeller Selbstbestimmung ist bei diesen Unternehmen wirklich nur marginal. Deshalb ist die neue digitale Weltordnung, die Digitalisierung, die freilich auch ökonomische Chancen eröffnet, zu einer Bedrohung für Ihre Privatsphäre und für die Demokratie geworden.

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Sie haben keine Entscheidungsgewalt mehr über Ihre eigenen Daten in der komplexen, globalen Vernetzung.

Ihr gläsernes Bewegungs-Profil

Diese Daten werden, samt den anderen Informationen über Sie, auf verschiedenen Plattformen gesammelt und zentralisiert. Unternehmen, Geheimdienste aber auch der Staat kann so Ihren digitalen Fingerabdruck nachvollziehen: Ihr Bewegungsprofil im World Wide Web.

Dabei gilt: Wenn auch für Sie selbst der ökonomische Wert Ihrer eigenen Daten sehr gering erscheinen mag – die Summe davon ist für die Datenkranken extrem hoch.

Informieren Sie sich genau

Natürlich werden Sie sich jetzt fragen, wie der Missbrauch Ihrer Daten auf den verschiedenen Plattformen unterbunden bzw. Ihre informationelle Selbstbestimmung gestärkt werden kann?

Zunächst einmal: Sie sollten die AGBs der einzelnen Plattformen sehr genau lesen. Natürlich müssten diese auch von den Anbietern vereinfacht und vielleicht sogar vereinheitlicht werden.

Sie sollten völlig frei und transparent darüber informiert werden, was mit Ihren Daten geschieht, wie sicher diese sind. Und dann sind Sie es, der letztlich entscheidet, dieser Plattform beizutreten beziehungsweise diese zu nutzen oder eben nicht.

Der beste Schutz – ausklinken

Letztlich ist der beste Datenschutz für Sie, Facebook, WhatsApp & Co. einfach nicht (mehr) zu nutzen.

Dabei müssen Sie selbst entscheiden, ob das digitale Abseits, in das Sie sich dann begeben, nicht so schlimm ist, als Ihre Daten weitgehend schutzlos dem World Wide Web zu überlassen.


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Von: Guido Grandt. Über den Autor

Der Autor, Jahrgang 1963, war viele Jahre lang als Manager in verschiedenen großen Unternehmen tätig. Lernte das unternehmerische Handwerk sozusagen von der "Pike" auf, bevor er sich ganz dem wirtschaftlichen, politischen und gesellschaftlichen Geschehens Deutschlands publizistisch widmete.