Die Elektronik-Branche wird vernetzter

Die Elektronik-Branche wird mehr und mehr von technischen Entwicklungen geprägt, denn der Kunde verlangt viel. (Foto: Phongphan / Shutterstock.com)

Die Elektronik-Branche macht aktuell eine dynamische Entwicklung durch.

Die Branche ist stark geprägt von technischen Entwicklungen und der Nachfrage der Verbraucher. Kaum eine andere Branche ist so abhängig vom Endkundengeschäft wie die Elektronik-Branche. Die Kunden geben den Ton an. Und genau hier setzt sich ein neuartiges Geschäftsfeld immer stärker durch: das Internet der Dinge.

Unter diesem sperrigen Begriff wird umgangssprachlich die intelligente Vernetzung von Alltagsgegenständen verstanden. Genau wie Handys bereits vor einigen Jahren „smart“ wurden, sollen es jetzt auch Heizungen, Kühlschränke oder Werkzeuge werden. Im Bereich der Sportbekleidungen ist der Durchbruch bereits gelungen. Jetzt sollen andere Lebensbereiche folgen.

Das Milliardenpotenzial lässt sich förmlich greifen. Der Wettbewerb ist bereits in diesem frühen Stadium sehr hart. Niemand möchte etwas verpassen.

Alte Konzerne im neuen Gewand

Die etwas überraschende Vorreiterposition hat sich hier Stanley Black & Decker erarbeitet. Der Werkzeughersteller geriet in den letzten Jahren stark in die Kritik, da der Expansionskurs nachgelassen hat und das Markenimage immer weiter verblasst ist. Mit neuen technischen Entwicklungen konnte der Konzern aber auf den alten Erfolgskurs zurückfinden. Alle relevanten Kennzahlen konnten sich verbessern.

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Der Umsatz stieg 2017 um 11,7% auf rund 12,7 Mrd. $. Unterm Strich konnte der Gewinn um 27,0% auf 1,2 Mrd. $ zulegen. Künftig wird vor allem die Vernetzung des Eigenheims im Vordergrund der Wachstumsstrategie stehen. Ein Schwerpunkt liegt hier auf der intelligenten Vernetzung der Sicherheitsaspekte, vor allem bei Türen, Fenstern und automatischen Verriegelungen.

Ähnlich wie Black & Decker möchte auch Hitachi seine bekannten Marken als Verkaufsvehikel nutzen, um die bestehende Produktpalette mit neuartigen Technologien zu verknüpfen. Dadurch erhofft sich der Konzern einen strategischen Wettbewerbsvorteil. Allerdings hat Hitachi noch stärker mit seinem schwächelnden Markenimage zu kämpfen als Black & Decker. Ob diese Anstrengungen also ausreichen werden, ist deshalb fraglich.

Automobilsektor als Erfolgsfaktor

Neben den technischen Entwicklungen beim Internet der Dinge ist vor allem der Automobilbereich ein wichtiger Erfolgsgarant für die nächsten Jahre. Trotz – oder gerade wegen – des globalen Abgasskandals ist ein Ruck durch die Automobil-Branche gegangen. Die Autos werden zunehmend digitaler. Hier ergeben sich für die Elektronik-Konzerne zahlreiche Wachstumschancen. Angeführt wird das Feld von Isra Vision.

Der innovative Konzern zählt alle großen Premium-Automobilhersteller zu seinen Kunden. Zudem ist der Bereich der Robotik immer stärker im Kommen. Der erfolgreiche Wachstumskurs wurde im 1. Halbjahr problemlos fortgesetzt. Der Umsatz stieg um 9,8% auf rund 64,7 Mio. €. Dabei ist Isra nochmals profitabler geworden. Unterm Strich verbesserte sich der Gewinn um 14,5% auf 2,05 € pro Aktie.

Ein Ende der Erfolgsgeschichte ist noch lange nicht in Sicht.


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Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und Strategisches Investieren.