Die Elektronikbranche steht vor einem Umbruch

Der strukturelle Wandel ist deutlich erkennbar. Wer nicht schnell genug ist, wird im Digitalisierungsprozess gnadenlos abgehängt. (Foto: Andrei Tudoran / Shutterstock.com)

Die Elektronikbranche steht vor einem großen Umbruch.

Der strukturelle Wandel ist schon jetzt deutlich erkennbar. Das Internet der Dinge wird künftig den Ton angeben. Unter diesem sperrigen Sammelbegriff versteht man die intelligente Vernetzung von Alltagsgegenständen.

Während sich die großen Internetfirmen und Chiphersteller um die Grundlage der Vernetzung kümmern, müssen die Elektronikanbieter ihre Produkte anschlussfähig machen. Eine schwierige Aufgabe, denn wer nicht schnell genug ist, wird im Digitalisierungsprozess gnadenlos abgehängt.

Stanley Black & Decker, Electrolux und Honeywell International haben deshalb schon jetzt große Forschungsetats freigegeben, um ihre Produkte weiterzuentwickeln und anschlussfähig zu machen. Um die gewaltigen Kosten stemmen zu können, möchte Honeywell bereits in den nächsten Monaten zwei wichtige Geschäftsbereiche abspalten und als eigenständiges Unternehmen an die Börse bringen. Der Teilverkauf wird rund 3 Mrd. $ in die Kassen spülen, die dann direkt in das Internet der Dinge und das E-Commerce-Geschäft reinvestiert werden können.

Auch SBD hat Teile seines Konzerns für rund 725 Mio. $ an den Konkurrenten dorma+kaba verkauft. Zugleich setzt der amerikanische Werkzeughersteller aber auch auf enge Partnerschaften mit jungen Start-up-Unternehmen. Zusammen mit dem Schweizer Start-up Sunflower Labs sollen fliegende Überwachungskameras und Detektoren entwickelt werden. Das Projekt trifft genau den Nerv der Zeit. Dagegen vertraut Electrolux ausschließlich auf sein starkes Markenportfolio, das vor allem im Küchen- und Wohnbereich attraktive Anschlussmöglichkeiten zum Internet der Dinge bietet.

Tesla Inc: Comeback nach den Quartalszahlen?Nach den Kursverlusten der letzten Wochen warteten die Aktionäre gespannt auf die Tesla-Zahlen im ersten Jahresviertel.  › mehr lesen

Japanische Elektronikriesen mit Licht und Schatten

Nach Jahren der Krise melden sich die beiden Traditionsunternehmen Panasonic und Sony zurück. Die Sanierungen haben sich ausgezahlt. Sony meldete im Sommer einen Quartalsrekord, und Panasonic schaltete im 1. Halbjahr in den Wachstumsmodus. Der Umsatz stieg um 9% und das operative Ergebnis um 10%. Bei der Sanierung gab es Gemeinsamkeiten: Beide zogen sich aus der Display-Produktion von TVs zurück, verringerten die Abhängigkeit von der Unterhaltungselektronik und stärkten das Geschäft mit Unternehmenskunden.

Bei der Unternehmenstätigkeit setzten sie aber andere Schwerpunkte: Sonys Videospielesparte rund um die Playstation entwickelte sich stark, und das Geschäft mit Kameras und Bildsensoren hat sich massiv erholt. In der Halbleitersparte profitierte der Konzern von der hohen Nachfrage nach Bildsensoren für Smartphones.

Panasonic sieht seine Zukunft neben dem traditionellen Geschäft mit Haushaltsgeräten vor allem in den Bereichen Solarzellen, Klimaanlagen und Brennstoffzellen. Bis 2021 will sich der Konzern zudem unter den Top 10 der Automobilzulieferer etablieren. Die Kooperation mit Tesla hat sich bislang nicht ausgezahlt. Tesla leidet beim Model 3, mit dem der Eintritt in den E-Auto-Massenmarkt gelingen soll, unter starken Produktionsproblemen.

Toshiba scheint sich in seinem Überlebenskampf etwas Luft zu verschaffen. Für die Speicherchip-Sparte wurde ein Käufer gefunden. Die Kartellbehörden müssen dem Verkauf aber noch zustimmen. Mit den Einnahmen sollen die riesigen Bilanzlöcher gestopft werden.


Der Gold-Report 2018
So machen Sie die besten Gold-Geschäfte

Sichern Sie sich jetzt gratis den Sonder-Report: “Der Gold-Report 2018” und erfahren Sie exklusiv, welche Aktien in Ihrem Depot nicht fehlen sollten!

Massive Gewinne voraus: So machen Sie 2018 zu Ihrem Goldjahr ➜ hier klicken!


© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und Strategisches Investieren.

10 Dividendenaktien, deren Dividende IMMER steigt