Die Energiekonzerne legten gute Zahlen vor

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Fossile Energieträger rücken vermehrt in den Hintergrund, die Energieunternehmen setzten immer stärker auf erneuerbare Energien. (Foto: Tobias Steinert / shutterstock.com)

Die Energiekonzerne EVN, RWE und Iberdrola legten gute Zahlen vor. Allerdings rücken die fossilen Energieträger vermehrt in den Hintergrund. Nachdem die EU-Kommission im November 2019 mit dem Green Deal ein Maßnahmenprogramm verabschiedete, sollen CO2-intensive Energiegewinnungsmethoden deutlich teurer werden.

Ziel ist es, bis 2050 die Netto- Emissionen von Treibhausgasen in der Europäischen Union auf null zu reduzieren, um klimaneutral zu sein. Die Bundesregierung beschloss neben dem bereits bestehenden Emissionszertifikatshandel noch weitere Instrumente, um die Klimaziele sukzessiv zu erreichen.

CO2-Ausstoß wird besteuert

Ab 2021 wird der Ausstoß von CO2 besteuert, und der Preis pro Tonne soll in den kommenden Jahren schrittweise erhöht werden. Aus diesem Grund setzen Energieunternehmen auf das erneuerbare-Energien-Geschäft. So möchte RWE jedes Jahr 1,5 bis 2 Mrd. € in erneuerbare Energien investieren und baute den Bestand an Offshore-Windparks in Polen deutlich aus. Aber auch EVN setzt zukünftig in den Umbau der Energiegewinnung und investiert dafür 300 bis 400 Mio. € jährlich.

Dabei stehen neben dem Ausbau von Windparks auch großflächige Photovoltaik-Projekte auf dem Plan. Enel setzt ebenfalls auf den grünen Trend und erwartet eine steigende Nachfrage nach Solaranlagen, die insbesondere aus China kommt.

Forschung im Bereich Wasserstoff rückt in den Fokus

Engie konnte erstmals einen Zug mit dem Antrieb durch Wasserstoff fahren lassen. Der Zug wird von einer Wasserstoff-Brennstoffzelle angetrieben, die elektrische Energie für die Traktion erzeugt. Sie emittiert während des Betriebs nur Wasser und Dampf und stellt damit eine saubere Alternative dar. Damit geht das Unternehmen einen großen Schritt in Richtung CO2-Neutralität. Insgesamt schloss der Konzern sehr positiv ab.

E.ON folgt ebenfalls dem Ziel des Klimaschutzes. Im Geschäftsjahr 2019 konnte die Übernahme von innogy endlich vollzogen werden. Dies wirkte sich mehr als positiv auf die Umsatzentwicklung aus. Für die Übernahme müssen einige von der EU-Kommission auferlegte Auflagen erfüllt werden. Unter anderem müssen 34 Ladestationen für Elektrofahrzeuge an deutschen Autobahnen verkauft werden.

Bei EDF stiegen die Erlöse zwar nur leicht, erfreulich ist aber die Umsatzsteigerung in Italien. Dort setzt man ebenfalls auf die Gewinnung erneuerbarer Energien. Der Output der Windanlagenparks stieg um 165 MW. Durch die indirekte Übernahme von PodPoint investiert EDF in den Markt für Elektromobilität. PodPoint betreibt Ladepunkte für E-Fahrzeuge und hat ein umfangreiches Netzwerk aufgebaut.

Die Versorger setzen auf alternative Antriebe und erneuerbare Energien

Diese Strategie trägt Früchte, denn die Nachfrage wird in den nächsten Jahren steigen. Durch die Corona-Krise sind die Wirtschaft und der Gesamtmarkt in einer sehr unsicheren Lage. Das Geschäftsjahr 2020 wird für jedes Unternehmen schwer, da mit Umsatzverlusten zu rechnen ist. Die Branche der Versorger trifft es allerdings weniger hart, als beispielsweise die Fluggesellschaften.

Verbund hat jegliche Vorkehrungen getroffen, um das Geschäft weiterhin am Laufen zu halten. Eine besondere Leittechnik macht es möglich, die Anlagen aus der Ferne zu leiten. Ähnlich wie Verbund haben sich alle Versorger bestmöglich auf die Krise vorbereitet.

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Volker Gelfarth
Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und High Performance Depot.

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