Die Forderung nach einem deutschen Leitbild

Experten sprechen davon, dass hierzulande eine „naive Willkommenskultur“ herrscht. Hier lesen Sie die Wahrheit darüber. (Foto: MR.LIGHTMAN1975 / Shutterstock.com)

Jede und jeder, mit dem man ins Gespräch komme, führt als drängendstes Problem die Flüchtlingskrise an. Vielleicht ergeht es Ihnen bei Diskussionen in der Familie, unter Freunden oder am Arbeitsplatz genauso.

So sehen die Lösungsvorschläge im Asyldrama aus

Lösungen gibt es längst. Wir haben Ihnen einige davon bereits ausführlich dargestellt: Bekämpfung der Fluchtursachen, Hilfe für die Nachbarländer und Unterstützung und Wiederaufbau, Geberländer & Wiederaufbau, Sukuk-Anleihen, Waffenverbot in den Nahen Osten.

Sowie Auffanglager für Flüchtlinge, UNHCR-Resettlement-Programm und innereuropäische Umsiedlungsprogramme.

Forderungen nach der Vermittlung eines deutschen Leitbildes an Flüchtlinge

Doch nun kommen auch Forderungen auf. Flüchtlingen soll ein deutsches Leitbild vermittelt werden, indem die Grundwerte der Demokratie und einer pluralistischen Gesellschaft verankert sind.

Und zwar von Religionsfreiheit, Meinungsfreiheit, der Gleichheit von Mann und Frau. Dieses soll den Flüchtlingen als Orientierungshilfe dienen und ihnen helfen, sich gegen Extremisten abzugrenzen.

Geregelte Zuwanderung und Einwanderungsgesetz

Kritik über die Berliner Flüchtlingspolitik kommt unter anderem vom Freiburger Wirtschaftswissenschaftler Bernd Raffelhüschen. Er meint, dass Deutschland das einzige Einwanderungsland der Welt ohne Regeln sei.

Und geht sogar so weit zu behaupten: „Zuwanderung gerne, aber bitte in den Arbeitsmarkt. Denen, die man nicht gebrauchen kann, wird die Einreise verweigert.“ Denn ein Einwanderungsgesetz wäre ein Einwanderungsbegrenzungsgesetz und begrenzt auf diejenigen, „die wir gebrauchen können.“ Deutschland müsse sich aussuchen, wen es gebrauchen kann.

Raffelhüschen weiter: „Von denen können wir gar nicht genug haben – egal, welcher Hautfarbe sie sind. Von denen, die wir nicht brauchen können, haben wir jetzt schon zu viele.“

„Naive“ Willkommenskultur

Die Willkommenskultur sei „grenzenlos naiv“, so Wirtschaftswissenschaftler Bernd Raffelhüschen weiter. Die USA hätten mit ihren festen Einwanderungsregeln seit vielen Jahren großen Erfolg.

Dieser Ansicht ist auch Gunnar Heinsohn, Historiker, Soziologe und Ökonom. Er ergänzt dazu, wer wirtschaftlich vorne bleiben wolle, könne nur die Besten nehmen wollen. Länder wie Deutschland oder Schweden aber würden den Einsatz für die „Abgeschlagenen höher als ihr Bruttosozialprodukt“ schätzen.

Es seien allerdings nicht die „ungezählten Millionen, die nach Europa drängenden Migranten, sondern die hiesigen Besten, deren Wanderungsentscheidungen für den Auf- oder Abstieg von Nationen (…) sorgen können“, so Heinsohn weiter.

Die großen Einwanderungsländer als Vorbild für Deutschland

Hinsichtlich Einwanderung solle sich Deutschland, so Gunnar Heinsohn weiter, tatsächlich an den USA oder Kanada orientieren. Diese Länder hätten eine traditionell lange Erfahrung damit.

Einwanderer sollten nur willkommen geheißen werden, wenn sie qualifiziert, integrationswillig, nicht kriminell sind und „unsere – über die vielen Jahrhunderte gewachsenen – europäischen Werte akzeptieren.“ Ausnahmen davon seien natürlich Flüchtlinge nach der Genfer Flüchtlingskonvention.

Flüchtlingen muss die Werteakzeptanz beigebracht werden

Doch auch Kriegsflüchtlingen müsse diese Werteakzeptanz nahegebracht werden, sonst würde die grundgesetzfeindliche Parallelgesellschaft in den Städten hierzulande noch mehr wachsen.

Zweifellos sei eine Zuwanderung Hochqualifizierter nützlicher als ungelernte Arbeiter oder sozialabhängige Personen, die nichts zum Bruttosozialprodukt beitragen. Sondern im Gegenteil, die Sozialkassen belasten würden.

Der britische Ökonom Paul Collier benennt Auswahlkriterien der Einwanderung, und zwar nach Haushaltsstatus, Qualifikation, Arbeitsmarktfähigkeit, kultureller Herkunft und Schutzbedürftigkeit.

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Von: Guido Grandt. Über den Autor

Der Autor, Jahrgang 1963, war viele Jahre lang als Manager in verschiedenen großen Unternehmen tätig. Lernte das unternehmerische Handwerk sozusagen von der "Pike" auf, bevor er sich ganz dem wirtschaftlichen, politischen und gesellschaftlichen Geschehens Deutschlands publizistisch widmete.

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